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RHINELAND INDEPENDENT

Save the Date! Als #RhinelandIndependent schließen sich vier private Stiftungen und Sammlungen zur modernen und zeitgenössischen Kunst im Rheinland während der Art Düsseldorf zusammen, um gemeinsam ihr facettenreiches Programm vorzustellen und langfristig neue Projekte anzudenken. Wir freuen uns auf unseren gemeinsamen Auftritt mit KAI 10 Arthena Foundation, Langen Foundation und Sammlung Philara.

 

ART DÜSSELDORF, BOOTH D01
15. – 17. NOVEMBER 2019

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KÜNSTLERGESPRÄCH MIT BJARNE MELGAARD, DANIEL BIRNBAUM & JULIA STOSCHEK

Diesen Freitag werden erstmals Arbeiten im Rahmen der langfristigen Kooperation zwischen der Julia Stoschek Collection und Acute Art zu sehen sein.  Vor dem Opening von Bjarne Melgaard und Koo Jeong A, findet um 18 Uhr ein Künstlergespräch mit Melgaard, Acute-Art-Leiter Daniel Birnbaum und Julia Stoschek in der JSC Berlin statt.

 

Bitte beachten Sie die Begrenzung der Sitzplätze. Keine Reservierung möglich. Eintritt frei.

 

FREITAG, 11. OKTOBER 2019, 18 UHR

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FREIE PLÄTZE FÜR DIE ÖFFENTLICHE, DEUTSCHSPRACHIGE FÜHRUNG AM SONNTAG, 20. OKTOBER 2019

Am kommenden Sonntag sind noch Plätze für unsere Führung von 15 bis 16:30 Uhr durch die aktuellen Ausstellungen JSC ON VIEW: LUTZ BACHER, BARBARA HAMMER, CAROLEE SCHNEEMANN und A.K. BURNS, NEGATIVE SPACE in der JSC Düsseldorf frei. Bei Interesse melden Sie sich bitte hier an.

 

Wir freuen uns über Ihre Teilnahme und Ihren Besuch!


SONDERÖFFNUNGSZEITEN ANLÄSSLICH DER DC OPEN 2019

 

Anlässlich der DC Open 2019 haben wir auch am Freitag, 6. September und Samstag, 7. September von 11 bis 18 Uhr für Sie geöffnet.

 

 

 

TAG DES OFFENEN DENKMALS AM SONNTAG, 8. SEPTEMBER 2019

 

Das Ausstellungshaus der JSC Düsseldorf wurde 1907 als viergeschossiges Fabrikgebäude der Firma Die Bühne GmbH gebaut und 2005 von der Sammlerin Julia Stoschek erworben. Für den Umbau in ein Ausstellungshaus war das Berliner Architekturbüro Kuehn Malvezzi zuständig. Nach mehrjährigem Stillstand fand das Fabrikgebäude 2007 als kultureller Ort und privates Ausstellungshaus für zeitgenössische Kunst eine völlig neue Bestimmung.

 

Der Tag des offenen Denkmals bietet die Gelegenheit mehr über dieses frühe Beispiel der modernen Industriearchitektur und dessen Umwandlung in ein privates Sammlungs- und Ausstellungshaus für zeitgenössische Kunst zu erfahren. Neben der Besichtigung der Architektur und den aktuellen Ausstellungen, werden spezielle Architekturführungen sowie ein Videoscreening mit Werken aus dem Sammlungsbestand, die sich im weitesten Sinne mit dem Thema Architektur auseinandersetzen, angeboten.

 

12 Uhr
Öffentliche, deutschsprachige Führung durch die aktuellen Ausstellungen

Dauer: 90 Minuten. Kosten: 10 Euro. Anmeldung hier

 

14 & 15 Uhr

Öffentliche, deutschsprachige Führung zur Architektur der JSC Düsseldorf
Dauer: je 45 Minuten. Kostenlos. Keine Voranmeldung notwendig.

 

11–18 Uhr
Screening mit Werken von Manuel Graf, Elizabeth Price, Cyprien Gaillard, Amir Yatzi, Tobias Zielony, Rachel Rose und Cao Fei aus der JULIA STOSCHEK COLLECTION (Schwerpunkt „Architektur“). Mehr Informationen finden Sie hier

Herzliche Einladung!

 

Am 5. September 2019 eröffnen wir die erste institutionelle Einzelausstellung der New Yorker Künstlerin A.K. Burns in Deutschland. Die Eröffnung der Ausstellung NEGATIVE SPACE findet von 18 bis 22 Uhr in der JSC Düsseldorf statt. Wir freuen uns über Ihr Kommen und ein nettes Beisammensein im Hof!


Wir machen Sommerpause!

 

Die JSC Düsseldorf und JSC Berlin sind im August geschlossen.

 

SAVE THE DATES:

 

A. K. Burns: NEGATIVE SPACE
Eröffnung: 5. September 2019, 18 – 22 Uhr, JSC Düsseldorf

 

WangShui
Eröffnung: 11. September 2019, 19 – 22 Uhr, JSC Berlin

 

Weitere Informationen zu den Ausstellungen finden Sie hier.


CURATORIAL & RESEARCH RESIDENCY PROGRAM IN DER JULIA STOSCHEK COLLECTION

Die JULIA STOSCHEK COLLECTION freut sich, ihr neues Residency-Programm für aufstrebende Kurator*innen im Bereich zeitbasierter Kunst für die diesjährige erste Auflage in Partnerschaft mit dem Center for Curatorial Studies, Bard College (CCS Bard), New York bekanntzugeben: Die erste Residenzkuratorin wird Rachel Vera Steinberg sein.

 

Das Curatorial & Research Residency Program (CRRP) wurde mit dem Ziel gegründet,  Kurator*innen zu einer zweistufigen Forschungs- und Arbeits-Residency in die JSC Düsseldorf einzuladen. Das Programm umfasst einen vierwöchigen Forschungsaufenthalt während der Sommermonate des ersten Jahres sowie die Realisierung eines konkreten Projekts in der JSC im zweiten Jahr.

 

Das Residency-Programm öffnet die JSC für Forschungsarbeiten zu zeitbasierter Kunst. Und gibt den Residenzkurator*innen die Gelegenheit, durch ein eigenes Ausstellungsprojekt praktische kuratorische Erfahrungen in einer führenden Kunstinstitution in Deutschland zu sammeln. Der direkte Kontakt zur rheinländischen Kunstszene und gemeinsame Veröffentlichungen und Veranstaltungen sind Teil des Residency-Programms.

 

Die Teilnahme am CRRP ist nur auf Einladung möglich. Die JSC wählt jeweils eine*n Kandidat*in aus und ist dabei insbesondere an Partnerschaften mit Institutionen interessiert, die Graduiertenstudiengänge in Curatorial Studies anbieten. Die JSC sucht herausragende Kandidat*innen, die im Bereich zeitbasierter Kunst spezialisiert sind. Bei der Auswahl wird darauf geachtet, dass die Kandidat*innen umfassende theoretische Kenntnisse sowie einschlägige praktische Erfahrungen vorweisen können.

 

Für 2019/20 fiel die Auswahl auf Rachel Vera Steinberg, die durch ihre abwechslungsreiche und inhaltlich anspruchsvolle Gruppenausstellung und Videoprogramm überzeugt hat.

 

 

BIOGRAFIE

 

Rachel Vera Steinberg ist freiberufliche Kuratorin, Organisatorin und Autorin und lebt in Brooklyn, New York. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind zum einen digitale und zeitbasierte Medien sowie Science-Fiction, und zum anderen untersucht sie die Bedeutung alternativer Ausstellungräume sowie die Wirkkraft der Kunst. Sie erwarb ein BFA vom Pratt Institute, New York und absolviert zurzeit ein MA-Studium am Center for Curatorial Studies, Bard College. Zuletzt war sie Direktorin der SOHO20 Artists Inc., eines 1973 als Non-Profit-Organisation gegründeten feministisch orientierten Projektraums in Brooklyn. Während ihrer dreijährigen Tätigkeit bei SOHO20 initiierte sie eine Reihe neuer Programme und Partnerschaften und organisierte den Umzug der Organisation an ihren derzeitigen Standort in Bushwick, New York. Zuvor war sie am Museum of Arts and Design sowie bei NURTUREart Non-Profit Inc. in Brooklyn tätig, wo sie die halbjährlich stattfindende Videoreihe Videorover kuratierte. Sie ist Mitbegründerin von Custom Program, einem renommierten Projektraum für radikal dimensionierte ortsspezifische Arbeiten in Greenpoint, Brooklyn. Auf lokaler Ebene kuratierte sie Ausstellungen in der Radiator Gallery (Long Island City, New York), SOHO20 (Brooklyn, New York), NURTUREart Gallery (Brooklyn, New York), Solivagant* (New York), inCube Arts (New York), der UMass NYPOP Gallery (New York), Helper Projects (Brooklyn, New York) sowie Interstate Projects (Brooklyn, New York).

 

Zu ihren Projekten auf internationaler Ebene zählen Präsentationen in der Naughton Gallery an der Queens University (Belfast, Nordirland) sowie dem Syndicat Potentiel (Straßburg, Frankreich). Sie ist derzeit Mitkoordinatorin der New York City-Ortsgruppe des Feminist Art Project (TFAP) und war von 2012 bis 2014 Co-Organisatorin der Trade School New York. Sie hielt Vorträge an der University of Massachusetts in Amherst, am Pratt Institute, der Rutgers University sowie am Vermont College of Fine Arts.


ATELIERSTIPENDIUM LKART 2019

Die JULIA STOSCHEK COLLECTION freut sich bekannt zu geben, dass das LKART-Atelierstipendium 2019 an die Künstlerin Catherina Cramer sowie an den Künstler Dominik Geis vergeben wurde.

 

„Ich bin sehr glücklich darüber, dass das LKART-Stipendium fortgeführt werden kann“, so Julia Stoschek. „Es ist eine großartige Initiative, die sich aus dem privaten Engagement von Philipp Maiburg ergeben hat. Atelierräume sind rar in diesen Zeiten, diese Freiräume sinnvoll zu nutzen, ist wichtiger denn je. Vielleicht ist es auch ein Ansporn für die Stadt Düsseldorf daran anzuknüpfen. Das würde mich freuen!“

 

Catherina Cramer inszeniert in ihren Videos fantastisch anmutende Situationen, in denen Körper und Sprache als primäre Medien dienen. Die Arbeiten charakterisieren einen affirmativen Zustand, in dem die Lebenswelt nicht mehr nur „rein-menschlich“ erscheint, sondern von einer Vielzahl technischer, tierischer und symbolischer Partner*innen bevölkert ist, die ungehemmt aufeinander einwirken und einander herausfordern. Dichotomien wie Natur und Kultur werden als Problemfelder erkannt und aufgehoben, um eine Anschauungsform zu realisieren, die kein „realistisches“ Bild menschlicher Wirklichkeit, dafür aber ein wahres Bild zur Disposition stellen.

 

Die Videocollagen von Dominik Geis basieren auf Found-Footage-Videos und eigenen Animationen. Durch seine rhythmische Schnittweise, eigens angefertigte Musik und Soundcollagen entstehen dramaturgisch-choreografische Videos und Videoinstallationen. Er seziert das Bildmaterial, wodurch er die Aufmerksamkeit neu lenkt und z. B. mittels Loops weitere, vorher unerschlossene Bildräume und -ebenen eröffnet. Seine körperlichen und poetischen Video-Kompositionen machen eine ästhetische Erfahrung möglich, die einen eigenen narrativen Strang eröffnet, der über sich hinaus und zugleich auf den Betrachter selbst zurückweist.

 

Den Künstlern*innen wird bis Ende 2019 jeweils ein Atelier zur Verfügung gestellt. Die Miet- und Nebenkosten werden von der JULIA STOSCHEK COLLECTION übernommen. Die Studios befinden sich in der Völklinger Str. 24, dem ehemaligen Landeskriminalamt in Düsseldorf-Unterbilk.
Das LKART wurde von der Open Source Festival gGmbH ins Leben gerufen. Seit Januar 2018 stehen dort 15 Atelierräume für 30 Künstler*innen zu günstigen Konditionen zur Verfügung. Im Rahmen dessen fördert die JULIA STOSCHEK COLLECTION zwei Studios für Künstler*innen aus dem Rheinland, die im Bereich zeitbasierter Kunst arbeiten und unter 40 Jahre alt sind. 2018 gingen die LKART-Atelierstipendien an den Künstler Harkeerat Mangat sowie das Künstlerduo Hedda Schattanik & Roman Szczesny.

 

 

BIOGRAFIEN

 

Catherina Cramer (*1988 in Wesel, Deutschland) studierte von 2012 bis 2014 an der Kunstakademie Münster in der Klasse von Shana Moulton. 2015 wechselte sie an die Kunstakademie Düsseldorf. Zunächst studierte sie bei Keren Cytter und Rita McBride, bevor sie 2019 Meisterschülerin von Dominique Gonzalez-Foerster wurde.

Ihre Arbeiten waren u. a. im Museum Folkwang Essen, der Kunsthalle Münster, Moving Image Festival EAMIF Edinburgh, 35. Kasseler Dokfest Kunstverein Kassel und im Kunsthaus NRW Kornelimünster zu sehen.

 

 

Dominik Geis (*1985 in Würzburg, Deutschland) studierte von 2007 bis 2010 Malerei und Bildhauerei an der Freien Akademie der bildenden Künste Essen und von 2010 bis 2018 Freie Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf in der Klasse von Prof. Marcel Odenbach. 2018 schloss er sein Studium mit dem Meisterschülertitel ab.

Seine Arbeiten waren in Einzelausstellungen (das junge museum Bottrop, Galerie Engelage & Lieder) und diversen Gruppenausstellungen u.a. in Paris und Los Angeles zu sehen. In Düsseldorf war er zuletzt im KIT – Kunst im Tunnel und im K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen vertreten. 2018 erhielt er für seine Abschlussarbeit The Beauty of it das Baker Tilly Künstler-Stipendium.

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Ausstellungen
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HORIZONTAL VERTIGO:
A.K. BURNS
NEGATIVE SPACE

6. SEPTEMBER 2019 – 2. FEBRUAR 2020

SCREENING

A.K. Burns & A.L. Steiner, COMMUNITY ACTION CENTER (2010), 15.–17. November 2019, jeweils um 11 / 12:30 / 14 / 15:30 & 17 Uhr im Kino der JSC Düsseldorf (zweites Obergeschoss)

 

KÜNSTLERINGESPRÄCH

A.K. Burns im Gespräch mit der Kuratorin Lisa Long, 16. November 2019, 16 Uhr

 

STUDIO 54 FILMPROGRAMM

Werkauswahl von A.K. Burns, 12. Dezember 2019, 19:30 Uhr, Kino der JSC Düsseldorf

 

 

Ausgangspunkt von A.K. Burns interdisziplinärer Praxis ist der Körper, der vor dem Hintergrund des Neuen Materialismus sowie aktueller queerer und feministischer Theorien zum kontrovers umkämpften Schauplatz soziopolitischer Verhandlungen wird. Burns setzt sich tiefgehend mit Fragen von Materialität und (Re)produktion auseinander und untersucht, wie die Ausübung von Macht mit dem Körper – seinen Funktionen, physiologischen Prozessen, Empfindungen und Freuden – verbunden ist. Der Körper ist für Burns kein Objekt mit festgelegten Grenzen und Eigenschaften; er ist stattdessen multivalent und porös, dringt in seine Umwelt vor und ist im Gegenzug von ihr durchdrungen.

 

NEGATIVE SPACE, A.K. Burns’ erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland, besteht aus drei Mehrkanal-Videoinstallationen, die Teil eines fortlaufenden Zyklus desselben Namens sind. Die Serie ist als nichtlineare, vielschichtige Erzählung konzipiert. Wie in der Science-Fiction üblich erforscht die Künstlerin auf spielerische Art und Weise den Raum zwischen Politik und Fantasie, wodurch eigenwillige allegorische Bilder entstehen.

 

In der Serie spielt Burns mit alternativen Welten, in denen hierarchische Beziehungen nicht festgefahren sind, sondern sich stetig verändern. Diese Welten sind bewusst in eine spekulative Gegenwart eingebettet, die vom Müll und Dreck unserer Zeit gekennzeichnet ist. Burns hinterfragt dabei, wie Werte in Bezug auf Ressourcen, Umwelt und marginalisierte Körper entstehen und geteilt werden. In atemberaubenden, weithin bekannten Landschaften, wie der Wüstenregion im Südwesten der USA, manövriert NEGATIVE SPACE durch ein Spannungsfeld, in dem utopische Vorstellungen von Gemeinschaft auf apokalyptische Ängste aufeinandertreffen.

 

Die Ausstellung NEGATIVE SPACE besteht aus drei groß angelegten Mehrkanal-Videoinstallationen, die Teil eines fortlaufenden Zyklus mit demselben Titel sind. Es handelt sich um die bislang umfangreichste Präsentation der Serie. Neben A Smeary Spot (Negative Space 0) (2015) und Living Room (Negative Space 00) (2017) umfasst die Ausstellung auch Leave No Trace (Negative Space 000) (2019), ein neues Werk, das erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Die Ausstellung wird ergänzt durch Zeichnungen sowie durch einen Film, der dem Phänomen der totalen Sonnenfinsternis nachgeht, und einer experimentellen Soundarbeit, die als Schallplatte präsentiert wird.

 

NEGATIVE SPACE ist Teil des einjährigen Programms HORIZONTAL VERTIGO in der JULIA STOSCHEK COLLECTION in Düsseldorf und Berlin, kuratiert von Lisa Long.

 

Gefördert durch das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf.

KÜNSTLER*INNENLISTE

A.K. Burns

BEGLEITHEFT

Begleitend zur Ausstellung ist eine kostenloses Begleitheft erschienen, die hier als Download erhältlich ist.

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Düsseldorf

Aktuell
  • HORIZONTAL VERTIGO
    JSC DÜSSELDORF / BERLIN


    31. MäRZ 2019 – 26. APRIL 2020
  • JSC ON VIEW:
    LUTZ BACHER, BARBARA HAMMER, CAROLEE SCHNEEMANN
    WORKS FROM THE JULIA STOSCHEK COLLECTION


    21. JULI 2019 – 22. DEZEMBER 2019
  • HORIZONTAL VERTIGO:
    A.K. BURNS
    NEGATIVE SPACE


    6. SEPTEMBER 2019 – 2. FEBRUAR 2020
  • HORIZONTAL VERTIGO:
    FILMS BY ANNA ZETT
    SCREENING


    17. OKTOBER 2019 – 24. NOVEMBER 2019

Vorschau
  • HORIZONTAL VERTIGO:
    FILMS BY TRINH T. MINH-HA
    SCREENING


    28. NOVEMBER 2019 – 2. FEBRUAR 2020
  • JSC ON VIEW:
    BASEL ABBAS & RUANNE ABOU-RAHME, THOMAS DEMAND, BEATRICE GIBSON, ARTHUR JAFA, SIGALIT LANDAU, ADAM MCEWEN, TARYN SIMON, HITO STEYERL, TOBIAS ZIELONY
    WORKS FROM THE JULIA STOSCHEK COLLECTION


    9. FEBRUAR 2020 – 19. JULI 2020
  • HORIZONTAL VERTIGO:
    FILMS BY MOREHSHIN ALLAHYARI
    SCREENING


    8. MäRZ 2020 – 3. MAI 2020
  • HORIZONTAL VERTIGO:
    SOPHIA AL-MARIA
    BITCH OMEGA


    8. MäRZ 2020 – 19. JULI 2020
  • HORIZONTAL VERTIGO:
    FILMS BY DOROTA GAWĘDA & EGLĖ KULBOKAITĖ
    SCREENING


    10. MAI 2020 – 19. JULI 2020

Rückblick
  • HORIZONTAL VERTIGO:
    FILMS BY SKY HOPINKA
    SCREENING


    6. SEPTEMBER 2019 – 13. OKTOBER 2019
  • HORIZONTAL VERTIGO:
    FILMS BY CHELSEA KNIGHT WITH
    SHANE ASLAN SELZER
    SCREENING


    27. JUNI 2019 – 28. JULI 2019
  • HORIZONTAL VERTIGO:
    FILMS BY ARJUNA NEUMAN &
    DENISE FERREIRA DA SILVA
    SCREENING


    15. MAI 2019 – 23. JUNI 2019
  • HORIZONTAL VERTIGO:
    RINDON JOHNSON
    CIRCUMSCRIBE


    31. MäRZ 2019 – 28. JULI 2019
  • HORIZONTAL VERTIGO:
    FILMS BY EDUARDO WILLIAMS
    SCREENING


    31. MäRZ 2019 – 5. MAI 2019
  • NEW METALLURGISTS


    7. OKTOBER 2018 – 28. APRIL 2019
  • GENERATION LOSS
    10 YEARS JULIA STOSCHEK COLLECTION


    10. JUNI 2017 – 9. SEPTEMBER 2018
  • NUMBER THIRTEEN:
    FACTORY OF THE SUN /
    MISSED CONNECTIONS


    15. OKTOBER 2016 – 26. FEBRUAR 2017
  • NUMBER TWELVE:
    HELLO BOYS


    13. FEBRUAR 2016 – 31. JULI 2016
  • NUMBER ELEVEN:
    CYPRIEN GAILLARD


    26. SEPTEMBER 2015 – 31. JULI 2016
  • WU TSANG
    A DAY IN THE LIFE OF BLISS


    15. APRIL 2015 – 2. AUGUST 2015
  • NUMBER TEN:
    TRISHA DONNELLY


    7. FEBRUAR 2015 – 31. JANUAR 2016
  • NUMBER NINE:
    ELIZABETH PRICE


    6. SEPTEMBER 2014 – 1. FEBRUAR 2015
  • NATHALIE DJURBERG & HANS BERG
    THE EXPERIMENT


    8. APRIL 2014 – 1. JUNI 2014
  • NUMBER EIGHT:
    STURTEVANT


    5. APRIL 2014 – 10. NOVEMBER 2014
  • NUMBER SEVEN:
    ED ATKINS / FRANCES STARK


    7. SEPTEMBER 2013 – 22. FEBRUAR 2014
  • NUMBER SIX:
    FLAMING CREATURES


    8. SEPTEMBER 2012 – 29. JUNI 2013
  • NUMBER FIVE:
    CITIES OF GOLD AND MIRRORS


    2. JULI 2011 – 30. JUNI 2012
  • NUMBER FOUR:
    DEREK JARMAN
    SUPER8


    11. SEPTEMBER 2010 – 26. FEBRUAR 2011
  • NUMBER THREE:
    HERE AND NOW


    27. OKTOBER 2009 – 29. JULI 2010
  • 100 YEARS
    (VERSION #1, DUESSELDORF)


    10. OKTOBER 2009 – 29. JULI 2010
  • OUT OF SPACE 1:
    CAO FEI
    WHOSE UTOPIA


    25. APRIL 2009 – 27. JUNI 2009
  • NUMBER TWO:
    FRAGILE


    11. OKTOBER 2008 – 1. AUGUST 2009
  • NUMBER ONE:
    DESTROY, SHE SAID


    18. JUNI 2007 – 2. AUGUST 2008

Berlin

Aktuell
  • HORIZONTAL VERTIGO
    JSC DÜSSELDORF / BERLIN


    31. MäRZ 2019 – 26. APRIL 2020
  • HORIZONTAL VERTIGO:
    WANGSHUI


    12. SEPTEMBER 2019 – 15. DEZEMBER 2019
  • ACUTE ART AT JULIA STOSCHEK COLLECTION
    BJARNE MELGAARD / KOO JEONG A


    12. OKTOBER 2019 – 15. DEZEMBER 2019

Vorschau
  • STAN DOUGLAS
    SPLICING BLOCK


    2. NOVEMBER 2019 – 1. MäRZ 2020
  • HORIZONTAL VERTIGO:
    MERIEM BENNANI
    PARTY ON THE CAPS


    25. JANUAR 2020 – 3. MAI 2020

Rückblick
  • HORIZONTAL VERTIGO:
    COLIN SELF
    SUBTEXT
    PERFORMANCE


    31. MAI 2019 – 1. JUNI 2019
  • HORIZONTAL VERTIGO:
    PAULINE BOUDRY / RENATE LORENZ
    ONGOING EXPERIMENTS WITH STRANGENESS


    26. APRIL 2019 – 28. JULI 2019
  • KW PRODUCTION SERIES
    BEATRICE GIBSON & JAMIE CREWE


    27. SEPTEMBER 2018 – 25. NOVEMBER 2018
  • IAN CHENG
    EMISSARIES


    27. APRIL 2018 – 1. JULI 2018
  • ARTHUR JAFA
    A SERIES OF UTTERLY IMPROBABLE,
    YET EXTRAORDINARY RENDITIONS


    11. FEBRUAR 2018 – 25. NOVEMBER 2018
  • JAGUARS AND ELECTRIC EELS


    5. FEBRUAR 2017 – 26. NOVEMBER 2017
  • WELT AM DRAHT


    2. JUNI 2016 – 13. NOVEMBER 2016
Vorschau
  • RHINELAND INDEPENDENT


    15. NOVEMBER 2019 – 17. NOVEMBER 2019

Rückblick
  • TIME KILLS
    SESC, SÃO PAULO, BRASILIEN


    21. MäRZ 2019 – 16. JUNI 2019
  • TURN ON
    ZEITBASIERTE MEDIENKUNST AUS DER JULIA STOSCHEK COLLECTION
    TEL AVIV MUSEUM OF ART, TEL AVIV, ISREAL


    31. MäRZ 2015 – 29. AUGUST 2015
  • THE NEW HUMAN
    MODERNA MUSEET, MALMÖ, SCHWEDEN
    MODERNA MUSEET, STOCKHOLM, SCHWEDEN


    14. MäRZ 2015 – 4. DEZEMBER 2016
  • HIGH PERFORMANCE
    ZEITBASIERTE MEDIENKUNST SEIT 1996
    ZKM | ZENTRUM FÜR KUNST UND MEDIEN, KARLSRUHE, DEUTSCHLAND


    16. MäRZ 2014 – 22. JUNI 2014
  • I WANT TO SEE HOW YOU SEE
    DEICHTORHALLEN, HAMBURG, DEUTSCHLAND


    16. APRIL 2010 – 25. JULI 2010
  • RHINE ON THE DNIPRO
    JULIA STOSCHEK COLLECTION/ANDREAS GURSKY
    PINCHUK ART CENTRE, KIEW, UKRAINE


    28. SEPTEMBER 2008 – 14. DEZEMBER 2008
  • VIDEO KOOP
    KIT – KUNST IM TUNNEL, DÜSSELDORF, DEUTSCHLAND


    3. MAI 2008 – 27. JULI 2008

Die JULIA STOSCHEK COLLECTION hat schon immer eng mit anderen Museen und Kunstinstitutionen zusammengearbeitet, sowohl lokal, als auch international. Ebenso wie zeitbasierte Medien an sich, entwickelt sich die Sammlung dank solcher Kooperationen stetig weiter, die Kooperationspartner machen sich die Sammlung zu eigen, sie begreifen sie neu und sie funktionieren sie um. So entstehen aufregende neue Perspektiven und die unterschiedlichsten historischen Aspekte, sowie neue Themenkomplexe werden sichtbar.

 

In den vergangenen Jahren hat es in großen Museen und Kunstinstitutionen in ganz Deutschland, sowie auch im Ausland, großangelegte Ausstellungen der JULIA STOSCHEK COLLECTION gegeben. Eine der ersten wichtigen Kollaborationen fand im Jahr 2010 in den Deichtorhallen in Hamburg statt. Die Ausstellung lieh sich den Titel von Pipilotti Rists Arbeit I WANT TO SEE HOW YOU SEE. Bezugnehmend auf die FIRE, EARTH, WATER, AIR Ausstellung, die im Jahr 1993 in den Deichtorhallen stattgefunden hatte, stellte I WANT TO SEE HOW YOU SEE wegweisende Filme und Videos aus den frühen Schaffensperioden von Künstler/innen wie Marina Abramović, Vito Acconci, und Chris Burden späteren Arbeiten von Heike Baranowsky, Monica Bonvicini, Nathalie Djurberg und anderen gegenüber.

 

Im Jahr 2014 entstand in Zusammenarbeit mit dem ZKM | Zentrum für Kunst & Medien in Karlsruhe eine Ausstellung mit dem Titel HIGH PERFORMANCE. Zeitbasierte Medienkunst seit 1996, die sich mit dem Video als einer Form der szenischen Kunst, die vom sogenannten Performativen Turn, der sich sowohl in den Geisteswissenschaften als auch gesellschaftlich und in der Kunst abzeichnete, starke Impulse erhalten hatte, auseinandersetzte. Die von Bernhard Serexhe und Julia Stoschek kuratierte Ausstellung wurde in verschiedene Bereiche unterteilt, innerhalb derer Begriffe wie Körper und Seele, Öffentlicher Raum, Umwelt und Virtuelle Realität mithilfe unterschiedlicher künstlerischer Positionen beleuchtetet wurden. Es handelte sich hierbei um eines der größten Projekte außerhalb der Räume der JULIA STOSCHEK COLLECTION und es wurden Werke von mehr als 25 Künstlern*innen gezeigt, darunter Doug Aitken, Francis Alÿs, Allora & Calzadilla, Trisha Baga, John Bock, Paul Chan, Keren Cytter, Simon Denny, Cyprien Gaillard, Christian Jankowski, Mike Kelley, Klara Liden, Helen Marten, Mika Rottenberg, Ryan Trecartin, Andro Wekua, Tobias Zielony, und viele weitere.

 

Weitere maßgebliche Kooperationen gab es mit dem Tel Aviv Museum of Art im Zusammenhang mit der Ausstellung TURN ON, sowie dem Moderna Museet in Malmö, Schweden, wo im Jahr 2015 die Ausstellung THE NEW HUMAN gezeigt wurde.

 

Die JULIA STOSCHEK COLLECTION freut sich darauf, auch in Zukunft ihre Reichweite zu vergrößern, indem sie sich weiterhin weltweit um eine enge und substantielle Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Museen und Kunstinstitutionen bemüht.

HORIZONTAL VERTIGO
JSC DÜSSELDORF / BERLIN

31. MäRZ 2019 – 26. APRIL 2020

Zum ersten Mal seit ihrem Bestehen zeigt die JULIA STOSCHEK COLLECTION ein kuratiertes Programm aus Einzelausstellungen, Performances und Screenings von Werken internationaler Künstler*innen, die nicht Teil der Sammlung sind und größtenteils zum ersten Mal in Deutschland ausstellen. Im Verlauf eines Jahres werden sechs Ausstellungen präsentiert – drei in Düsseldorf und drei in Berlin –, die von März 2019 bis April 2020 nacheinander eröffnen. Begleitend finden an beiden Ausstellungsorten Film- und Performance-Veranstaltungen sowie Künstlergespräche, Vorträge und Lesungen statt.

 

HORIZONTAL VERTIGO umfasst Neuproduktionen wie auch bereits existierende Arbeiten einer Gruppe internationaler Künstler*innen, deren interdisziplinäre und zeitbasierte Kunst von feministischen, queeren und dekolonialen Perspektiven geprägt ist, und die in ihrer Arbeit restriktive Konzepte von Identität, Geschichte und Repräsentation aufbrechen. Die Ausstellungen und Veranstaltungen folgen keinem übergeordneten Thema, sondern entstehen in einem spezifischen Kontext aus dem Werk der jeweiligen Künstler*innen. So entwickelt sich im Laufe der Zeit ein fluides und mehrdeutiges Netz aus Assoziationen und Geschichten.

 

Den Impuls für den kuratorischen Rahmen dieser einjährigen Serie gaben die poetisch-politischen Schriften der Autorin, Künstlerin und Filmemacherin Trinh T. Minh-ha. Der titelgebende Begriff „horizontal vertigo“ entstammt ihrem Essay „Cotton and Iron“ aus dem Jahr 1991, in dem Minh-ha den Gedanken der Pluralität und das Paradox der „Nicht-Totalisierbarkeit“ (non-totalness) in den Fokus rückt und im Zuge dessen Systeme binärer Opposition und eingrenzende Kategorisierung kritisch hinterfragt. HORIZONTAL VERTIGO verfolgt daher kein übergeordnetes Thema und speist sich stattdessen aus dieser Hinwendung zum unendlich Wandelbaren. Das Jahresprogramm lebt von der Vielfalt an Erzählweisen und Erzählenden.

 

Kuratiert von Lisa Long

 

 

FILM-SCREENINGS

 

Die begleitende Reihe von Screenings in Düsseldorf wird Künstler*innen oder auch Künstler*innen-Duos jeweils für eine Dauer von sechs Wochen zeigen. In Berlin wird es einige Einzelvorführungen geben. Unter den teilnehmenden Künstler*innen sind: Morehshin Allahyari, Dorota Gawęda und Eglė Kulbokaitė, Sky Hopinka, Chelsea Knight, Trinh T. Minh-ha, Arjuna Neuman & Denise Ferreira da Silva, Martine Syms, Eduardo Williams, Anna Zett.

 

 

PERFORMANCE-PROGRAMM IN DER JSC BERLIN

 

Colin Self: SIBLINGS

31. Mai & 1. Juni 2019

 

Während des gesamten Jahres wird der Komponist und Choreograf Colin Self diverse Performances im Zusammenhang mit seinem kürzlich erschienenen Album SIBLINGS  zeigen.

KÜNSTLER*INNENLISTE

Sophia Al-Maria, Morehshin Allahyari, Meriem Bennani, Pauline Boudry / Renate Lorenz, A.K. Burns, Dorota Gawęda und Eglė Kulbokaitė, Sky Hopinka, Rindon Johnson, Chelsea Knight, Trinh T. Minh-ha, Arjuna Neuman & Denise Ferreira da Silva, Colin Self, Martine Syms, WangShui, Eduardo Williams, Anna Zett

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JSC ON VIEW:
LUTZ BACHER, BARBARA HAMMER, CAROLEE SCHNEEMANN
WORKS FROM THE JULIA STOSCHEK COLLECTION

21. JULI 2019 – 22. DEZEMBER 2019

Mit JSC ON VIEW startet eine neue Serie von Ausstellungen, die den Sammlungsbestand der JULIA STOSCHEK COLLECTION explizit in den Fokus rückt. Den Auftakt bildet die Würdigung von drei Künstlerinnen, die kürzlich verstorben sind: Lutz Bacher, Barbara Hammer und Carolee Schneemann.

 

Die Präsentation wird das gesamte Erdgeschoss der JSC Düsseldorf einnehmen und neben zentralen Video- und Filmarbeiten aus dem Schaffen der jeweiligen Künstlerin auch die großformatige Fotoserie Sex with Strangers (1986), einem frühen Schlüsselwerk Lutz Bachers, umfassen.

 

Die US-amerikanische Künstlerin Lutz Bacher, die ihre Identität seit den 1970er Jahren hinter einem männlichen Pseudonym verbarg, nimmt in ihrer oftmals parodistischen Kunst bewusst eine abwehrende Haltung gegen die Einordnung ihres Werkes in einen feministischen Kontext ein. Für ihre Objekte und zeitbasierten Arbeiten verwendet sie Bild- oder Textmaterial aus der Populärkultur, welches durch Dekonstruktion oder Verfremdung zentrale Fragen nach Autorschaft, Macht und dem Einfluss von Massenmedien auf die Gesellschaft aufwirft.
Für die bisher noch nicht in der JULIA STOSCHEK COLLECTION präsentierte neunteilige Fotografieserie Sex with Strangers, hat sie Fotografien von illustrierten Seiten und Bildunterschriften aus einem Buch vergrößert, das sich als informativ soziologische Studie über die weibliche Psychologie und abweichendes Sexualverhalten ausweist. Tatsächlich aber sind harte pornografische Aufnahmen abgebildet und verwehren auch hier den Betrachter*innen eine konkrete Zuordnung.

 

Die Filmemacherin Barbara Hammer zählt zu den Vorreiterinnen des Queer Cinema. Ihre Experimentalfilme entstanden aus der Vorstellung, dass der konventionelle, narrative Film zu begrenzt ist, um ihre lesbische Realität im Speziellen und die von Homosexualität im Allgemeinen sichtbar zu machen. Ihre Dokumentar- und Experimentalfilme gelten als eine der frühesten und umfangreichsten Darstellungen lesbischer Identität, Liebe und Sexualität. Die Arbeit Double Strength (1978), eine von insgesamt drei Werken Hammers innerhalb der Ausstellung, ist eine poetische Studie über die verschiedenen Stadien einer lesbischen Liebesbeziehung zwischen Hammer selbst und ihrer damaligen Lebenspartnerin, der Choreografin und Trapez-Artistin Terry Sandgreff. In einer Montage aus Filmausschnitten, in denen beide Frauen am Trapez schweben und Sandgreff akrobatische Tanzfiguren performt, sowie privaten Fotografien, erzählt der Film von den intensiven Anfängen bis zur Entfremdung und dem Ende dieser Liebe. Hammers Werk zeichnet sich durch physische Präsenz und Expressivität aus. Die Kamera geht dabei eine Beziehung mit der Umgebung ein. Raum und Zeit verschwimmen und geben stattdessen den Blick auf Hammers ganz persönlichen Erfahrungsraum frei.

 

Carolee Schneemann öffnete noch vor vielen ihrer Künstlerkolleginnen mit ihrer performativen, kinetischen Malerei und experimentellen Praxis den gesellschaftlichen Diskurs zu Körperlichkeit und Geschlechterrollen. Sie gilt als eine der radikalsten Vertreterinnen dieses Genres und hat sich in ihrer Praxis, wie sie selbst sagte, immer als eine „Malerin“ verstanden, „die die Leinwand verlassen hat, um den Raum der Gegenwart und gelebte Zeit zu aktivieren.“
Schneemanns Video Up to and Including Her Limits von 1975 ist als direkte Antwort auf Jackson Pollocks physisch geprägten Malprozess zu deuten: „Ich bin in einem Baumpflegergurt an einem 3/4-Zoll-Manila-Seil aufgehängt, das ich manuell anheben oder absenken kann, um eine gewisse Zeit des Ziehens zu überstehen. Mein ausgestreckter Arm hält Buntstifte, die über die umgebenden Wände streichen und ein Netz aus farbigen Markierungen entstehen lassen. Mein ganzer Körper wird zum Werkzeug für visuelle Spuren, ein Überbleibsel der Energie des Körpers in Bewegung“.
Eines ihrer zentralen Werke Fuses von 1964–67 ist über mehrere Jahre entstanden und zeigt Schneemann mit ihrem Partner, dem Komponisten James Tenney bei ihren intimen sexuellen Aktivitäten. Der Akt, der von ihr selbst gefilmt wurde, wird mit Farbüberlagerungen oder Brandspuren collagiert, die sich im Laufe der Zeit in den Film eingeschrieben haben. Fuses ist der erste Teil ihrer Autobiographical Trilogy und entstand aus der Fragestellung, wie und ob sich der sexuelle Akt von Pornografie oder klassischer Kunst unterscheidet.

 

Alle drei Künstlerinnen waren Pionierinnen in ihrem Bereich. Alle drei sind in diesem Jahr in ihren 70ern gestorben. Die JULIA STOSCHEK COLLECTION nimmt dies zum Anlass, einen Einblick in das Werk dieser drei Künstlerinnen und ihrer gegensätzlichen Interpretation zu bieten.

 

Bitte beachten!
Sommerpause: Vom 29. Juli bis zum 5. September 2019 bleibt die JSC Düsseldorf geschlossen.

 

KÜNSTLER*INNENLISTE

Lutz Bacher, Barbara Hammer, Carolee Schneemann

BEGLEITHEFT

Begleitend zur Ausstellung ist eine kostenlose Begleitheft erschienen, die hier als Download erhältlich ist.

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HORIZONTAL VERTIGO:
A.K. BURNS
NEGATIVE SPACE

6. SEPTEMBER 2019 – 2. FEBRUAR 2020

SCREENING

A.K. Burns & A.L. Steiner, COMMUNITY ACTION CENTER (2010), 15.–17. November 2019, jeweils um 11 / 12:30 / 14 / 15:30 & 17 Uhr im Kino der JSC Düsseldorf (zweites Obergeschoss)

 

KÜNSTLERINGESPRÄCH

A.K. Burns im Gespräch mit der Kuratorin Lisa Long, 16. November 2019, 16 Uhr

 

STUDIO 54 FILMPROGRAMM

Werkauswahl von A.K. Burns, 12. Dezember 2019, 19:30 Uhr, Kino der JSC Düsseldorf

 

 

Ausgangspunkt von A.K. Burns interdisziplinärer Praxis ist der Körper, der vor dem Hintergrund des Neuen Materialismus sowie aktueller queerer und feministischer Theorien zum kontrovers umkämpften Schauplatz soziopolitischer Verhandlungen wird. Burns setzt sich tiefgehend mit Fragen von Materialität und (Re)produktion auseinander und untersucht, wie die Ausübung von Macht mit dem Körper – seinen Funktionen, physiologischen Prozessen, Empfindungen und Freuden – verbunden ist. Der Körper ist für Burns kein Objekt mit festgelegten Grenzen und Eigenschaften; er ist stattdessen multivalent und porös, dringt in seine Umwelt vor und ist im Gegenzug von ihr durchdrungen.

 

NEGATIVE SPACE, A.K. Burns’ erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland, besteht aus drei Mehrkanal-Videoinstallationen, die Teil eines fortlaufenden Zyklus desselben Namens sind. Die Serie ist als nichtlineare, vielschichtige Erzählung konzipiert. Wie in der Science-Fiction üblich erforscht die Künstlerin auf spielerische Art und Weise den Raum zwischen Politik und Fantasie, wodurch eigenwillige allegorische Bilder entstehen.

 

In der Serie spielt Burns mit alternativen Welten, in denen hierarchische Beziehungen nicht festgefahren sind, sondern sich stetig verändern. Diese Welten sind bewusst in eine spekulative Gegenwart eingebettet, die vom Müll und Dreck unserer Zeit gekennzeichnet ist. Burns hinterfragt dabei, wie Werte in Bezug auf Ressourcen, Umwelt und marginalisierte Körper entstehen und geteilt werden. In atemberaubenden, weithin bekannten Landschaften, wie der Wüstenregion im Südwesten der USA, manövriert NEGATIVE SPACE durch ein Spannungsfeld, in dem utopische Vorstellungen von Gemeinschaft auf apokalyptische Ängste aufeinandertreffen.

 

Die Ausstellung NEGATIVE SPACE besteht aus drei groß angelegten Mehrkanal-Videoinstallationen, die Teil eines fortlaufenden Zyklus mit demselben Titel sind. Es handelt sich um die bislang umfangreichste Präsentation der Serie. Neben A Smeary Spot (Negative Space 0) (2015) und Living Room (Negative Space 00) (2017) umfasst die Ausstellung auch Leave No Trace (Negative Space 000) (2019), ein neues Werk, das erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Die Ausstellung wird ergänzt durch Zeichnungen sowie durch einen Film, der dem Phänomen der totalen Sonnenfinsternis nachgeht, und einer experimentellen Soundarbeit, die als Schallplatte präsentiert wird.

 

NEGATIVE SPACE ist Teil des einjährigen Programms HORIZONTAL VERTIGO in der JULIA STOSCHEK COLLECTION in Düsseldorf und Berlin, kuratiert von Lisa Long.

 

Gefördert durch das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf.

KÜNSTLER*INNENLISTE

A.K. Burns

BEGLEITHEFT

Begleitend zur Ausstellung ist eine kostenloses Begleitheft erschienen, die hier als Download erhältlich ist.

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HORIZONTAL VERTIGO:
FILMS BY ANNA ZETT
SCREENING

17. OKTOBER 2019 – 24. NOVEMBER 2019

ERÖFFNUNG

17. Oktober 2019, 19:30 Uhr

Mit einer Einführung durch die Kuratorin Lisa Long

Eintritt frei, begrenzte Plätze

 

Im Mittelpunkt des fünften Filmprogramms von horizontal vertigo in der JSC Düsseldorf stehen zwei Filme von Anna Zett. In ihrer interdisziplinären Praxis, die Videos, Performances, Installationen, Hörspiele und das Schreiben von Texten umfasst, kombiniert Zett tiefgehende historische Recherchen mit persönlichen Assoziationen und performativen Interventionen. Die hier präsentierten Videoarbeiten, This Unwieldy Object (2014) und Endarchiv (2019), gehen der Frage nach, welche Spuren Veränderungen der Machtverhältnisse oder gewandelte ideologische Anschauungen in unseren Körpern und Psychen hinterlassen und wie sie sich zugleich in die Natur einschreiben. Zett fragt bewusst: Wie reagieren menschliche Körper auf diese Veränderungen – indem sie akzeptieren, dokumentieren oder sich ihnen widersetzen?

 

This Unwieldy Object ist eine Kreuzung aus Essayfilm und Roadmovie, die uns quer durch den US-amerikanischen Westen führt. Der Film besteht aus zwei Teilen: im ersten geht es um die Idee von Fortschritt, wie sie die Moderne propagierte, der zweite Teil thematisiert die Folgen kolonialer Gewalt. Die Überleitung bildet eine Schlüsselszene, in der Zett ein Fragment der Berliner Mauer in Rapid City, South Dakota, entdeckt, das Teil eines Denkmals für den US-amerikanischen Sieg über den Sozialismus ist. Für Zett symbolisiert dieses Mauerfragment zum einen das viel beschworene „Ende der Geschichte“. Zum anderen ist es ein persönlicher Bezugspunkt, der eine Verbindung zwischen ihrem Auftreten im Film und ihrer Biografie erzeugt. This Unwieldy Object ist die ertragreiche Bilanz von Zetts langjährigen Recherchen, die sich mit dem Genre des amerikanischen Dinosaurierfilms und der modernen Paläontologie auseinandersetzen und insbesondere der Frage auf den Grund gehen, inwiefern beide mit dem Mythos des ‚Wilden Westens‘ sowie dem Mord an der indigenen Bevölkerung und der Auslöschung ihrer Geschichte(n) verwoben sind.

 

In Endarchiv spricht Zett symbolische Prozesse des Entsorgens und Vergessens an und untersucht die Frage, wie sich die materiellen und emotionalen Überreste der DDR noch heute auf Umwelt, Gesellschaft und Individuen auswirken. Im Video ist die Künstlerin dabei zu beobachten, wie sie verschiedene, aus kleinen Steinen aufgeschüttete, Anhöhen erklimmt und dabei kurze Verse und Fragen auf die Oberfläche sprüht. Kombiniert werden die Aufnahmen mit gefundenem Bildmaterial von Demonstranten, die die Ostseite der Berliner Mauer kurz nach ihrem Fall im November 1989 mit Malereien verzieren. Endarchiv ist Teil von Zetts Serie „Deponie“, in der historisches Videomaterial aus dem Archiv der DDR-Opposition der Robert-Havemann-Gesellschaft mit zeitgenössischen Interviews und performativen Erkundungen kombiniert wird, in dem Versuch, die in der Vergangenheit erlebten Traumata zu thematisieren und zu verarbeiten.

 

This Unwieldy Object, 2014, 47’, HD-Video, Farbe, Ton.
Endarchiv, 2019, 18’21‘‘, HD-Video, Farbe, Ton.

 

 

ANNA ZETT ist Künstlerin, Autorin, Regisseurin von Film und Hörspiel und lebt in Berlin. Ihre Filme und Videos wurden international gezeigt, unter anderem im Serpentine Cinema, London; Whitney Museum, New York; Contemporary Art Center, Vilnius; Sonic Acts Festival, Amsterdam; Rhizome.org; Human Resources, Los Angeles; SALT, Istanbul.

 

FILMS BY ANNA ZETT ist Teil des Begleitprogramms zu horizontal vertigo, dem einjährigen Programm aus Ausstellungen, Screenings, Performances in der JSC Düsseldorf und Berlin, kuratiert von Lisa Long.

 

Gefördert durch das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf.

KÜNSTLER*INNENLISTE

Anna Zett

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HORIZONTAL VERTIGO:
FILMS BY TRINH T. MINH-HA
SCREENING

28. NOVEMBER 2019 – 2. FEBRUAR 2020

ERÖFFNUNG
28. November 2019, 19:30 Uhr

 

 

FILMS BY TRINH T. MINH-HA ist Teil des Begleitprogramms zu HORIZONTAL VERTIGO, dem einjährigen Programm aus Ausstellungen, Screenings, Performances in der JSC Düsseldorf und Berlin, kuratiert von Lisa Long.

 

Gefördert durch das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf.

KÜNSTLER*INNENLISTE

Trinh T. Minh-ha

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JSC ON VIEW:
BASEL ABBAS & RUANNE ABOU-RAHME, THOMAS DEMAND, BEATRICE GIBSON, ARTHUR JAFA, SIGALIT LANDAU, ADAM MCEWEN, TARYN SIMON, HITO STEYERL, TOBIAS ZIELONY
WORKS FROM THE JULIA STOSCHEK COLLECTION

9. FEBRUAR 2020 – 19. JULI 2020

ERÖFFNUNG

8. FEBRUAR 2020, 18–22 Uhr

KÜNSTLER*INNENLISTE

Basel Abbas & Ruanne Abou-Rahme, Thomas Demand, Beatrice Gibson, Arthur Jafa, Sigalit Landau, Adam McEwen, Taryn Simon, Hito Steyerl, Tobias Zielony

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HORIZONTAL VERTIGO:
FILMS BY MOREHSHIN ALLAHYARI
SCREENING

8. MäRZ 2020 – 3. MAI 2020

ERÖFFNUNG
5. März 2020, 19:30 Uhr

 

 

FILMS BY MOREHSHIN ALLAHYARI ist Teil des Begleitprogramms zu HORIZONTAL VERTIGO, dem einjährigen Programm aus Ausstellungen, Screenings, Performances in der JSC Düsseldorf und Berlin, kuratiert von Lisa Long.

 

Gefördert durch das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf.

KÜNSTLER*INNENLISTE

Morehshin Allahyari

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HORIZONTAL VERTIGO:
SOPHIA AL-MARIA
BITCH OMEGA

8. MäRZ 2020 – 19. JULI 2020

ERÖFFNUNG

6. März 2020, 18–22 Uhr

 

STUDIO 54

8. April 2020, 19:30 Uhr

 

 

Sophia Al-Marias erste Einzelausstellung in Deutschland widmet sich einer Reihe von Videoarbeiten und Bewegtbild-Installationen in der Düsseldorfer Dependance. Die Arbeiten der Künstlerin, Autorin und Filmemacherin setzen sich mit der Geschichte als Fiktion und der Tatsache einer unausweichlichen Zukunft auseinander, aber auch mit dem Faktum, dass wir in einer Realität leben, die nicht einvernehmlich entstanden ist. Die Künstlerin, deren Wurzeln in Katar und den USA liegen, ist stark geprägt von ihrer Kindheit in der Golf-Region und den extremen kulturellen und ökologischen Veränderungen, die diese Region zu dieser Zeit durchmachte. Insbesondere deshalb oszillieren Al-Marias Filme, Installationen und Schriften zwischen einer Kritik der Geschichte, wie sie geschrieben wurde und einer unausweichlichen Zukunft, die vom Zusammenbruch geprägt sein wird. Mit jeder Arbeit begibt sich die Künstlerin in die undurchsichtigen Gefilde interkultureller Identität, Repräsentation und Begehren.

 

BITCH OMEGA ist Teil des einjährigen Programms HORIZONTAL VERTIGO in der JULIA STOSCHEK COLLECTION in Düsseldorf und Berlin, kuratiert von Lisa Long.

 

Gefördert durch das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf.

KÜNSTLER*INNENLISTE

Sophia Al-Maria

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HORIZONTAL VERTIGO:
FILMS BY DOROTA GAWĘDA & EGLĖ KULBOKAITĖ
SCREENING

10. MAI 2020 – 19. JULI 2020

ERÖFFNUNG
7. Mai 2020, 19:30 Uhr

 

 

FILMS BY DOROTA GAWĘDA & EGLĖ KULBOKAITĖ ist Teil des Begleitprogramms zu HORIZONTAL VERTIGO, dem einjährigen Programm aus Ausstellungen, Screenings, Performances in der JSC Düsseldorf und Berlin, kuratiert von Lisa Long.

 

Gefördert durch das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf.

KÜNSTLER*INNENLISTE

Dorota Gawęda, Eglė Kulbokaitė

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HORIZONTAL VERTIGO:
FILMS BY SKY HOPINKA
SCREENING

6. SEPTEMBER 2019 – 13. OKTOBER 2019

FILMS BY SKY HOPINKA präsentiert Fainting Spells (2018) und Dislocation Blues (2017), zwei Werke des Künstlers und Filmemachers, die sich mit indigenem Leben und der damit verbundenen Geschichte, der Landschaft und der Sprache befassen. Der Film Dislocation Blues (2017), welcher während der Standing Rock-Proteste gegen die Errichtung der Dakota Access Pipeline durch das Gebiet der Standing Rock Sioux entstanden ist, zeigt unvollständige und fragmentierte Erzählungen zweier Protestierender: Cleo Keahna und Terry Running Wild. In Fainting Spells (2018) veranschaulicht Hopinka die Erinnerung an die Jugend, an das Lernen als solches, die Überlieferung von Wissen und die Idee von Aufbruch, indem er einen imaginierten Mythos der Indian Pipe Plant namens Xąwįska wiedererzählt. Diese Pflanze (ein Fichtenspargelgewächs) wird von den Ho-Chunk verwendet, um Menschen aus der Ohnmacht wiederzubeleben.

 

FILMS BY SKY HOPINKA ist Teil des Begleitprogramms zu HORIZONTAL VERTIGO, dem einjährigen Programm aus Ausstellungen, Screenings, Performances in der JSC Düsseldorf und Berlin, kuratiert von Lisa Long.

 

Gefördert durch das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf.

KÜNSTLER*INNENLISTE

Sky Hopinka

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HORIZONTAL VERTIGO:
FILMS BY CHELSEA KNIGHT WITH
SHANE ASLAN SELZER
SCREENING

27. JUNI 2019 – 28. JULI 2019

Im Rahmen der dritten Veranstaltung des Screening-Programms zu HORIZONTAL VERTIGO zeigt die JSC Düsseldorf drei Videoarbeiten der Künstlerin Chelsea Knight und eine gemeinsame Arbeit von Knight und Shane Aslan Selzer. Während When the Moon is Full (2007) und Lonely Planet (2018, eine Gemeinschaftsarbeit von Shane Aslan Selzer und Chelsea Knight) bereits international präsentiert wurden, werden My Ecstasy is Your Rapture und Teacher’s College, Columbia University (beide aus dem Jahr 2019) erstmals in der JSC Düsseldorf gezeigt.

 

Die in dieser Screening-Serie gezeigten Werke umfassen eine Spanne von zwölf Jahren in Knights vielseitig-wandelbarem Schaffen, das häufig auf Kooperation und Performance basiert. In ihren Werken setzt sie sich stets mit gesellschaftlichen Fragen auseinander und taucht dabei tief in die chaotischen und verwobenen Bereiche sozialer Interaktion ein. Knights teils dokumentarische und teils fiktive Erzählungen sind persönliche und intime, kritische Reflexionen über die Art, wie Menschen – einschließlich die Künstlerin, die selbst in den Werken auftritt – leben, ihren Beruf ausüben und mit Emotionen umgehen.
Obwohl sich die Werke thematisch und stilistisch unterscheiden, sind When the Moon is Full und My Ecstasy is Your Rapture durch die Art der Kameraführung miteinander verbunden, denn das Objektiv ist niemals weiter als eine Armlänge entfernt. Dieser sehr persönliche Blickwinkel beschwört eine gewisse Intimität herauf, aber auch eine Direktheit, die ein unmittelbares Erleben vortäuscht.

 

In When the Moon is Full ist Knights eigene Familie Ansatz- und Bezugspunkt für ihre Fragen über das Schwinden der Erinnerung und das Verhalten im häuslichen Umfeld. Als visueller Essay verfolgt My Ecstasy is Your Rapture eine andere Form der Darstellung und verwebt Handyaufnahmen verschiedener musikalischer Aufführungen sowohl von der Bühne als auch vom Bildschirm miteinander. Knight greift hier die soziale und kulturelle Distanz auf, die der Bildschirm zulässt, und geht der Überlegung nach, dass das Aufnehmen von Dingen und Menschen keine Ausnahme mehr darstellt.

 

Lonely Planet wurde ebenfalls nur mit der Handy-Kamera aufgenommen. Das Video, ein von Knight und Selzer in Costa Rica enstandener Reisebericht, enthält Filmaufnahmen ihrer täglichen Routine und Unternehmungen, durchsetzt mit geschriebenen und gesprochenen Textfragmenten ihrer Gespräche, die sie während und nach dem Filmen geführt haben. Der Prozess der Bearbeitung wird durch Knights und Selzers echte und gespielte Diskussionen demonstriert, die darum kreisen, was in dem Video gezeigt und was verborgen werden soll, aber auch durch die durchgängige Trennung von Bild und Ton. In Lonely Planet suchen die Künstler*innen ihren Platz im Bezug zu Feminismus, Mutterschaft, Natur, „Whiteness“, Angst und Privilegien, und damit die vielschichtige Auseinandersetzung mit der Frage nach der eigenen Position in der Welt. Sie reflektieren dabei das Framing, das allen Erzählungen zugrundeliegt.

 

Chelsea Knights neuestes Werk, Teacher’s College, Columbia University, bedient sich wieder einem anderen formalen Ansatz. Hier sprechen Angestellte des Teacher’s College der Columbia University über ihre privaten Erfahrungen in Leben und Beruf, während sie alte Fotografien beschreiben, die vor Jahrzehnten am College aufgenommen wurden. Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie es institutionellen Räumen wie einer Universität gelingen kann, die Stimmen all jener einzubinden, die oft ungehört oder ungesehen bleiben.

 

FILMS BY CHELSEA KNIGHT WITH SHANE ASLAN SELZER ist Teil des einjährigen Programms HORIZONTAL VERTIGO in der JULIA STOSCHEK COLLECTION in Düsseldorf und Berlin, kuratiert von Lisa Long.

 

Gefördert durch das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf.

 

 

 

BEGLEITPROGRAMM

 

 

KÜNSTLER*INNENGESPRÄCH

mit Chelsea Knight, 27. Juni 2019, 19:30 Uhr

KÜNSTLER*INNENLISTE

Chelsea Knight, Shane Aslan Selzer

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HORIZONTAL VERTIGO:
FILMS BY ARJUNA NEUMAN &
DENISE FERREIRA DA SILVA
SCREENING

15. MAI 2019 – 23. JUNI 2019

„Stell dir vor, es gäbe eine Welt ohne Zeit, ohne Vermessung und ohne die Akkumulation von Wert.“

 

Serpent Rain (2016) und 4 Waters: Deep Implicancy (2019) von Arjuna Neuman und Denise Ferreira da Silva basieren auf ihrer gemeinsamen Forschung über Migration und Verdrängung, Ressourcengewinnung, koloniale Hinterlassenschaften sowie Quantenphysik, Schwarzlicht oder  „Cloud-Subjectivity“ (ein Konzept, das Neuman als Reaktion auf das Wiederaufleben nationalistischer und rassistischer Ansprüche auf die Souveränität von Körpern und Staaten formuliert).

 

In ihrer experimentellen Zusammenarbeit interessieren sich der Künstler und die Philosophin für die Politik und Poetik von zeitbasierten Bildern und konzentrieren sich dabei auf die Spannungen zwischen dem, was sichtbar ist und was undurchsichtig bleibt; was fest erscheint, sich aber im Übergang befindet. Ihre Filme sind eine Ansammlung von Fragmenten eines imaginierten Kosmos, der durch einen Moment der totalen Verwobenheit charakterisiert ist – visuell, auditiv und materiell. Einen Zustand, den sie als „Deep Implicancy“ (zutiefst betroffen sein) bezeichnen.

 

In Serpent Rain wechseln Neuman und Ferreira da Silva zwischen Aufnahmen von Straßenprotesten in London, Ferguson und Baltimore; Found Footage der norwegischen Ölfirma Statoil und und der Dokumentation The Secret Life of Plants (1979); Bilder von Zeichnungen oder Gemälden von Sklavenschiffen (wie z. B. J.M.W. Turners The Slave Ship [1840]); und Tarotkarten. Sie heben die Transformationsprozesse der Elemente hervor (z. B. von Gas zum Festkörper) und zeigen, wie der Mensch auf einer planetaren Ebene mit den Elementen verbunden ist. Unter Verwendung des Begriffs der Verweilzeit (residence time) von Materie weisen sie auf die Zeit hin, die Materie in einer Flüssigkeit wie Wasser verweilt, bevor sie sich vollkommen auflöst. Demnach wird die Materie der zersetzen Körper, die im Ozean ertrunken sind, über Jahrtausende von Fischen und dann von Menschen aufgenommen, bzw. gelangt in die Atmosphäre und fällt im Regen auf die Erde zurück. In der Konsequenz fragen sie: „Was passiert mit dem Menschen, wenn auch er als Element zu begreifen ist?“

 

Auch 4 Waters: Deep Implicancy liegt die Beschäftigung mit der Position des Menschen zwischen den vier Elementen Feuer, Wasser, Erde, Luft zugrunde. Der Film ist in vier Abschnitte gegliedert, die sich jeweils einem Gewässer – dem Mittelmeer, dem Atlantik, dem Pazifik und dem Indischen Ozean – widmen. In diesem Werk suchen Neuman und Ferreira da Silva nach Möglichkeiten, einen Film außerhalb der bestehenden Regeln von Transparenz zu schaffen, indem sie mit den Mitteln der Opazität experimentieren und sich von Schwarzlichteffekten und ultravioletter Strahlung inspirieren lassen.

 

Arjuna Neuman ist Künstler, Filmemacher und Autor. Seine Werke wurden u. a. gezeigt in der Whitechapel Gallery, London; Istanbul Modern, Istanbul; Sharjah Biennale, UAE; Bergen Assembly, Norwegen; im NTU Centre for Contemporary Art, Singapur; auf der 56. Venedig Biennale und SuperCommunity; im Haus Der Kulturen der Welt, Berlin; in KEM, Warschau; Ashkal Alwan und Beirut Art Centre, Libanon; Le Gaite Lyric, Paris; Canadian Centre for Architecture; und in der Rat School of Art, Seoul. Veröffentlichungen in Relief Press, Into the Pines Press, The Journal for New Writing, VIA Magazine, Concord, Art Voices, Flaunt, LEAP, Hearings Journal und e-flux.

 

Dr. Denise Ferreira da Silva beschäftigt sich in ihrer akademischen Forschung und künstlerischen Praxis mit ethischen Fragen der globalisierten Gegenwart und den metaphysischen und ontoepistemologischen Dimensionen modernen Denkens. Sie ist Professorin und Direktorin des The Social Justice Institute (the Institute for Gender, Race, Sexuality, and Social Justice) an der University of British Columbia. Zuvor war sie Associate Professor für Ethnic Studies an der University of Cailfornia in San Diego und die erste Professorin für Ethics sowie Leiterin des Centre for Ethics and Politics an der Queen Mary University in London (2010–2015). Sie forscht in den Bereichen Critical Racial and Ethnic Studies, Feminist Theory, Critical Legal Theory, Political Theory, Moral Philosophy, Postcolonial Studies, und Latin American & Caribbean Studies. Ihre Arbeit im Kunstkontext beinhaltet Texte für Publikationen zu den Biennalen in Liverpool und Sao Paulo, 2016.

 

FILMS BY ARJUNA NEUMAN & DENISE FERREIRA DA SILVA ist Teil des einjährigen Programms HORIZONTAL VERTIGO in der JULIA STOSCHEK COLLECTION in Düsseldorf und Berlin, kuratiert von Lisa Long.

 

Gefördert durch das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf.

 

 

 

BEGLEITPROGRAMM

 

 

KÜNSTLERGESPRÄCH

mit Arjuna Neuman, 15. Mai 2019, 19:30 Uhr

KÜNSTLER*INNENLISTE

Arjuna Neuman, Denise Ferreira da Silva

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HORIZONTAL VERTIGO:
RINDON JOHNSON
CIRCUMSCRIBE

31. MäRZ 2019 – 28. JULI 2019

In CIRCUMSCRIBE, Rindon Johnsons erster institutioneller Einzelausstellung in Europa, untersucht der Künstler materielle und konzeptuelle Formen der Zirkulation und des Eingeschlossenseins in Bezug auf Kapital und Konsum sowie Sprache, Bilder, Körper und neue Technologien. Neben bekannten Werken umfasst die Ausstellung neue Video- und Virtual Reality-Arbeiten, eine ortsspezifische Livestream-Installation sowie einen in Kooperation mit Milo McBride produzierten Soundtrack.

 

Das englische Verb to circumscribe hat unterschiedliche Bedeutungen. Es heißt zum einen „einschränken“ oder „eingrenzen“ und wird in Verbindung mit dem Errichten oder Einhalten von Grenzen gebraucht. Zum anderen bedeutet es „kennzeichnen“ oder „einfassen“ im Sinne von „umranden“ und beschreibt so auch den Umkreis in der Geometrie. Beide Definitionen implizieren jedoch eine räumliche Grenzziehung, die je nach Kontext oder dem jeweiligen Blickwinkel als fürsorglicher Akt oder gewaltsame Maßnahme erachtet werden kann.

 

Johnsons Untersuchungen, die stets mit Sprache beginnen, kehren am Ende auch immer wieder durch die Titel der Werke zu ihr zurück. Jedes einzelne entsteht aus einem konstanten Dreiecksverhältnis aus Lyrik, Video oder Objekt sowie dem oder der Betrachter*in. Für Johnson ist Sprache keine nachträgliche Ergänzung, sondern ein wesentlicher Bestandteil eines jeden Werkes – sie ist eines der zahlreichen Materialien, die er findet, sich aneignet, in neuen Kombinationen zusammensetzt und benutzt, um Fragen hinsichtlich Autonomie und Macht aufzuwerfen. In Johnsons Arbeiten ist es die Sprache, die die Autarkie des Kunstwerks testet, in dem sie nahelegt, dass das skulpturale Objekt und das Geschriebene gleichwertig sind.

 

In diesem Aufeinanderprallen von Sprache, Objekt und Rezipient*innen erforscht Johnson die komplexen Hierarchien, auf denen unsere Gesellschaften gegründet sind, und stellt deren Legitimität und Lesbarkeit auf den Prüfstand. Er tut dies, indem er sich für einen radikal subjektiven und persönlichen Standpunkt entscheidet und in seinen Arbeiten auch solchen Momenten Raum gewährt, die unbestimmt bleiben und mehrdeutig sind. Mithilfe der Sprache richtet Johnson unser Augenmerk auf die oft unterschwellige, gleichwohl tiefgreifende Gewalt, wie sie nicht nur seine eigene Lebenswelt, sondern auch die tagtäglich gelebten Erfahrungen einer und eines jeden von uns prägt. Bedeutungen werden in seiner Arbeit jedoch verschleiert oder zurückgewiesen, sodass jede Äußerung zugleich ein Akt der Ablehnung ist – eine Weigerung, sich den Regeln zu unterwerfen, und andererseits auch eine Weigerung, kommentarlos zu verschwinden. Stattdessen finden wir uns mit einer Sehnsucht konfrontiert, die einengenden Zustände, all die unterschiedlichen Käfige und Kategorisierungen, die unser Hier und Jetzt bestimmen, zu überwinden.

 

CIRCUMSCRIBE ist Teil des einjährigen Programms HORIZONTAL VERTIGO in der JULIA STOSCHEK COLLECTION in Düsseldorf und Berlin, kuratiert von Lisa Long.

 

Gefördert durch das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf.

 

 

 

BEGLEITPROGRAMM

 

 

ARTIST TALK 

mit Rindon Johnson, Eduardo Williams und Lisa Long, 31. März 2019, 15 Uhr (in englischer Sprache)

 

 

STUDIO 54

Werkauswahl von Rindon Johnson, 17. April 2019, 19:30 Uhr

 

Künstler*innen: Aria Dean, Sara Magenheimer, Eduardo Restrepo Castaño, Diamond Stingily, Jordan Strafer und Marina Xenofontos

 

 

LESUNG 

von Rindon Johnson, Hannah Black & Shiv Kotecha, 14. Juli 2019, 15 Uhr

KÜNSTLER*INNENLISTE

Rindon Johnson, Milo McBride

BEGLEITHEFT

Begleitend zur Ausstellung ist eine kostenloses Begleitheft erschienen, die hier als Download erhältlich ist.

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HORIZONTAL VERTIGO:
FILMS BY EDUARDO WILLIAMS
SCREENING

31. MäRZ 2019 – 5. MAI 2019

Das begleitende Filmprogramm zu HORIZONTAL VERTIGO eröffnet mit drei Werken des argentinischen Filmemachers Eduardo Williams. Charakteristisch für sein Werk, das hier mit Parsi (2018), Tôi quên rôi! (I forgot!) (2014) und Pude ver un Puma (Could see a Puma) (2011) vorgestellt wird, ist das Umhertreiben von Individuen und Gruppen von Menschen durch geografische, soziale und kulturelle Landschaften, die durch digitale Technologien miteinander verbunden sind.

 

Williams jüngster Film, Parsi, wurde mit einer 360°-Kamera aufgenommen und anschließend in einem Virtual-Reality-Headset von Williams geschnitten. Inspiriert von dem Gedicht No Es von Mariano Blatt, das eine fortlaufende Liste von Dingen und Zuständen präsentiert, die „sein könnten aber nicht sind“, hat Williams seine Bewegungen vom Rhythmus der Sprache und Abfolge der Aufnahmen im virtuellen Schnittraum leiten lassen. Obwohl Williams während der Dreharbeiten anwesend war, hat er die Kamera seinen Darsteller*innen überreicht, die sich gehend, laufend und auf Rollschuhen durch Bissau, die Hauptstadt von Guinea-Bissau, im Alltag fortbewegten. Wie häufig in seinen Filmen agieren die Darsteller*innen nicht für die Kamera oder Betrachter*innen. Stattdessen müssen diese ihnen gezwungenermaßen folgen, während sie durch ihnen bekannte Umgebungen streifen.

 

Der Film Tôi quên rôi! (I forgot!) beginnt unter Wasser vor der Küste Vietnams und endet mit einer von oben aufgenommenen Einstellung einer einsamen und nur halbfertiggebauten Vorstadtlandschaft. In Tôi quên rôi! werden die Zuschauer*innen von Hauptdarsteller Trung und seinen Freund*innen unauffällig durch die Straßen und Bars Hanois geführt. Während sich der Film entfaltet, stellt er einen langsamen und allmählichen Aufstieg dar, eine absichtliche Verschiebung des Blickwinkels von unten hinauf nach oben. Im Vergleich dazu zeichnet sich Pude ver un Puma (Could See a Puma) durch eine allmähliche Abwärtsbewegung aus. In diesem Film steigt eine Gruppe junger Männer von den Dächern einer Stadt herab, um eine verlassene und zerstörte Landschaft zu erkunden, bis sie plötzlich verschwinden und scheinbar von der Erde verschluckt werden.

 

Durch die langen, dokumentarisch anmutenden Kameraeinstellungen und die detaillierte Bildsprache wird die Aufmerksamkeit der Betrachter*innen nicht gebündelt, sondern über jeden Frame zerstreut. Dabei treten weitere Bild- oder Sprachfragmente hervor, die keinen Aufschluss über das Gesehene bieten. Wie das Gedicht von Blatt in Parsi vermuten lässt, zeigen Williams Filme was „sein könnte aber nicht ist“. Zumindest noch nicht.

 

FILMS BY BY EDUARDO WILLIAMS ist Teil des einjährigen Programms HORIZONTAL VERTIGO in der JULIA STOSCHEK COLLECTION in Düsseldorf und Berlin, kuratiert von Lisa Long.

 

Gefördert durch das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf

 

 

 

BEGLEITPROGRAMM

 

 

ARTIST TALK 

mit Rindon Johnson, Eduardo Williams und Lisa Long, 31. März 2019, 15 Uhr (in englischer Sprache)

KÜNSTLER*INNENLISTE

Eduardo Williams

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NEW METALLURGISTS

7. OKTOBER 2018 – 28. APRIL 2019

Unter dem Titel NEW METALLURGISTS widmet sich die JULIA STOSCHEK COLLECTION erstmalig einer neuen Generation chinesischer Gegenwartskünstler*innen.

 

Die Idee zu dieser Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit der chinesischen Künstlerin Cao Fei und dem Wissenschaftler und Kurator Yang Beichen entwickelt.

 

Seit den frühen 2000er-Jahren begleitet die JULIA STOSCHEK COLLECTION das Werk der in Peking lebenden Künstlerin Cao Fei. Neben ihrer raumgreifenden Installation Whose Utopia (2006) befinden sich noch drei weitere zeitbasierte Werke im Bestand der Sammlung. Diese Werke sind parallel in der Werkschau der Künstlerin im K21 in Düsseldorf (7. Oktober 2018 – 15. Januar 2019) zu sehen.

 

Ausgehend von den französischen Theoretikern Gilles Deleuze und Félix Guattari, die die Gewinnung und Verarbeitung von Metall, die sogenannte „Metallurgie“ als paradigmatisches Beispiel einer nomadischen Kunst bezeichnet haben, beschreibt die Ausstellung NEW METALLURGISTS den Künstler als neuen Metallurgen. Dem Kurator Yang Beichen zufolge ist diese Analogie naheliegend, da sich die Metallurgen nicht nur an den spezifischen Eigenschaften unterschiedlicher Materialen und deren Bearbeitung orientieren, sondern vielmehr hybridisieren und verschmelzen die Künstler in ihren Werken verschiedensten zeitgenössischen Themen.

 

„Die Arbeit der neuen Metallurgen überwindet alle Grenzen zwischen Wissen und Tun, sie sind transdisziplinäre Schaffende, die sich in ihren Arbeiten über die eigene Körperlichkeit hinwegsetzten. Es ist das Wirken an sich was die Ausstellung abzubilden versucht.“ (Yang Beichen)

 

So entstand eine Ausstellung mit 16 Werken von acht zeitgenössischen Künstler*innen aus China, die ihre pluralistische und global geprägte Weltanschauung reflektieren und deutlich machen, dass der vom exotischen Orientalismus geprägte Blick auf das klassische China obsolet geworden ist. Viele der Werke reflektieren diese neue Realität in der Sichtbarmachung einer Mulitdimensionalität von Zeitlichkeit. So kontrastiert beispielsweise der Künstler Zheng Yuan in seiner Arbeit Dream Delivery (2018), welche in einem Shanzhai-Vergnügungspark gedreht wurde, das Konzept von Zeitlichkeit in einer verlangsamten Kulisse: Kuriere die sonst permanent in Eile sind, verwandeln sich in Statuen in dieser künstlichen Landschaft. Der Künstler macht durch die Verlangsamung seine eigene zeitliche Perspektive auf die Gesellschaft plastisch wahrnehmbar und visualisiert auf diese Weise die Schattenseiten des globalen Kapitalismus.

 

Auch Zhu Payne beleuchtet in dem Werk Competition of Spokesperson (2017) die wachsende wirtschaftliche Potenz Chinas. Die für sein Werk signifikante Auseinandersetzung mit den Produktions-und Kommunikationsmodi des Kapitalismus visualisiert Zhu Payne in dieser Arbeit über einen Werbefilm der fiktiven Sportmarke LIKE, deren Name an den Global Player NIKE angelehnt und hier kritisch-humoristisch verkehrt wird. Hierfür entwirft er ein eigenes Logo und Sportbekleidung. Afrikanische Immigranten fungieren, ähnlich afroamerikanischer Sportler in der kommerziellen Werbung, als Markenbotschafter dieser künstlichen Marke.

 

Die in NEW METALLURGISTS versammelten künstlerischen Beiträge verweisen auf ein futuristisches Verständnis von nichtlinearer Temporalität und Vitalität und legen offen, in welchen Grenzbereichen sich die Künstler*innen bewegen und danach streben, diese aufzusprengen.

KÜNSTLER*INNENLISTE

Fang Di, Liu Yujia, Shen Xin, Song Ta, Wang Tuo, Yao Qingmei, Zheng Yuan, Zhu Payne

AUSSTELLUNGSBROSCHÜRE

Begleitend zu der Ausstellung ist eine Broschüre mit Texten von CAO Fei, Yang Beichen und Monika Kerkmann erschienen. Jetzt bestellen

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GENERATION LOSS
10 YEARS JULIA STOSCHEK COLLECTION

10. JUNI 2017 – 9. SEPTEMBER 2018

Nach über fünfzehn Ausstellungen, acht internationalen Kooperationsprojekten mit über 100.000 Besuchern feiert die JULIA STOSCHEK COLLECTION im Juni 2017 ihr 10-jähriges Jubiläum.

 

Die Jubiläumsausstellung mit dem Titel GENERATION LOSS wird vom britischen Künstler Ed Atkins konzipiert.

 

Video ist zum populärsten Medium unserer Zeit geworden. Die Synthese verschiedener Technologien hat Video zum populärsten Medium unserer Zeit gemacht. Seine Technik und Distribution sind in den letzten beiden Jahrzehnten sowohl vereinfacht als auch komplexer geworden. Diese Weiterentwicklung durchdringt auch die künstlerische Praxis. In der Wechselwirkung von kreativer Erweiterung und neuen technischen Möglichkeiten entstehen nicht nur neue Inhalte und Formate, sondern verändert sich auch die Rezeption von Kunst.

 

Der Begriff „Generation Loss“ (dt. Generationsverlust) bezeichnet zunächst den Prozess der Qualitätsverschlechterung von sukzessiv kopierten oder komprimierten Daten auch infolge ständig sich verändernder Technologien. Dieser Verlust von Qualität gilt nicht nur für Dateiformate oder Datenträger, sondern manifestiert sich auch im ideologischen Sinne in Politik, Kultur, Natur oder allgemein im gesellschaftlichen Wandel von einer Generation zur nächsten.

 

Grundidee des Ausstellungskonzepts ist es, die Wechselbeziehungen innerhalb der Sammlung aufzuzeigen und auch die Art und Weise wie Generationen – von Künstlern ebenso wie von Technologien – ihre Vorläufer beerben, hinter sich lassen, verändern und unterwandern. Im Zentrum steht die Frage, wie diese Art der Beeinflussung zu Aufbegehren, Korrektur und Annäherung führen kann und schlussendlich die Beobachtung, dass das künstlerische Bewegtbild ein auf einzigartige Weise reaktives Medium ist, das wie keine andere Gattung an den Wandel von Mainstreamtechnologie gebunden ist.

 

Formal verbindet die Ausstellung die Arbeiten in ganz direkter Weise: Projektionen werden in choreografierten Abfolgen und in räumlicher Nähe zueinander gezeigt. Diese Nähe wird zum Teil durch den Einsatz von Akustikglas ermöglicht, dass den Sound der einzelnen Projektionen trennt, gleichzeitig aber den Durchblick auf andere Räume und Arbeiten gewährt. Ziel ist es, die übliche Isolation von Videoinstallationen aufzuheben. Keine Arbeit für sich, alle Arbeiten in Relation zueinander.

KÜNSTLER*INNENLISTE

Eleanor Antin, Ed Atkins & Simon Thompson, Charles Atlas, Lutz Bacher, Bernadette Corporation, Lynda Benglis, Johanna Billing, Dara Birnbaum, Hannah Black, Chris Burden, Matt Calderwood, Patty Chang, Ian Cheng, Jen DeNike, Nathalie Djurberg & Hans Berg, Cheryl Donegan, Trisha Donnelly, Cao Fei, Peter Fischli & David Weiss, Dara Friedman, Cyprien Gaillard, Douglas Gordon, Barbara Hammer, Christian Jankowski, Joan Jonas, Jesper Just, Imi Knoebel, Mark Leckey, Klara Lidén, Gordon Matta-Clark, Paul McCarthy, Lutz Mommartz, Bruce Nauman, Jon Rafman, Lucy Raven, Reynold Reynolds & Patrick Jolley, James Richards, Rachel Rose, Jack Smith, Wolfgang Tillmans, Ulay & Marina Abramović, Steina Vasulka, Klaus vom Bruch, Hannah Wilke, Jordan Wolfson, Tobias Zielony

AUSSTELLUNGSKATALOG

Hrsg. JULIA STOSCHEK FOUNDATION e.V.
Texte von Ed Atkins, Julia Stoschek, Andreas Weisser
Sprache: Deutsch, Englisch
Juni 2017. 468 Seiten
Format: 21,50 x 27,50 cm
Hardcover, gebunden
mit Prägung

 

ISBN: 978-3-7356-0384-5
Museumsausgabe: 60 €
Buchhandelsausgabe: 68 €

 

Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der JULIA STOSCHEK COLLECTION konzipierte der britische Künstler Ed Atkins die Ausstellung GENERATION LOSS. Der Begriff bezeichnet den Prozess der Qualitätsverschlechterung von Daten insbesondere infolge sich verändernder Technologien. Dieser Verlust von Qualität manifestiert sich jedoch auch im ideologischen Sinne, im gesellschaftlichen Wandel von einer Generation zur nächsten. Der Katalog greift diese Analogien auf und nimmt sich der Frage an, wie sich die Rezeption für das Bewegtbild von den 1970er Jahren bis heute verändert hat.  Neben Video- und Filmstills enthält der Katalog historisches Material der gezeigten Werke sowie Installationsansichten der Ausstellung. Jetzt bestellen

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NUMBER THIRTEEN:
FACTORY OF THE SUN /
MISSED CONNECTIONS

15. OKTOBER 2016 – 26. FEBRUAR 2017

Unter dem Titel NUMBER THIRTEEN wurden zwei Ausstellungskonzepte in der JULIA STOSCHEK COLLECTION in Düsseldorf vereint.

 

Im Zentrum der Präsentation steht die großformatige Videoinstallation Factory of the Sun von Hito Steyerl, die mit Unterstützung der JULIA STOSCHEK COLLECTION auf der Biennale in Venedig 2015 im Deutschen Pavillon erstmalig gezeigt wurde und nun den zentralen Platz im zweiten Ausstellungsgeschoss einnimmt. Die Filmemacherin und Autorin gilt als kritische Beobachterin unserer globalisierten Welt im digitalen Zeitalter. Ihre künstlerische Praxis beschreibt präzise die Fluidität und Veränderlichkeit von Bildern – angefangen bei ihrer Produktion und Übersetzung bis hin zu ihrer Interpretation und Zirkulation.

 

In Factory of the Sun verknüpft Hito Steyerl die symbolisch aufgeladene Kraft der Sonne mit der gewaltigen Macht unserer heutigen digitalisierten Realität. Das Motiv des Sonnenlichts verwendet Steyerl in dieser Installation sinnbildlich für eine komplexe Auseinandersetzung mit Alltags- und Überwachungstechnologien, um die Dialektik von Freiheit und Gefangensein zu verhandeln.

 

Parallel dazu, aber räumlich voneinander getrennt, hat die Künstlerin Jennifer Chan auf Einladung von Hito Steyerl und in Kooperation mit der JULIA STOSCHEK COLLECTION im ersten Stock die Gruppenausstellung MISSED CONNECTIONS kuratiert.

 

MISSED CONNECTIONS (dt.: verpasste Verbindungen) setzt sich kritisch mit dem Überfluss und den Exzessen unserer technokratischen Gesellschaft auseinander. Der Titel der Ausstellung beruht auf einem Forum auf Craigslist, in dem Menschen, die sich Hals über Kopf in einen Fremden verliebt haben, in der Hoffnung auf ein Wiedersehen etwas posten können. Chan geht davon aus, dass es in den Bereichen Technologie und Kultur zahlreiche verpasste Gelegenheiten für eine kritische Analyse von Macht und Identität gibt.

 

Die Ausstellung umfasst elf Arbeiten von sechs Künstlern, die mit ihrem jeweils eigenen visuellen Vokabular den Versuch unternehmen, sich von den herkömmlichen Narrativen unserer digitalen Realität und Populärkultur zu lösen. Chan hinterfragt dabei gezielt die vermeintlich nutzerfreundlichen Funktionen, wie sie die Digitalisierung mit sich bringt. In diesem Zusammenhang beziehen sich die einzelnen Beiträge auf einen unterschwelligen postkolonialen Diskurs an der Schnittstelle von Ethnie, Gender und heutigen Arbeitsbedingungen.

 

Die Ausstellung wird ergänzt durch zwei Veranstaltungen am Eröffnungsabend – Der Künstler Devin Kenny führte seine Performance A Small Bird Will Drop Frozen (The Arc Bends Towards Justice) auf und im Anschluss daran fand ein Gespräch zwischen den Künstlern Devin Kenny, Lawrence Lek, Hito Steyerl und der Kuratorin Jennifer Chan, moderiert von der Dozentin und Autorin Melissa Gronlund (in englischer Sprache) statt.

KÜNSTLER*INNENLISTE

Morehshin Allahyari, Hamishi Farah, Devin Kenny, Lawrence Lek, Sandra Mujinga, Sondra Perry, Hito Steyerl

AUSSTELLUNGSBROSCHÜRE

Zu den Ausstellungen ist eine zweisprachige Broschüre mit Texten zu den einzelnen Arbeiten erschienen. Jetzt bestellen

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NUMBER TWELVE:
HELLO BOYS

13. FEBRUAR 2016 – 31. JULI 2016

NUMBER TWELVE: HELLO BOYS spannt einen Bogen von den feministischen Video- und Performance-Pionierinnen der 1970er Jahre zu ausgewählten Positionen zeitgenössischer Künstlerinnen in Fotografie und Videokunst.

 

Die Ausstellung mit Werken aus der JULIA STOSCHEK COLLECTION trägt den Titel der Videoperformance Hello Boys (1975) von Hannah Wilke und nimmt dieses Werk auch als kuratorischen Ausgangspunkt für die Wahrnehmung und Darstellung von weiblicher Identität. Eine Vielzahl von Künstlerinnen nutzte das damals junge Medium Video zur Dokumentation ihrer performativen Werke. Darin erarbeiteten sie eine genuine künstlerische Haltung und Ästhetik. Eleanor Antin, Lynda Benglis, VALIE EXPORT, Barbara Hammer, Joan Jonas, Martha Rosler, Gwenn Thomas und Hannah Wilke stehen für den Ausdruck des femininen Selbst aus Sicht der jeweils eigenen Fragestellung zur Körperlichkeit, Geschlechterrolle und Perspektive.

 

In den zeitgenössischen Fotografien und Videoarbeiten von Lutz Bacher, Jen DeNike, Trisha Donnelly, Marie-Jo Lafontaine und Klara Lidén ist eine veränderte Qualität von Wahrnehmungsinhalten und künstlerischer Formulierung erkennbar. Diese Werke haben sich von einer unmittelbaren Selbstbeobachtung emanzipiert. Aus einem distanzierteren Blickwinkel werden Weiblichkeit und Männlichkeit in der mediatisierten Lebenswelt, in filmischen Archetypen und in performativer Aktion neu verhandelt.

KÜNSTLER*INNENLISTE

Eleanor Antin, Lutz Bacher, Lynda Benglis, Jen DeNike, Trisha Donnelly, VALIE EXPORT, Barbara Hammer, Joan Jonas, Marie-Jo Lafontaine, Klara Lidén, Martha Rosler, Gwenn Thomas, Hannah Wilke

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NUMBER ELEVEN:
CYPRIEN GAILLARD

26. SEPTEMBER 2015 – 31. JULI 2016

Die Ausstellung der JULIA STOSCHEK COLLECTION widmete sich dem Werk des französischen Künstlers Cyprien Gaillard (1980 in Paris geboren, lebt und arbeitet in New York und Berlin).

 

Cyprien Gaillards Schaffen kennzeichnet die Suche nach Monumenten, Architekturen und Artefakten, deren ursprüngliche Bedeutung in der Gegenwart verlorengegangen zu sein scheint. Sein nomadischer Blick orientiert sich dabei an gestalteter und unberührter Natur und hält zuweilen dort inne, wo Verfall seine Schönheit entfaltet oder Gewalteinwirkungen der Landschaft Narben hinzugefügt haben. Damit stellt Gaillard eindringlich Zeiten und Orte dar, in denen die ökonomischen und kulturellen Bedürfnisse unserer Gegenwart auf architektonische Vermächtnisse und regionales kulturelles Erbe treffen. Jede der Filmarbeiten Gaillards umkreist auf ihre Weise die Mythen der verschiedenen Szenerien und zeigt dabei, wie ein überholter Drang nach Utopie und die damit einhergehenden Glaubenssysteme mit den aktuellen sozialen Bedingungen und politischen Realitäten kollidieren.

 

Die umfassende Präsentation verdichtete nicht nur das filmische Werk des Künstlers, sondern wurde programmatisch durch Papierarbeiten in skulpturalen Displays ergänzt. Das Spektrum der Arbeiten reichte von früheren Werken aus der Mitte der 2000er Jahre hin bis zu speziell für die Präsentation in der JULIA STOSCHEK COLLECTION produzierten Werken.

 

Die Ausstellung wurde ergänzt durch ein öffentliches Begleitprogramm mit Vorträgen sowie dem monatlichen STUDIO 54-Filmprogramm, für das Gaillard andere filmische Positionen ausgewählt hatte.

 

Ein Höhepunkt dieser Ausstellung wurde erstmalig nicht innerhalb der Räumlichkeiten der JULIA STOSCHEK COLLECTION gezeigt. Der großformatige 3-D-Film Nightlife (2015) war in Kooperation mit der Kunststiftung Nordrhein-Westfalen im K20 der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, vom 30. Januar bis zum 3. April 2016 zu sehen.

KÜNSTLER*INNENLISTE

Cyprien Gaillard

AUSSTELLUNGSBROSCHÜRE

Zur Ausstellung ist eine zweisprachige Broschüre mit Texten zu den einzelnen Arbeiten und einem Essay von Natalia Valencia Arango (freie Kuratorin, lebt und arbeitet in Mexiko-Stadt), in dem die Arbeit Nightlife ausführlich behandelt wird, erschienen. Jetzt bestellen

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WU TSANG
A DAY IN THE LIFE OF BLISS

15. APRIL 2015 – 2. AUGUST 2015

Anlässlich der Art Cologne 2015 zeigte die JULIA STOSCHEK COLLECTION die Zweikanal-Videoinstallation A day in the life of bliss (2014) der US-amerikanischen Künstlerin, Performerin und Filmemacherin Wu Tsang im Düsseldorfer Sammlungsgebäude. Wu Tsang (geboren 1982, lebt und arbeitet in Los Angeles) ist an Identitätsbildungen und Kodierungen sozialer Gemeinschaften interessiert. Ihr Engagement in der Queer- und Transgenderszene verortet ihre Filme und Videos im „Underground“ als Handlungsraum des kulturellen Widerstands.

 

A day in the life of bliss erzählt im Stil eines Science-Fiction Szenarios die Geschichte der als Popstar gefeierten Performerin Bliss. Diese lebt in einer von einem totalitären Überwachungssystem dominierten Welt in der nahen Zukunft. Eine künstliche Intelligenz namens Looks benutzt die Sucht nach Selbstdarstellung in den digitalen sozialen Netzwerken, um die Gesellschaft zu kontrollieren. Bliss hat ein ambivalentes Verhältnis zu ihrer Berühmtheit und führt ein subversives Doppelleben in der Untergrundszene.

 

Dargestellt wird Bliss von der US-amerikanischen Performancekünstlerin boychild. Ihre androgyne Körperlichkeit und tänzerische Ausdruckskraft steht dem übermächtigen Verlust der Physis und der Entpersonalisierung sozialer Kontakte gegenüber.

 

Die Zweikanal-Videoinstallation wird von zwei großflächigen Spiegelscreens, von denen einer ein sogenannter Spionspiegel ist, verdoppelt und überträgt die Übergänge der Inhaltsebenen von der digitalen zur „tatsächlichen“ Realität in den Ausstellungsraum.

 

A day in the life of bliss ist als fortlaufendes gemeinsames Filmprojekt von Wu Tsang und boychild konzipiert und steht in direktem Zusammenhang mit der Performance Moved by the Motion von Wu Tsang, boychild und dem Musiker Patrick Belaga, die im Februar 2015 in der JULIA STOSCHEK COLLECTION in Kooperation mit der Kunsthalle Düsseldorf aufgeführt wurde.

 

Diese Performance ist als Traumszene in die Handlung von A day in the life of bliss integriert. Der Traum repräsentiert unterschiedliche psychische Zustände bzw. Alter Egos der Hauptfigur Bliss und geht damit komplexen psychologischen Mustern auf den Grund.

KÜNSTLER*INNENLISTE

Wu Tsang

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NUMBER TEN:
TRISHA DONNELLY

7. FEBRUAR 2015 – 31. JANUAR 2016

Die JULIA STOSCHEK COLLECTION freut sich, im achten Jahr ihres Bestehens die nunmehr zehnte Ausstellung mit ausgewählten Arbeiten der 1974 geborenen US-amerikanischen Künstlerin Trisha Donnelly zu präsentieren.

 

Die gezeigten Werke aus der Sammlung reichen von Bewegtbild und Fotografie, über Klanginstallation zur Skulptur. Das Ensemble dehnt sich physisch als auch immateriell in den Raum aus, dabei verdichten sich Möglichkeiten der Transformation verschiedener Sinneseindrücke und Realitäten. In einer stets fluiden Interaktion zwischen der Welt des Dinglichen und des Vorgestellten schafft Trisha Donnelly Momente absoluter Konzentration.

KÜNSTLER*INNENLISTE

Trisha Donnelly

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NUMBER NINE:
ELIZABETH PRICE

6. SEPTEMBER 2014 – 1. FEBRUAR 2015

Diese Ausstellung in der JULIA STOSCHEK COLLECTION widmete sich der britischen Künstlerin und Turner-Prize-Trägerin von 2012, Elizabeth Price (1966 geboren in Bradford, Großbritannien, lebt und arbeitet in London, Großbritannien).

 

Elizabeth Price arbeitet seit 2006 vornehmlich mit dem digitalen Bewegtbild. Zentrales Interesse ihrer konzeptuellen, institutionskritischen Arbeiten ist die Untersuchung der Bedeutung von kulturellen Artefakten, Sammlungen und Archiven. Jedes Werk entsteht zunächst aus der Idee zu einem Ort und dessen Historie. Price erforscht in einer analytischen Erkundung des jeweiligen Ortes alle nur erdenklichen Materialquellen und entwirft sich dort zutragende filmische Geschichten ohne unmittelbare Handlungsbeteiligung von Menschen. Anstatt Personen verwendet sie historische Artefakte, Archivbilder und Dokumente, um soziale Begegnungen zu inszenieren und kollektive Ängste und Sehnsüchte darzustellen. Bilder, Texte und Klänge werden als Episoden komponiert, sodass wir uns durch verschiedene Bereiche bewegen, die uns auf unterschiedliche Weise an Lehrveranstaltungen, filmische Melodramen oder kommerzielle Werbung erinnern. Kategorisierungen und Referenzsysteme werden in dieser prozessualen Praxis ihrer ursprünglichen Bedeutung enthoben, entwickeln ein Eigenleben und erfahren eine räumliche und zeitliche Ausdehnung durch die Neuordnung der Narration im Video.

 

In enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin ist eine Ausstellung entstanden, die sich aus dem Sammlungsbestand der JULIA STOSCHEK COLLECTION sowie einer Leihgabe der Künstlerin zusammensetzte. Korrespondierend zu ihren Videos war die Szenografie der Ausstellung in einer speziellen Reihenfolge rhythmisiert, die Interieurs und installative Raumelemente miteinschloss. Die Ausstellung bot erstmalig in Deutschland einen fundierten Überblick über ihr bisheriges Schaffen.

 

 

BEGLEITPROGRAMM

 

Die Ausstellung begleitete ein umfangreiches Rahmenprogramm bestehend aus einem von der Künstlerin zusammengestelltem Filmprogramm STUDIO 54, sowie einer mehrteiligen Konzertreihe mit dem Titel The Architecture of Sound und ein Vortrag der Künstlerin (23. Januar 2015, 19:30 Uhr).

KÜNSTLER*INNENLISTE

Elizabeth Price

AUSSTELLUNGSBROSCHÜRE

Zur Ausstellung ist eine zweisprachige Broschüre mit Texten zu den einzelnen Arbeiten erschienen. Jetzt bestellen

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NATHALIE DJURBERG & HANS BERG
THE EXPERIMENT

8. APRIL 2014 – 1. JUNI 2014

Anlässlich der Art Cologne 2014 präsentierte die JULIA STOSCHEK COLLECTION die Dreikanal-Videoinstallation The Experiment von Nathalie Djurberg im Düsseldorfer Sammlungsgebäude.

 

Die Animationsfilme von Djurberg (* 1978 in Lysekil, Schweden) faszinieren, amüsieren, verstören und schockieren. In ihren Werken verarbeitet die Künstlerin die dunklen Seiten der menschlichen Psyche – Perversionen, sexuelle Gewalt, Ängste, Hochmut und Eitelkeit werden in ironischer und gleichzeitig fast schmerzhafter Art und Weise durchdekliniert. In den in ihrer Ästhetik an Kinderfilme erinnernden Videos werden aus Plastilin gefertigte Knetfiguren durch das Stop-Motion-Verfahren zum Leben erweckt.

 

Die Dreikanal-Videoinstallation The Experiment (2009), bestehend aus den Videos Forest, Cave und Greed, wurde erstmals 2009 auf der 53. Biennale von Venedig präsentiert. Während Greed aufgrund von biblischen Symbolen auf Macht, Gier und sexuelle Gewalt innerhalb der katholischen Kirche anspielt, widmen sich Cave und Forest den Themen Exhibitionismus, Voyeurismus und Sadismus. Auf den ersten Blick suggerieren die schrillbunten Staffagen eine niedliche, belustigende Szenerie. Doch die Idylle trügt: Hinter der Fassade kommt eine Welt zum Vorschein, die jenseits von Gut und Böse zu sein scheint und schonungslos die Abgründe der Gesellschaft offenbart. Die Knetfiguren leben ihre sexuellen Lüste aus oder werden auf brutaler Weise gequält, sodass die Szenen einerseits eine Faszination des Verbotenen und anderseits ein abstoßendes Gefühl auf den Betrachter ausüben.

 

Die Musik und Klangeffekte zur Videoinstallation wurden von dem Musiker Hans Berg komponiert.

 

Parallel zur Sonderpräsentation in der JULIA STOSCHEK COLLECTION zeigte der Kölnische Kunstverein unter dem Titel Maybe This Is A Dream jüngst entstandene Werke des Künstlerduos Nathalie Djurberg & Hans Berg. Die Ausstellung wurde von Julia Stoschek unterstützt.

KÜNSTLER*INNENLISTE

Nathalie Djurberg & Hans Berg

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NUMBER EIGHT:
STURTEVANT

5. APRIL 2014 – 10. NOVEMBER 2014

Im Rahmen der Quadriennale 2014 präsentierte die JULIA STOSCHEK COLLECTION eine Einzelschau der US-Amerikanerin STURTEVANT (geboren in Lakewood, Ohio, gestorben 2014 in Paris). Die in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin entwickelte Ausstellung konzentriert sich erstmals in dieser Intensität auf ihr medienbasiertes Werk.

 

Seit ihrer ersten Ausstellung 1965 in der Bianchini Gallery in New York hinterfragt STURTEVANT durch Wiederholung von Kunstwerken das traditionelle Verständnis des künstlerischen Schaffensprozesses, sowie die Kunst hinsichtlich Originalität, Autonomie und Autorenschaft.

 

STURTEVANTs radikaler, konzeptuell rigoroser Ansatz wurde oft missverstanden. Ihr Schaffen begründet sich nicht in der bloßen Nachbildung oder reinen Imitation eines Kunstwerkes, sondern in der Kraft und Bewusstseinsschärfung, die aus der differenzierten „Wiederholung“ entsteht. STURTEVANT interessiert der Denkprozess − der Sprung von der Abbildung im Bild zum Konzept im Kopf − sie bildet nicht ab, sondern stellt Fragen.

 

Bereits in den 1960er- und 1970er-Jahren löste die Künstlerin Kontroversen aus. Die von ihr „wiederholten“ Werke etwa von Marcel Duchamp, Andy Warhol, Jasper Johns oder Joseph Beuys wurden in der späteren Rezeption zu ikonischen Meisterwerken.

 

Im Zeitalter der digitalen Revolution geht sie erstmals erkennbar auf Distanz zum Original. Die Idee der handgearbeiteten Wiederholung erscheint für sie überholt. Die Einbeziehung von Bildern der Massenmedien ebenso wie ihr eigenes gefilmtes Material führte ab dem Jahr 2000 vermehrt zu zeitbasierten Arbeiten. Mit den ästhetischen und formalen Möglichkeiten des World Wide Web analysiert sie die Ursprünge von Wissen, Kunst und Kultur, und geht der Frage nach, wie diese produziert und geteilt werden können. STURTEVANT beschäftigt sich mit der Allgegenwart von Bildern und der Frage nach dem Original in einer von Simulacra geprägten Cyberrealität.

 

Schon seit Dekaden kommentiert sie aktuelle Kunstbewegungen. Damit demonstriert sie bis heute einen außerordentlichen kunsthistorisch-philosophischen Weitblick. Ihre einzigartige Zeitgenossenschaft steht exemplarisch für den Schwerpunkt der JULIA STOSCHEK COLLECTION und greift im Sinne des Leitgedankens der Quadriennale „Über das Morgen hinaus“.

 

Die Ausstellung wurde neben den medienbasierten Werken aus dem Sammlungsbestand mit Leihgaben ergänzt.

KÜNSTLER*INNENLISTE

STURTEVANT

AUSSTELLUNGSBROSCHÜRE

Zur Ausstellung ist eine zweisprachige Broschüre erschienen. Jetzt bestellen

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NUMBER SEVEN:
ED ATKINS / FRANCES STARK

7. SEPTEMBER 2013 – 22. FEBRUAR 2014

Im Rahmen der NUMBER SEVEN präsentierte die JULIA STOSCHEK COLLECTION zwei Künstler in einer Doppelausstellung – den Briten Ed Atkins und die US-Amerikanerin Frances Stark.

 

Ed Atkins und Frances Stark reflektieren in ihren multidisziplinären Ansätzen den Wandel der künstlerischen Formfindung sowie den Aspekt der Repräsentation in der medialen Bildwelt. Charakteristisch für das Werk beider Künstler, die auch literarisch arbeiten, ist die Untersuchung der vielfältigen Wechselbeziehungen von Bild und Text.

 

Unter Verwendung der aktuellen Computertechnik erzeugen sie ein komplexes Gefüge aus Zeichen, Textfragmenten und autobiografischen Referenzen, die als Hypertext in ihre visuelle Arbeit einfließen. Schwerpunkt der Ausstellung bilden die Videoinstallationen. Collagen und skulpturale Objekte komplettieren die Auswahl der Werke.

 

Das Konzept der Ausstellung skizzierte eine Abfolge von individuellen Räumen, um beide Künstler in einen Dialog zu setzen. Die Zusammenstellung der Werke vergegenwärtigt die Transformation des klassischen Bewegtbilds zur digitalen Bildproduktion. Damit verfolgt die JULIA STOSCHEK COLLECTION konsequent den Anspruch auf Zeitgenossenschaft im Bereich Time-based Media.

 

High-Definition-Bildtechnologien bilden den Ausgangspunkt von Ed Atkins’ künstlerischer Praxis. Dabei untersucht er vor allem die einseitige Fokussierung auf die technische Perfektion der Abbildungsqualität gegenüber einer haptisch nicht mehr greifbaren Erscheinung der digitalen Medienformate. Angesichts einer daraus resultierenden Entkörperlichung formuliert Atkins in seinen Installationen eine Ästhetik des Verschwindens entlang der zentralen Leitmotive Krankheit und Tod.

 

Frances Stark entwirft für ihr künstlerisches Werk ein vielschichtiges System aus Referenzen, das sich vor allem mit der Fragestellung nach Autorenschaft und dem eigenen künstlerischen Schaffensprozess auseinandersetzt.

 

Ihre gattungsübergreifenden Arbeiten sind Ausdruck ihres Ringens um Worte und deren Bedeutung. Kurzzitate, Musik, Literatur, Popkultur, autobiografische Aufzeichnungen und Erfahrungen dienen als Grundlage für ihre Videoinstallationen, Performances, Skulpturen und Arbeiten auf Papier.

 

In Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Zürich und der Kunsthalle Mainz ist zu den Werken von Ed Atkins eine Monographie im JRP|Ringier Kunstverlag entstanden (ausverkauft).

KÜNSTLER*INNENLISTE

Ed Atkins, Frances Stark

AUSSTELLUNGSBROSCHÜRE

Zur Ausstellung ist eine zweisprachige Broschüre mit Texten zu den einzelnen Arbeiten erschienen. Jetzt bestellen

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NUMBER SIX:
FLAMING CREATURES

8. SEPTEMBER 2012 – 29. JUNI 2013

Als „die Liebe zum Unnatürlichen, zum Trick, zur Übertreibung“, so bezeichnet die Autorin Susan Sontag den Begriff des „Camp“. Dieser ist zentraler Leitgedanke in der Neupräsentation der JULIA STOSCHEK COLLECTION.

 

„Camp“ ist eine überpointierte Art der Wahrnehmung, die sich im Zuge des Ästhetizismus und des Dandytums entwickelte. Den Anfang nahm „Camp“ an der Schwelle vom 19. zum 20. Jahrhundert und fand seinen Höhepunkt in den 1950er- und 1960er-Jahren.

 

Eine zentrale und historisch wichtige Ausgangsposition der Ausstellung sind die Arbeiten des US-amerikanischen Künstlers, Performers und Underground-Filmemachers Jack Smith (geboren 1932, gestorben 1989), dessen skandalumwobener Film Flaming Creatures (1962-63) auch der Ausstellung den Titel gibt. Jack Smiths Werk hat eine ganze Generation von Künstlern wie Andy Warhol, Robert Wilson, Cindy Sherman, John Waters und Mike Kelley entscheidend geprägt. Ohne ihn wären „Camp“, Punk oder die Pop-Postmoderne sowie das experimentelle Theater nicht zu denken. Flaming Creatures erweist sich als Surrogat, das sich in den einzelnen Künstlerpositionen als extremes, überbordendes Element manifestiert und materialisiert. Dabei ist Jack Smith nicht als Ideengeber anzusehen, sondern ist Schlüsselfigur im Umgang mit Realität und Fiktion, Identität und Geschlecht.

 

Allen Positionen der Ausstellung ist die Aneignung oder Vereinnahmung von fiktiven Realitäten oder kreatürlichen Prozessen gemein. Künstlerische Positionen wie die von Aura Rosenberg, aber auch die von Tony Oursler, Bruce Nauman und Paul McCarthy richten den Fokus der Ausstellung auf die Selbsterforschung des Künstlers und seiner Entfremdung. Mittels Maskierung oder clownesker Überhöhung erschaffen sie eine neue Ebene, die sich nicht auf das Filmische beschränkt, sondern den Körper als Aktionsfläche miteinschließt.

 

Der bewusste Umgang mit Pop- oder Trivialkultur ist darüber hinaus ein weiteres verbindendes Element. Insbesondere Ryan Trecartin, Ed Ruscha aber auch Paper Rad, Mike Kelley und John Bock ironisieren und adaptieren diese in ihren Arbeiten.

KÜNSTLER*INNENLISTE

John Bock, Lizzie Fitch, Birgit Hein, Mike Kelley, Paul McCarthy, Bruce Nauman, Tony Oursler, Paper Rad, Peaches, Aura Rosenberg, Ed Ruscha, Jack Smith, Gwenn Thomas, Ryan Trecartin

AUSSTELLUNGSKATALOG

Hrsg. JULIA STOSCHEK FOUNDATION e.V., Vorwort von Julia Stoschek. Essay von Susan Sontag „Notes on Camp“ (1963). Texte von Philipp Fürnkäs, Benny Höhne, Monika Lahrkamp, Marlen Lienkamp, Anna-Alexandra Nadig, Anke Volkmer.

 

Sprache: Deutsch/Englisch.
2012. 324 Seiten. ca. 258 farbige Abbildungen.
Format: 21 x 27 cm. Gebunden mit Prägung und Farbschnitt. Erscheint im Hatje Cantz Verlag, Ostfildern.
Erscheinungstermin: November 2012
ISBN 978-3-7757-3524-7
Ausverkauft!

 

Auf der Suche nach der Moderne entwickelten Künstler und Intellektuelle um die Jahrhundertwende neue Stile und Formen, die mit der Tradition brechen und das als konservativ geltende Europa und dessen geschichtsorientierte Kunst hinter sich lassen sollten. Eine besonders spannende und zugleich wenig beachtete Ausprägung fasst der Begriff des »Camp« zusammen – von Susan Sontag als »Liebe zum Unnatürlichen, zum Trick, zur Übertreibung« definiert – und während der 1950er- und 1960er-Jahre zur vollen Entfaltung gebracht von Künstlern, die sich für Alltagskultur, Kitsch und Retrodesign ebenso interessierten wie Vertreter des Punk und der Pop Art. Der Film Flaming Creatures von Jack Smith wurde 1963 zum Maßstab einer ganzen Künstlergeneration um Andy Warhol, Cindy Sherman und Mike Kelley. Die Publikation stellt ihre Ästhetik, die Lust am Fiktionalen, das Spiel mit der Maske, clownesken Überhöhung und überpointierten Wahrnehmung beispielhaft dar.

 

Mit Werken von John Bock, Lizzie Fitch, Birgit Hein, Mike Kelley, Paul McCarthy, Bruce Nauman, Tony Oursler, Paper Rad, Aura Rosenberg, Ed Ruscha, Jack Smith, Gwenn Thomas, Ryan Trecartin.

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NUMBER FIVE:
CITIES OF GOLD AND MIRRORS

2. JULI 2011 – 30. JUNI 2012

Ab dem 25. Juni 2011 wurde in der JULIA STOSCHEK COLLECTION eine Neupräsentation der Sammlung gezeigt.

 

Die 44 Werke von insgesamt 35 Künstler*innen umfassende Ausstellung dokumentierte bisher noch nie gezeigte Arbeiten, Neuerwerbungen der letzten Jahre sowie ortsspezifische, räumliche Interventionen. Für jede Arbeit wurde eine sorgfältig durchdachte Präsentationsarchitektur initiiert.

 

Statt einer thematischen Zusammenstellung verfolgt die Konzeption der Ausstellung verschiedene inhaltliche Stränge und spiegelt aktuelle Themen der zeitgenössischen Kunstproduktion wider.

 

Der Titel CITIES OF GOLD AND MIRRORS rekurriert nicht nur auf den in der Ausstellung gezeigten Film von Cyprien Gaillard, sondern steht metaphorisch für die Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Fragestellungen in Hinblick auf Stadtentwicklung und Urbanismus und der Beziehung des Menschen zur Architektur und zu seinen persönlichen Sehnsüchten und Eitelkeiten.

 

Im ersten Ausstellungsgeschoss standen Positionen wie die von Gordon Matta-Clark, Tobias Zielony, Cyprien Gaillard und Francis Alÿs für die Maßstäblichkeit oder das Verhältnis von Architektur und Mensch.

 

Mit seinen räumlichen, skulpturalen Eingriffen oder „Building Cuts“ konterkarierte Matta-Clark bereits in den 1970er Jahren die traditionelle Raumwahrnehmung und wirft zugleich eine Kritik an Stadtplanung und den Bedingungen von öffentlichem Leben und privatem Raum auf. Seine Filme sind nicht nur Dokumente seiner teils anarchistischen Aktionen, sondern die einzigen Überbleibsel dieser prozesshaften Interventionen und karthographieren die Stadt als urbanen Raum in all seinen Facetten.

 

Tobias Zielony dokumentiert in seiner aus 7000 Einzelbildern montierten Fotoanimation die von Francesco di Salvo entworfene Wohnmaschine Le Vele Di Scampia (2009) in einem Vorort von Neapel. Der in den 1960er Jahren gebaute Komplex hat als Keimzelle der Mafia traurige Berühmtheit erlangt. Zielonys Animation zeigt die mittlerweile abgenutzte, teils verfallene Architektur und ihre Bewohner und zeichnet den Niedergang und die gleichzeitig mystische Kraft dieses Ortes nach.

 

Im titelgebenden 16-mm-Film Cities of Gold and Mirrors (2009) verbindet Cyprien Gaillard fiktive Elemente der japanisch-französischen Fernsehserie „The Mysterious Cities of Gold“ mit Szenen des Pauschaltourismus. Er kontrastiert in seinem Film die in den 1970er Jahren entstandene Hotelanlage im mexikanischen Cancún mit den Ruinen einer ehemals mächtigen Maya-Hochkultur. Nicht in der Rolle eines Archäologen, sondern eines Dokumentaristen zeigt Gaillard amerikanische Studenten, die vor der eindrucksvollen Fassade der an Pyramidenbauten erinnernden Hotelanlage ihren „Spring Break“ mit exzessivem Kampftrinken zelebrieren und konfrontiert den Betrachter mit der Banalisierung von Kultur.

 

Rehearsal I (Ensayo I) (1999–2001) lautet der Titel der zentralen Arbeit des belgischen Künstlers Francis Alÿs. Wie der „moderne Sysiphos“ versucht ein roter VW Käfer – im Rhythmus einer mexikanischen „Mariachi“-Blaskapelle – einen Hügel hinaufzufahren. Kurz bevor er die Spitze erreicht, hört die Kapelle auf zu spielen und der Wagen rollt wieder hinunter. In der nächsten Sequenz geht das Ganze von vorne los. Das Video ist eine existentielle Metapher für die politische Situation in Mexiko und die wirtschaftliche Diskrepanz, die Mexiko und die USA voneinander trennen.

 

Im zweiten Ausstellungsgeschoß wurde die klare filmische Ausrichtung aufgebrochen. Positionen wie die von Andreas Gursky, Mark Manders, Andro Wekua oder David Claerbout stehen exemplarisch für die Komplexität der Ausdrucksformen.

 

Die großformatige Fotografie Untitled XII, No. 4 (2000) von Andreas Gursky zeigt eine Buchseite aus dem Jahrhundertroman Der Mann ohne Eigenschaften von Robert Musil. Seite 769 so steht es am unteren Rand, dennoch ist es keine getreue Abbildung dieser Seite. Gursky hat Passagen im Text digital verändert und Wörter durch andere ersetzt. Diese sind aber visuell nicht als veränderte Stellen erkennbar. Das Textfragment beschreibt die Maßstäblichkeit von Geist, Mensch und Natur, seine Position innerhalb des Kosmos. Die Seite ist abfotografiert und überdimensioniert und bricht so mit tradierten Wahrnehmungsgewohnheiten.

 

Mark Manders Skulptur Large Figure With Thin Newspaper (2010) ist Teil seines seit 1986 kontinuierlich fortgesetzten künstlerischen Entwurfs eines „Self portrait as a building.“ Das bisher noch nicht abgeschlossene Projekt ist Ausdruck von Manders Archiv an Erfahrungen, Gedanken und Bezügen seiner eigenen Realität. Die aus dieser Auseinandersetzung mit sich selbst entstandenen Installationen oder Skulpturen können viele Erscheinungsformen annehmen und Objekte seiner Alltagswelt oder ganze Raumkonstellationen miteinschließen. Seine Werke sind hermetische, selbstreferentielle, humoristische oder zutiefst poetische Abbilder einer abstrahierten Biografie. Sie bestehen aus mehreren Bausteinen und sind geprägt von einer tiefen Emotionalität und Melancholie.

 

Ähnlich wie Manders inszeniert und visualisiert Andro Wekua in seinem Video Never Sleep With A Strawberry In Your Mouth (2010) seine imaginäre Biografie. In einer alptraumhaften Kulisse begibt sich sein Alter Ego in der Gestalt eines maskierten Jungen zurück auf die Spuren seiner Kindheit. Seine Bildsprache ist eine Mischung aus Science-Fiction und Horror und kein stimmiges Abbild seiner Erinnerung, sondern ein Konstrukt aus erinnerter und realhistorischer Vergangenheit. Im Titel schwingt eine Warnung mit, die nur durch eine angedeutete Assoziation eine verführerische Kraft entwickelt. Das Video folgt keiner Narration, sondern erinnert in seinen absurden Bildern und der Farbgebung an Traumsequenzen. Wekuas Arbeiten fußen auf theatralischen Kompositionsprinzipien: Podeste und räumliche Eingriffe sind wesentliche Merkmale, die die auratische Kraft seiner Installationen noch verstärken.

 

David Claerbouts Arbeiten orientieren sich an den Darstellungsmodi des Kinofilms. In seiner 2-Kanal-Installation American Car (2002–2004) konfrontiert er den Betrachter mit zwei Projektionen, die nicht zeitgleich zu sehen sind. Die erste Projektion der Installation zeigt das Innere eines Autos. Zwei Männer in Rückenansicht schauen aus dem Fenster, Regen fällt auf die Windschutzscheibe. Die zweite Projektion zeigt das Auto von außen, wie es völlig frei in einer nicht weiter bestimmten Landschaft steht. Der Betrachter betritt die Räume nacheinander, so dass die Zeit, die zwischen der Betrachtung der beiden Kanäle vergeht und die im Film dargestellte Zeit erfahrbar wird. Er kann so aus der traditionellen Kinoperspektive in den Raum und die Rolle der Akteure treten. Die Illusion des filmischen Raums verschmilzt mit dem Realraum, subtil unterstützt durch zwei Audiokanäle, die den Betrachter in seiner Position verunsichern. David Claerbout befragt das bewegte Bild des Mediums Film stets vor dem Hintergrund der Fotografie und im Rahmen der Möglichkeiten seiner technischen Bearbeitung. Screen 2 ist nicht gefilmt, sondern eine Montage digitaler Fotografien.

 

Im Vordergrund der Ausstellung standen, der Fokussierung der Sammlung gemäß, filmische Arbeiten, gleichwohl sprengten Werke wie die bereits beschriebenen Positionen von Mark Manders oder Andro Wekua, sowie Simon Denny, Jon Kessler, Zilvinas Kempinas oder Wolfgang Tillmans die klare mediale Einschränkung und machen einmal mehr die Virulenz der komplexen Themen deutlich.

KÜNSTLER*INNENLISTE

Francis Alÿs, Charles Atlas, Salvatore Bevilacqua, Johanna Billing, David Claerbout, Jane Crawford, Keren Cytter, Simon Denny, Olafur Eliasson, Robert Fiore, Cyprien Gaillard, Andreas Gursky, Nancy Holt, DAS INSTITUT, Zilvinas Kempinas, Jon Kessler, Mark Manders, Gordon Matta-Clark, Jessica Mein, Adrian Paci, Oliver Payne, Davide Pepe, Rob Pruitt, Nick Relph, Robin Rhode, Christoph Schlingensief, Jeremy Shaw, Robert Smithson, Wolfgang Tillmans, Clemens von Wedemeyer, Andro Wekua, Christoph Westermeier, Tobias Zielony

AUSSTELLUNGSKATALOG

Hrsg. JULIA STOSCHEK FOUNDATION e.V., Vorwort von Julia Stoschek. Essay von Mark von Schlegell. Texte von Renate Buschmann, Philipp Fürnkäs, Kathrin Jentjens, Monika Lahrkamp, Marlen Lienkamp, Anna-Alexandra Nadig, Anke Volkmer, Julia Wirxel.

 

Sprache: Deutsch/Englisch.
2012. ca. 224 Seiten. ca. 74 farbige Abbildungen.
Format: 21 x 27 cm. Gebunden mit Prägung und Goldschnitt. Erscheint im Hatje Cantz Verlag, Ostfildern.
Erscheinungstermin: 16. Mai 2012
ISBN 978-3-7757-3308-3
Museumsausgabe: 35 €
Buchhandelsausgabe: 39,80 €

 

Die umfassende Publikation dokumentiert Neuerwerbungen der JULIA STOSCHEK COLLECTION aus den letzten Jahren sowie ortsspezifische Interventionen in deren Ausstellungsräumen. Sie präsentiert 44 Werke von 35 Künstlern und Künstlerinnen, verfolgt statt einer thematischen Konzeption verschiedene inhaltliche Stränge und spiegelt aktuelle Themen der zeitgenössischen Kunstproduktion wider. Der Titel CITIES OF GOLD AND MIRRORS rekurriert nicht nur auf den Film von Cyprien Gaillard, sondern steht metaphorisch für die Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Fragestellungen im Hinblick auf Stadtentwicklung und Urbanismus sowie der Beziehung des Menschen zur Architektur und zu seinen persönlichen Sehnsüchten und Eitelkeiten. Mit Arbeiten von Francis Alÿs, Olafur Eliasson, Cyprien Gaillard, Andreas Gursky, Nancy Holt, Mark Manders, Gordon Matta-Clark, Robin Rhode, Christoph Schlingensief, Wolfgang Tillmans, Andro Wekua, Christoph Westermeier, Tobias Zielony und vielen anderen. Jetzt bestellen

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NUMBER FOUR:
DEREK JARMAN
SUPER8

11. SEPTEMBER 2010 – 26. FEBRUAR 2011

Die JULIA STOSCHEK FOUNDATION e.V. zeigte in Zusammenarbeit mit James Mackay als Beitrag zur Quadriennale 2010 in Düsseldorf erstmals in Europa eine umfassende Retrospektive des experimentellen Filmwerks Derek Jarmans aus dem Super-8-Archiv. Es handelt sich hierbei um die erste Einzelausstellung eines Künstlers in der JULIA STOSCHEK COLLECTION.

 

Der britische Maler, Filmemacher, Bühnenbildner und Schriftsteller Derek Jarman (1942-1994) ist einem breiten Publikum vor allem als Regisseur stilprägender Spielfilme und Musikvideos aus den 1980er und frühen 1990er Jahren bekannt. Weniger verbreitet, aber maßgeblich für sein Gesamtwerk sind seine über 60 Super-8-Filme, die Jarman von 1970 bis zu seinem Tod 1994 drehte. Aufgenommen aus dem subjektiv-persönlichen Blickwinkel seiner Handkamera vermitteln die szenischen Arrangements Jarmans künstlerische Haltung, in der sich Leben und Kunst stets wie selbstverständlich miteinander verbinden. Spontaneität und Leichtigkeit einerseits, Symbolhaftigkeit und Mythologie anderseits, bestimmen die häufig autobiografischen Filmdokumente, die er selbst als „Kino der kleinen Gesten“ bezeichnete.

 

Die 24 digitalisierten Filme aus dem Super-8-Archiv verteilten sich ergänzt durch einen 16-mm-Tonfilm und die BlueRay-Version eines 35-mm-Spielfilms auf die beiden Stockwerke der Ausstellungsfläche und das Kino im Basement. Den Beginn machten auf der unteren Etage 12 Filme zum sozialen und (sub-)kulturellen Umfeld Jarmans und seinen Freundeskreisen. Die Übergänge zwischen Dokumentation und Inszenierung sind dabei fließend und spiegeln sich auch stilistisch in den Arbeiten wider. Zwei Tonfilme, die jeweils einzeln präsentiert wurden, unterbrachen diese Reihung. Auf den ersten Raum folgte TG: Psychic Rally in Heaven (1980), ein frühes Musikvideo-Experiment Jarmans und vor dem zweiten Raum wurde Imagining October (1984) – nicht zuletzt wegen seiner Referenzen zu Sergei Eisenstein und dem sowjetischen Film – in seiner ursprünglichen Präsentationsform als 16-mm-Tonfilm vorgeführt.

 

Im zweiten Stockwerk bildeten 11 Filme die Werkgruppe um Ritus, Mythologie und Landschaft. Bewusst waren dabei die Arbeiten im völlig offenen Raum um die zentrale Drei-Kanalprojektion Art of Mirrors I–III (1973) installiert. Panoramatisch stellten sich so zwischen den verschiedenen Werken aus den Jahren 1971 bis 1978 inhaltliche und stilistische Bezüge her.

 

Die Ausstellung führte schließlich in den Kinoraum im Basement, wo Derek Jarmans letzter elegischer Spielfilm Blue (1993) zu sehen war.

 

Simon Fisher Turner, der bereits bei vielen Spielfilmen Jarmans seit den 1980er Jahren für den Soundtrack verantwortlich war, hatte für die Ausstellung ein spezielles Soundkonzept mit atmosphärisch, raumspezifischen Klanglandschaften entworfen.

 

 

 

BEGLEITPROGRAMM

 

Am 08.12.2010 hat die Kunst- und Filmwissenschaftlerin Elke Kania einen Vortrag über „Derek Jarmans Caravaggio oder Film als Alchimie“ gehalten, in dem sie die „Begegnung“ zwischen den beiden „Revolutionären“ Derek Jarman und Caravaggio beleuchtete.

 

Im Anschluss an den Vortrag wurde der Spielfilm Caravaggio von Derek Jarman präsentiert.

KÜNSTLER*INNENLISTE

Derek Jarman

AUSSTELLUNGSKATALOG

Hrsg. JULIA STOSCHEK FOUNDATION e.V.

Vorwort von Julia Stoschek und Philipp Fürnkäs. Text von Jon Savage. Interview von Simon Field/Michael O’Pray mit Derek Jarman.

Sprache: Deutsch/Englisch. 2010. 124 Seiten. 74 farbige Abbildungen.

Format: 16,4 x 21 cm. Hardcover mit Titelschild. Erschienen im Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln.

ISBN 978-3-86560-875-8

Ausverkauft!

 

Der britische Maler, Filmemacher, Bühnenbildner und Schriftsteller Derek Jarman ist einem breiten Publikum vor allem als Regisseur stilprägender Spielfilme und Musikvideos bekannt. Weniger verbreitet, aber maßgeblich für sein Gesamtwerk sind seine Super-8-Filme, die Jarman in den 1970er und 1980er Jahren drehte. Aufgenommen aus dem subjektiv-persönlichen Blickwinkel seiner Handkamera vermitteln die szenischen Arrangements Jarmans künstlerische Haltung, in der sich Leben und Kunst stets wie selbstverständlich miteinander verbinden. Spontaneität und Leichtigkeit einerseits, Symbolhaftigkeit und Mythologie anderseits, bestimmen die stark autobiografischen Filmdokumente, die er selbst als „Kino der kleinen Gesten“ bezeichnete. In diesem Katalog werden die Stills der Super-8-Filme von Derek Jarman erstmals publiziert.

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NUMBER THREE:
HERE AND NOW

27. OKTOBER 2009 – 29. JULI 2010

Von Oktober 2009 bis Ende Juli 2010 widmete sich die JULIA STOSCHEK COLLECTION dem Thema Performance.

 

Neben der vom MoMA – Museum of Modern Art/P.S.1. – Contemporary Art Centre und der PERFORMA in New York in Zusammenarbeit mit der JULIA STOSCHEK COLLECTION organisierten Ausstellung 100 YEARS (VERSION #1, DUESSELDORF) werden parallel Live-Performances im zweiten Ausstellungsgeschoss des Sammlungshauses stattfinden.

 

Während 100 YEARS (VERSION #1, DUESSELDORF) die Historie der Aktions- und Performance Kunst der letzten einhundert Jahre dokumentiert, konzentriert sich die Veranstaltungsreihe NUMBER THREE: HERE AND NOW auf den Live-Moment.

 

HERE AND NOW steht in diesem Zusammenhang für die direkte Präsenz des Künstlers bzw. der Künstlerin und den Partizipationsgedanken von Performance und charakterisiert den ephemeren Moment, das „Hier und Jetzt“, das nicht wiederholt, und oft auch nicht durch Dokumentation eingefangen werden kann.

 

Für das zehnmonatige Programm hat die JULIA STOSCHEK COLLECTION 28 Künstler*innen aus der zeitgenössischen künstlerischen Praxis eingeladen: Tänzer, Choreographen, bildende Künstler und Musiker werden in Einzel- oder Gruppenauftritten ihre teilweise eigens für das Programm entwickelten Arbeiten und Stücke aufführen.

 

 

 

PERFORMANCE-PROGRAMM

 

 

27. Oktober 2009, Andrea Fraser

 

27. November 2009, Marina Abramović, Eunhye Hwang, Ragnar Kjartansson, Nico Vascellari

 

28. November 2009, WW in concert

 

12. Dezember 2009, Andrea Zittel

 

18. Dezember 2009, Dara Friedman

 

9. Januar 2010, Xavier Le Roy

 

22. Januar 2010, Bert Didillon, Stefan Ettlinger, Andreas Korte, Cornelius Quabeck, Sven Vieweg

 

6. Februar 2010, Christian Jankowski

 

27. Februar 2010, Jérôme Bel, Eva Meyer-Keller

 

13. März 2010, Sharon Hayes

 

26. März 2010, Keren Cytter, Michalis Nicolaides, Annette Sonnewend & Michael Strasser (Cie. Agar Agar)

 

9. April 2010, Jimmy Robert, Saskia de Keyser, Emma Hedditch, Ian White

 

24. April 2010, Jen DeNike

 

14. Mai 2010, Manuel Graf

 

28. Mai 2010, Joan Jonas

 

5. Juni 2010, Tino Sehgal

 

12. Juni 2010, Tino Sehgal

 

18. Juni 2010, Tris Vonna-Michell

 

19. Juni 2010, Tino Sehgal

 

26. Juni 2010, Tino Sehgal

 

3. Juli 2010, Allora & Calzadilla

 

10. Juli 2010, Allora & Calzadilla

 

16. Juli 2010, Simon Fujiwara

 

17. Juli 2010, Allora & Calzadilla

 

24. Juli 2010, Allora & Calzadilla

 

29. Juli 2010, John Bock

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100 YEARS
(VERSION #1, DUESSELDORF)

10. OKTOBER 2009 – 29. JULI 2010

Von Oktober 2009 bis zum 29. Juli 2010 präsentierte die JULIA STOSCHEK FOUNDATION e.V. erstmalig in Kooperation mit dem P.S.1 – Contemporary Art Center/MoMA – Museum of Modern Art, New York und der internationalen Performance-Biennale Performa, New York eine Ausstellung, die die letzten einhundert Jahre Performance-Geschichte dokumentiert.

 

Die Ausstellung, die neben Düsseldorf ab November 2009 im MoMA/P.S.1 in New York und im Juni 2010 im Garage: Center of Contemporary Culture in Moskau, sowie an weiteren internationalen Institutionen Station machen wird, versteht sich als Forschungsprojekt, das im Kontext der diesjährigen Performa 09 und anlässlich des vor 100 Jahren veröffentlichten „Manifest des Futurismus“ einen Überblick über die bedeutendsten Aktionen, Happenings und Performances der letzten einhundert Jahre schafft.

 

Abhängig vom jeweiligen Ausstellungsort variiert die Anzahl der gezeigten Werke und der Inhalt. Darüber hinaus werden Bezüge zur lokalen Performance-Szene hergestellt.

 

Organisiert wird das Projekt vom P.S.1 – Contemporary Art Center, einer dem MoMA-Museum of Modern Art angegliederten Institution und der Performa 09, New York. Klaus Biesenbach, Chefkurator für Medienkunst und Performance am MoMA-Museum of Modern Art und Direktor des P.S.1, und RoseLee Goldberg, renommierte Performa-Direktorin und Kuratorin betreuen die Ausstellung kuratorisch. Finanziert wird das Forschungsprojekt von der JULIA STOSCHEK FOUNDATION e.V., Düsseldorf.

 

Parallel zur Ausstellung fanden Live-Performances im zweiten Ausstellungsgeschoss des Sammlungshauses innerhalb der Veranstaltungsreihe NUMBER THREE: HERE AND NOW.

KÜNSTLER*INNENLISTE

Lida Abdul, Allora & Calzadilla, Francis Alÿs, Laurie Anderson, Matthew Barney, Vanessa Beecroft, Jérôme Bel, Joseph Beuys, John Bock, Trisha Brown, James Lee Byars, Patty Chang, Christo und Jeanne-Claude, René Clair, Der Plan, Cheryl Donegan, VALIE EXPORT, Öyvind Fahlström, Simone Forti, Regina José Galindo, Dan Graham, Martha Graham, Anna Halprin, Sharon Hayes, Antony Hegarty, hobbypopMUSEUM, Rebecca Horn, Tehching Hsieh, Zhang Huan, Jamie Isenstein, Christian Jankowski, Joan Jonas, Martin Kippenberger, Yves Klein, Kraftwerk, Yayoi Kusama, Sigalit Landau, Klara Lidén, Gordon Matta-Clark, Ursula Mayer, Ana Mendieta, Klaus Mettig, Meyerhold, Laurel Nakadate, Roman Ondák, Yoko Ono, Philippe Parreno, Adrian Piper, Yvonne Rainer, Robin Rhode, Martha Rosler, Oskar Schlemmer, Christoph Schlingensief, Gerry Schum, Katharina Sieverding, Santiago Sierra, Smith/Stewart, Carolee Schneemann, Tony Tasset, Rirkrit Tiravanija, Ryan Trecartin, Günther Uecker, Ulay & Marina Abramović, Francesco Vezzoli, Guido van der Werve, Mary Wigman, Aaron Young, Andrea Zittel

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OUT OF SPACE 1:
CAO FEI
WHOSE UTOPIA

25. APRIL 2009 – 27. JUNI 2009

Unter dem Titel OUT OF SPACE startete eine neue Reihe von Ausstellungsprojekten der JULIA STOSCHEK COLLECTION. Wie der Name schon suggeriert, fanden diese in unregelmäßigen Abständen an externen Orten und nicht im eigentlichen Sammlungsgebäude der JULIA STOSCHEK COLLECTION in der Schanzenstrasse 54 statt.

 

Die erste auswärtige Ausstellung dieser Projektreihe präsentiert die in Peking lebende Multimedia-Künstlerin Cao Fei und wird am 24. April 2009 im Rahmen der diesjährigen Art Cologne – 43. Internationaler Kunstmarkt – in der Düsseldorfer Gloriahalle in der Belsenstrasse 20 eröffnet.

 

Cao Fei gehört zu den wichtigsten chinesischen KünstlerInnen ihrer Generation. 1978 in Guangzhou geboren, ist sie in der Welt der elektronischen Unterhaltung und Werbung aufgewachsen. Fasziniert von der pulsierenden Konsumgesellschaft entwickelte sie eine sehr persönliche Bildsprache, die auf spielerische, ironische und humorvolle Weise Themen wie Phantasie, Wunsch, Kritik und Genuss miteinander verknüpft und dabei die Grenzen zwischen Realität und Fantasie changieren lässt. In ihrem weit gefächerten Œuvre, das von Fotoserien über Videofilme, Performances, Installationen bis hin zu Schriften und Theater reicht, erforscht Cao Fei vor allem die rasanten gesellschaftlichen und kulturellen Umbrüche im gegenwärtigen China sowie die neue Generation chinesischer Jugendlicher.

 

 

WHOSE UTOPIA (2006)

 

Zentrale Arbeit der Ausstellung ist die raumgreifende Installation Whose Utopia. Diese ergründet das Leben von Wanderarbeitern des südchinesischen Pearl River Deltas. In dem Projekt „What are you doing here?“, das vom Siemens Art Program initiiert wurde, integriert Cao Fei die Mitarbeiter der Glühbirnenfabrik „Osram“ in Foshan, indem sie die Angestellten in Einzelgesprächen nach ihren verborgenen Träumen, beruflichen Wünschen, Zielen und eigenen Vorstellungen befragt.

 

Nicht nur eine Utopie, sondern vor allem die Schattenseiten der Globalisierung und die damit einhergehenden Veränderungen der sozialen Verhältnisse zwischen dem Individuum und dessen gesellschaftlicher Einbettung spiegeln sich in der Arbeit wider. In dem aus dem Projekt entstandenen gleichnamigen Video berichten die Angestellten von den negativen Seiten ihres Daseins als Wanderarbeiter. Ergänzend dazu zeigen die Fotografien ihre ärmlichen Wohnungen, in denen kaum Platz für Privates bleibt.

 

 

I. MIRROR BY CHINA TRACY (AKA: CAO FEI) (2007)

 

In den Arbeiten I. Mirror und RMB City setzt die Künstlerin sich mit dem Phänomen der Onlineplattform „Second Life“ (www.secondlife.com) auseinander. Die internetbasierte Parallelwelt wird seit 2003 von 15 Millionen Mitgliedern genutzt und jeder Teilnehmer kann durch einen Avatar – seinem digitalen, computeranimierten Stellvertreter – in Second Life agieren, virtuelles Geld verdienen oder sogar eigene Unternehmen gründen.

 

Als Avatar „China Tracy“ beschäftigte Cao Fei sich insgesamt ein Jahr lang mit der Welt des „Second Life“, um dessen Möglichkeiten zu erkunden. Für die Dokumentation fertigte die Künstlerin Machinimafilme an – Animationsfilme, bei denen die 3D-Graphiken des Onlinespiels in digitale Videoanimationen umgewandelt werden.

 

I. Mirror beleuchtet in drei Teilen die Schönheit als auch die Exzesse dieser virtuellen Welt und thematisiert die Liebesgeschichte zwischen den Avataren „China Tracy“ und „Hug Yue.“ Trotz der farbenfrohen, scheinbar verspielten Umgebung wird durch die Musik ein Gefühl der Einsamkeit und alles durchdringenden Sehnsucht spürbar. Die Fantasiewelt des „Second Life“ bleibt ein kalter und einsamer Ort.

 

Das Projekt I. Mirror endete 2007 mit der Präsentation der Videotriologie auf der 52. Biennale di Venezia im Chinesischen Pavillion.

 

 

RMB CITY. A SECOND LIFE CITY PLANNING BY CHINA TRACY (2007)

 

Während dieses erste Projekt sich mehr mit der Erforschung des „Second Life“ beschäftigte, fokussiert das zweite „Second Life“ Vorhaben RMB City. A Second Life City Planning by China Tracy die Erschaffung einer neuen traumhaften Fantasiestadt in der virtuellen Welt.

 

RMB City (RMB ist die Abkürzung für die chinesische Währung Renminbi) reflektiert die derzeitige Welle der Urbanisierung sowie die rasanten gesellschaftlichen und kulturellen Umbrüche in China. So besteht die Architektur von RMB City aus einer Ansammlung von Zeichen des Kommunismus, Kapitalismus und Sozialismus – vergegenwärtigt durch historische und zeitgenössische chinesische Ikonen sowie Protagonisten der chinesischen Kultur. Neben Chinas Nationalsymbol dem Pandabären, erscheinen das neue Nationalstadion in Peking oder ironische und subversive Zitate wie eine halb im Wasser versunkene, riesige Maostatue. Seit der Vollendung der virtuellen Stadtkonstruktion Ende 2008 können die Gebäude der RMB City (www.rmbcity.com) zwei Jahre lang von kulturellen Institutionen gekauft und belegt werden.

 

 

HIP HOP GUANGZHOU (2003)

 

In Cao Feis früherem Hip Hop-Projekt verschiebt die Künstlerin allerdings den Fokus auf China: Das Projekt fand neben Stationen in China auch in New York und Berlin statt. In allen Städten wurden Personen mit unterschiedlichen nationalen, sozialen und kulturellen Hintergründen in Hip Hop-Tänzer versetzt und dadurch die starren Grenzen zwischen dem mediendominierten Leben der jüngeren Generation und dem Alltag der Elterngeneration durchbrochen. Für Hip Hop Guanghzou spielte Cao Fei dem Obstverkäufer oder einem Bauarbeiter Hip Hop-Tracks und Tanzbewegungen vor und führte sie so in die grundlegenden Bewegungsformen ein, die auch an die traditionellen Formationstänze chinesischer Gruppen erinnern.

KÜNSTLER*INNENLISTE

Cao Fei

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NUMBER TWO:
FRAGILE

11. OKTOBER 2008 – 1. AUGUST 2009

Mit dem Titel NUMBER TWO: FRAGILE präsentierte die JULIA STOSCHEK COLLECTION die zweite Ausstellung aus dem privaten Sammlungsbestand von Julia Stoschek.

 

Hauptthema der Ausstellung ist der Aspekt der Körperlichkeit in Video, Installation und Fotokunst, mit der vor allem Künstler der Body-Art und Performance Kunst seit den 1960/70er Jahren experimentieren.

 

Selbstinszenierung, Schmerz, Transformation, Körperhaftigkeit im Sinne einer Plastizität, die als reale, äußere Form erfahrbar wird, aber auch Zerbrechlichkeit im buchstäblichen Sinne sind wesentliche Schwerpunkte, die in der Auswahl der 54 Arbeiten beleuchtet werden sollen. Die insgesamt 30 Künstler können dabei innerhalb der Ausstellung auch als Einzelpositionen wahrgenommen werden, da zumeist mehrere Arbeiten eines Künstlers vorgestellt werden.

 

Einen besonderen Stellenwert in der Ausstellung nimmt die künstlerische Selbstinszenierung ein. In der 1967-68 entstandenen Performance-Dokumentation Art-Make-Up No. 1-4 (White, Pink, Green, Black) von Bruce Nauman wird in einem Akt der Verfremdung gezeigt, wie der eigene Körper zur Skulptur wird.

 

In den ursprünglich als 16-mm-Film aufgezeichneten Videos, ist die Kamera frontal auf den Oberkörper gerichtet, welcher in einem minutiösen Prozess in vier verschiedenen Farben (weiß, pink, grün und schwarz) „maskiert“ wird.

 

Die technische Weiterentwicklung des Films bzw. Videos in den 1960er Jahren machte es den Künstlern mit dem Verfahren der Close-Circuit-Installationen möglich Aktionen auf Film aufzuzeichnen, sich im Spiegel selbst zu betrachten und gleichzeitig sogar in einen anderen Raum zu übertragen. Weitere Künstler der Ausstellung, wie Vito Acconci oder auch Hannah Wilke, nutzten diese Möglichkeiten im Sinne eines erweiterten Skulpturbegriffs.

 

So demonstriert Hannah Wilke in einer ihrer bekanntesten Performances Hannah Wilke Through the Large Glass einen Striptease hinter Marcel Duchamps Grosses Glas im Philadelphia Museum of Art. Sie posiert für die Kamera und stellt wie ein Fotomodel der 1970er Jahre klischeehaft die Rolle der Frau in der damaligen Kunstszene zur Schau.

 

Auch in der großformatigen Fotoserie Die Sonne um Mitternacht schauen von Katharina Sieverding aus dem Jahre 1973 oder der Performance The Onion von Marina Abramović aus dem Jahre 1996 ist die Selbstdarstellung der Frau als Künstlerin und gleichzeitiges Kunstobjekt zentrales Thema. In der Arbeit von Marina Abramović wird darüber hinaus die Erfahrung des Schmerzes suggeriert und die Grenzen der eigenen physischen Belastbarkeit ausgelotet.

 

Gleichsam schmerzhaft und schockierend sind die Performances von Chris Burden, die ein regelrechtes Martyrium des Künstlers dokumentieren. In der legendären Arbeit Shoot (1971), ließ sich Burden in den Arm schießen, in Through the Night Softly von 1973 windet er sich nackt, mit verbundenen Armen gequält aus einem Scherbenhaufen.

 

Von besonderer Bedeutung in NUMBER TWO: FRAGILE ist die Killing Machine von Janet Cardiff und Georges Bures Miller aus dem Jahre 2007. Die Installation ist eine höchst kritische und zugleich absurde Auseinandersetzung mit der Todesstrafe und inhaltlich angelehnt an die Erzählung In der Strafkolonie von Franz Kafka. Anders als in früheren Arbeiten des Künstlerpaars steht nicht der Film im Vordergrund, sondern ein an den Elektrischen Stuhl erinnerndes Folterinstrument, das in einem abgeschlossenen Raum, begleitet von schriller Violinenmusik den Besucher zum Zuschauer eines Horrorszenarios macht.

 

Paul Chans digital animierte Videoinstallation im Breitbandformat Happiness (finally) after 35,000 Years of Civilization (after Henry Darger and Charles Fourier) führt eine radikale politische Auseinandersetzung mit unserer Gesellschaft fort. In seiner apokalyptischen Vision entwickelt sich eine scheinbar naive Paradiesvorstellung zu einem Schreckensszenario in Videospielästhetik, formal angelehnt an die Bildsprache des Amateurzeichners Henry Darger.

 

Ein weiteres Hauptwerk der Ausstellung bildet die Installation von Terence Koh. Die Installation Snow White (engl. für Schneewittchen) ist eigens für die Ausstellung NUMBER TWO: FRAGILE gestaltet worden. Kern der Arbeit sind die als Kubus von der Decke herabhängenden Neonröhren, die es durch die Blendung des Lichts dem Besucher fast unmöglich machen werden, den Raum überhaupt zu betreten. Ein gläserner Sarg und Chrysanthemen aus Porzellan, sowie eine Live-Performance, die in eben diesem Raum aufgezeichnet wird, komplettieren das „märchenhafte“ Szenario in Anlehnung an eine Oper.

 

Die Arbeiten Cheese (2007) und Dough (2005/06) von Mika Rottenberg sind erstmals zusammen in einer Ausstellung zu sehen. In einem roh gezimmerten, begehbaren „Ziegenstall“ präsentiert die Künstlerin ihre jüngste Arbeit Cheese. Sechs Schwestern mit rapunzelartig langen Haaren sind die Hauptpersonen, die die magischen Kräfte von Mutter Natur besitzen und aus ihren Haaren Käse herzustellen vermögen.

 

Wie in ihrer Arbeit Dough ist das zentrale Motiv die Auseinandersetzung mit globalen Themen, wie Ökonomie oder Arbeit im postindustriellen Zeitalter. Produktionsabläufe werden mit einer poetischen Bildsprache ad absurdum geführt, der weibliche Körper wird als energetischer Teil dieser Prozesse einbezogen und der Betrachter in eine höchst eigentümliche, aber vertraute Welt entführt.

KÜNSTLER*INNENLISTE

Marina Abramović, Vito Acconci, Peggy Ahwesh, Walead Beshty, Encyclopedia Pictura & Björk, John Bock, Chris Burden, Janet Cardiff, George Bures Miller, Paul Chan, Patty Chang, Jen DeNike, Nathalie Djurberg, Cheryl Donegan, Encyclopedia Pictura & Björk, Kate Gilmore, Cao Guimarães, Terence Koh, Alex McQuilkin, Nandipha Mntambo, Lutz Mommartz, Bruce Nauman, Rob Pruitt, Adam Putnam, Pipilotti Rist, Torbjørn Rødland, Mika Rottenberg, Katharina Sieverding, Rosemarie Trockel, Hannah Wilke, Aaron Young

AUSSTELLUNGSKATALOG

Hrsg. JULIA STOSCHEK FOUNDATION e.V.. Texte von Elisabeth Bronfen, Jenny Dirksen, Philipp Fürnkäs, Elke Kania, Monika Lahrkamp, Bettina Malcomess, Emmanuel Mir, Rodrigo Moura, Anna-Alexandra Nadig, Angela Rosenberg, Andreas Schlaegel, Beate Söntgen, Anke Volkmer.

 

Sprache: Deutsch/Englisch. 2009. 432 Seiten. 333 farbige Abbildungen. Format: 21,70 x 27,70 cm. Leinencover. Erschienen im Hatje Cantz Verlag, Ostfildern.

Deutsche Ausgabe: ISBN 978-3-7757-2380-0

Englische Ausgabe: ISBN 978-3-7757-2379-4

Museumsausgabe: 35 €

Buchhandelsausgabe: 68 €

 

Unter dem Titel NUMBER TWO: FRAGILE dokumentiert der Band die zweite Ausstellung der JULIA STOSCHEK COLLECTION, die vom 11. Oktober 2008 bis zum 01. August 2009 in Düsseldorf zu sehen war. Hauptthema ist der Aspekt der Körperlichkeit in Video, Installation und Fotokunst, mit der vor allem Künstler der Body-Art und Performance-Kunst seit den 1960er und 1970er Jahre experimentieren. Selbstinszenierung, Schmerz, Transformation, Körperhaftigkeit im Sinne einer Plastizität, die als reale, äußere Form erfahrbar wird, aber auch Zerbrechlichkeit im buchstäblichen Sinne sind dabei wesentliche Schwerpunkte.

 

Mit einer Auswahl von 54 Arbeiten von 30 international renommierten Künstlern aus der Privatsammlung von Julia Stoschek – unter ihnen Marina Abramović, Vito Acconci, Chris Burden, Janet Cardiff und Georges Bures Miller, Nathalie Djurberg, Terence Koh, Bruce Nauman, Pipilotti Rist, Mika Rottenberg, Katharina Sieverding, Rosemarie Trockel – und einem kenntnisreichen Essay von Elisabeth Bronfen liegt damit ein instruktiver Beitrag zu einem zentralen Thema der Kunst der letzten 50 Jahre vor. Jetzt bestellen

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NUMBER ONE:
DESTROY, SHE SAID

18. JUNI 2007 – 2. AUGUST 2008

Für die Eröffnungsausstellung mit dem Titel NUMBER ONE: DESTROY, SHE SAID hat Julia Stoschek 42 internationale künstlerische Positionen zusammengestellt, die sich vornehmlich mit den Themen Konstruktion/Dekonstruktion, Innenraum/Außenraum beschäftigen.

 

Der Ausstellungstitel NUMBER ONE: DESTROY, SHE SAID ist vielleicht durch den gleichnamigen Roman von Marguerite Duras (franz. Destruire, dit elle) bekannt, verdankt sich aber vor allem der zweiteiligen Videoinstallation von Monica Bonvicini Destroy She Said aus dem Jahr 1998, die in Filmausschnitten aus Autorenfilmen der 1950-70er Jahre die Rolle der Frau in diesen Filmen thematisiert. Auch zur Hochzeit des Feminismus werden die Frauen hier vor allem alten Klischees folgend als hilflose Wesen dargestellt.

 

Die Arbeiten in der Ausstellung beschäftigen sich folgerichtig mit räumlichen, psychologischen und zwischenmenschlichen Ausnahmezuständen. Darüber hinaus sind in den einzelnen Geschossen Arbeiten zu untergeordneten Fragestellungen und Themen zusammengefasst, um einzelne Aspekte einerseits zu verstärken und andererseits die Offenheit von DESTROY, SHE SAID zu erweitern.

 

DESTROY, SHE SAID impliziert zunächst den Gestus der Zerstörung. Dieser Aspekt findet sich in vielen Arbeiten wieder. Beispielhaft für die Zerstörung von Innenräumen und Strukturen sind die Arbeiten Shades of Destructors von Mark Leckey, oder auch Hammering Out (an old argument) von Monica Bonvicini. In der Arbeit Burn des Künstlerduos Reynold Reynolds & Patrick Jolley ist es das Feuer im trauten Heim, das als zerstörerisches Element eine absurde und beängstigende Atmosphäre schafft.

 

Die Arbeit Empire von Paul Pfeiffer dagegen dokumentiert in drei Monaten Echtzeit die mühevolle Arbeit von Wespen an ihrem Nestbau und thematisiert somit den Aspekt der Konstruktion, wie auch den der Effektivität in klar hierarchischen Ordnungen. Die dreiteilige Installation von Tony Oursler im Eingangsbereich hingegen lässt urbane Innen- und Aussenräume so komplex miteinander in Dialog treten, dass die bekannten Regeln und Zuweisungen wie Innen und Außen in diesem Haus im Haus aus dem Gleichgewicht kommen.

 

Zum Gestus der Zerstörung tritt im Falle der Arbeiten von Robert Boyd oder Adam McEwen ein Gefühl der tiefgreifenden Verstörung. Robert Boyd zeigt in seiner Vierkanal-Videoinstallation Xanadu die selbstzerstörerischen Impulse unserer Gesellschaft, indem er verschiedene Elemente der Massenkultur wie Nachrichten, Dokumentationen Comics und Popmusik verdichtet und zu einer sekundenschnellen Bilderfolge der grauenhaft zufälligen Schnittstellen unserer Medienwirklichkeit aneinanderreiht, in der zwischen Unterhaltungs-, Informationswert und Horror kaum mehr unterschieden werden kann.

 

Die Arbeit A-Line von Adam McEwen stellt dann buchstäblich die Welt auf den Kopf. Gezeigt wurden die erhängt zur Schau gestellten Leichname von Benito Mussolini und Clara Petacci vor einer Tankstelle an einem Platz in Mailand.

 

Zentrale Arbeit im zweiten Ausstellungsgeschoss war die Mehrkanalinstallation Interiors von Doug Aitken. Auf drei transluzenten Leinwänden wurden die scheinbar unvereinbaren Geschichten verschiedener Personen geschildert, die sich durch Innenräume und urbane Landschaften bewegen. Eine Steigerung erfährt dieses Gefühl von Orientierungslosigkeit durch die Arbeiten von Anthony Burdin, dessen Protagonist in Desert Mix den Betrachter durch bizarre Gegenden führt.

 

Ein weiterer Aspekt der Ausstellung thematisierte räumliche Abgrenzung und Ausgrenzung. Beispielhaft hierfür stehen Thomas Demands Fence und Taryn Simons Arbeit Calvin Washington aus der Fotoserie The Innocents aus dem Jahre 2002, die unschuldig zum Tode Verurteilte an ihren vermeintlichen Tatorten zeigt.

 

Unter dem Thema Circular Moves wurden eine Reihe von Arbeiten gezeigt, die sich der Kreisbewegung widmeten. Relation in Movement von Marina Abramovic, High Performance von Aaron Young, aber auch Anthony McCall mit Line describing a cone. McCall projiziert dabei mit Hilfe eines 16mm Kinoprojektors Licht auf eine schwarze Fläche, das durch den Gebrauch einer Nebelmaschine als langsam entstehender, perfekter Lichtkegel sichtbar wird. Der Kinoraum und damit das Prinzip Projektion wird gewissermaßen zur Skulptur, die das klassische Verhältnis von Betrachter und Kinoprojektor auflöst.

KÜNSTLER*INNENLISTE

Doug Aitken, Francis Alÿs, Heike Baranowsky, Dara Birnbaum, Monica Bonvicini, Robert Boyd, Lonnie van Brummelen, Anthony Burdin, Jeff Burton, Paul Chan, Thomas Demand, Olafur Eliasson, Dara Friedman, Kate Gilmore, Douglas Gordon, Manuel Graf, Dan Graham, Jeppe Hein, Christian Jankowski, Joan Jonas, Mark Leckey, Klara Lidén, Gordon Matta-Clark, Anthony McCall, Adam McEwen, Bruce Nauman, Tony Oursler, Paul Pfeiffer, Reynold Reynolds & Patrick Jolley, Pipilotti Rist, Thiago Rocha Pitta, Natascha Sadr Haghighian, Taryn Simon, Robert Smithson, Mathilde ter Heijne, Kon Trubkovich, Ulay & Marina Abramović, Bill Viola, Clemens von Wedemeyer, Aaron Young

AUSTELLUNGSKATALOG

Hrsg. JULIA STOSCHEK FOUNDATION e.V.

Vorwort von Julia Stoschek. Texte von Klaus Biesenbach, Daniel Birnbaum, Jenny Dirksen, Philipp Fürnkäs, Kaye Geipel, Ulrike Groos, Syelle Haase, Elke Kania, Monika Lahrkamp, Emmanuel Mir, Susanne Pfeffer, Cay Sophie Rabinowitz, Angela Rosenberg, Eva Scharrer, Andreas Schlaegel, Valeska Schneider, Anke Volkmer.

 

Sprache: Deutsch/Englisch. 2008. 316 Seiten. 318 farbige Abbildungen. Format: 21,80 x 27,50 cm. Leinencover. Erschienen im Hatje Cantz Verlag, Ostfildern.

Deutsche Ausgabe: ISBN 978-3-7757-2230-8

Englische Ausgabe: ISBN 978-3-7757-2231-5

Museumsausgabe: 35 €, Buchhandelsausgabe: 49,80 €

NUMBER ONE: DESTROY, SHE SAID so lautet der Titel der ersten Ausstellung der JULIA STOSCHEK COLLECTION, die im Sommer 2007 mit großer Medienaufmerksamkeit in Düsseldorf eröffnet wurde. Eine Besonderheit der Schau ist, dass die von den Berliner Architekten Kuehn Malvezzi gestalteten Räume für insgesamt 40 künstlerische Positionen maßgeschneidert sind und so exemplarisch die Möglichkeiten der Präsentation zeitgenössischer mediengestützter Kunst nachvollziehen lassen.

 

Der Band dokumentiert die Ausstellung, die vom 18. Juni 2007 bis 2. August 2008 in Düsseldorf zu sehen war, und ihre außergewöhnliche Raumkonzeption, stellt alle Arbeiten – von Künstlern wie Doug Aitken, Paul Chan, Robert Smithson, Monica Bonvicini, Natasha Sadr Hagidhian, Dara Birnbaum, Klara Liden oder Olafur Eliasson – in Text und Bild vor und verortet sie im größeren Zusammenhang der qualitätvollen Privatsammlung. Ein Essay von Daniel Birnbaum über aktuelle zeitbasierte Kunst und wesentliche Aspekte ausgewählter Arbeiten der JULIA STOSCHEK COLLECTION sowie ein Text von Kaye Geipel zur Geschichte und Architektur des 100 Jahre alten Industriegebäudes runden den Band ab. Jetzt bestellen

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HORIZONTAL VERTIGO
JSC DÜSSELDORF / BERLIN

31. MäRZ 2019 – 26. APRIL 2020

Zum ersten Mal seit ihrem Bestehen zeigt die JULIA STOSCHEK COLLECTION ein kuratiertes Programm aus Einzelausstellungen, Performances und Screenings von Werken internationaler Künstler*innen, die nicht Teil der Sammlung sind und größtenteils zum ersten Mal in Deutschland ausstellen. Im Verlauf eines Jahres werden sechs Ausstellungen präsentiert – drei in Düsseldorf und drei in Berlin –, die von März 2019 bis April 2020 nacheinander eröffnen. Begleitend finden an beiden Ausstellungsorten Film- und Performance-Veranstaltungen sowie Künstlergespräche, Vorträge und Lesungen statt.

 

HORIZONTAL VERTIGO umfasst Neuproduktionen wie auch bereits existierende Arbeiten einer Gruppe internationaler Künstler*innen, deren interdisziplinäre und zeitbasierte Kunst von feministischen, queeren und dekolonialen Perspektiven geprägt ist, und die in ihrer Arbeit restriktive Konzepte von Identität, Geschichte und Repräsentation aufbrechen. Die Ausstellungen und Veranstaltungen folgen keinem übergeordneten Thema, sondern entstehen in einem spezifischen Kontext aus dem Werk der jeweiligen Künstler*innen. So entwickelt sich im Laufe der Zeit ein fluides und mehrdeutiges Netz aus Assoziationen und Geschichten.

 

Den Impuls für den kuratorischen Rahmen dieser einjährigen Serie gaben die poetisch-politischen Schriften der Autorin, Künstlerin und Filmemacherin Trinh T. Minh-ha. Der titelgebende Begriff „horizontal vertigo“ entstammt ihrem Essay „Cotton and Iron“ aus dem Jahr 1991, in dem Minh-ha den Gedanken der Pluralität und das Paradox der „Nicht-Totalisierbarkeit“ (non-totalness) in den Fokus rückt und im Zuge dessen Systeme binärer Opposition und eingrenzende Kategorisierung kritisch hinterfragt. HORIZONTAL VERTIGO verfolgt daher kein übergeordnetes Thema und speist sich stattdessen aus dieser Hinwendung zum unendlich Wandelbaren. Das Jahresprogramm lebt von der Vielfalt an Erzählweisen und Erzählenden.

 

Kuratiert von Lisa Long

 

 

FILM-SCREENINGS:

 

Die begleitende Reihe von Screenings in Düsseldorf wird Künstler*innen oder auch Künstler*innen-Duos jeweils für eine Dauer von sechs Wochen zeigen. In Berlin wird es einige Einzelvorführungen geben. Unter den teilnehmenden Künstler*innen sind: Morehshin Allahyari, Dorota Gawęda und Eglė Kulbokaitė, Sky Hopinka, Chelsea Knight, Trinh T. Minh-ha, Arjuna Neuman & Denise Ferreira da Silva, Martine Syms, Eduardo Williams, Anna Zett.

 

 

PERFORMANCE-PROGRAMM IN DER JSC Berlin:

 

Colin Self: SIBLINGS
31. Mai & 1. Juni 2019

 

Während des gesamten Jahres wird der Komponist und Choreograf Colin Self diverse Performances im Zusammenhang mit seinem kürzlich erschienenen Album SIBLINGS  zeigen.

KÜNSTLER*INNENLISTE

Sophia Al-Maria, Morehshin Allahyari, Meriem Bennani, Pauline Boudry / Renate Lorenz, A.K. Burns, Dorota Gawęda und Eglė Kulbokaitė, Sky Hopinka, Rindon Johnson, Chelsea Knight, Trinh T. Minh-ha, Arjuna Neuman & Denise Ferreira da Silva, Colin Self, Martine Syms, WangShui, Eduardo Williams, Anna Zett

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HORIZONTAL VERTIGO:
WANGSHUI

12. SEPTEMBER 2019 – 15. DEZEMBER 2019

In WangShuis erster Einzelausstellung in Europa präsentiert die JULIA STOSCHEK COLLECTION drei Bewegtbild-Installationen, die zwischen 2016 und 2019 entstanden sind und persönliche Transformationsprozesse untersuchen. WangShuis Arbeiten, die stets von subjektiven Überlegungen und Erfahrungen ausgehen, greifen oft in die umliegenden Architekturen ein und gestalten diese neu. Dabei integriert WangShui lebende Subjekte und Reste des Alltags. Es entstehen halluzinatorische Räume, die zwischen Bild und Objekt, Körper und Projektionsfläche, Herkunft und Diaspora changieren.

 

In der Live-Videoinstallation Gardens of Perfect Exposure (2016–2018) begegnen wir einer auf mehreren Ebenen angelegten, modellgroßen Architektur. Die aus Badezimmerarmaturen konstruierte Anlage wird zu einem Spa-ähnlichen Biotop für dutzende sich verpuppender Seidenraupen, die im Verlauf der Ausstellung eine körperliche Metamorphose vollziehen. Dieser Transformationsprozess wird von drei Kameras erfasst und in Echtzeit auf die Galeriewände projiziert. Die Live-Videoübertragung übt eine desorientierende Wirkung aus, unsere Aufmerksamkeit verlagert sich von der Arbeit in ihrer materiellen Präsenz hin zu ihrem medial vermittelten Bild.

 

In der Videoarbeit From Its Mouth Came a River of High-End Residential Appliances (2017–2019) zeigen stark verlangsamte Drohnenaufnahmen eine Reihe von Wolkenkratzern am Südchinesischen Meer, in denen große Durchlässe erkennbar sind. Solche in Hongkong verbreiteten Öffnungen werden Drachentore genannt und dienen, so der Mythos, Drachen auf ihrem Flug von den Bergen zum Meer als Durchschlupf. Diese Öffnungen sollen auch den nötigen Energiefluss zwischen der Natur und der von Menschen gebauten Umwelt gewährleisten. Für den*die Erzähler*in im Film sind die Drachentore Anlass zu einer sowohl formalen als auch ideologischen „Gestaltwandlung“ sowie eine ausgedehnte soziopolitische Kritik von Gender, dem Kino und dem westlichen Denken insgesamt.

 

In der Ausstellung erstmals präsentiert wird außerdem eine neue Dreikanal-Videoinstallation, die im Auftrag der JULIA STOSCHEK COLLECTION produziert wurde. Als letzten Teil der Werkfolge suggeriert diese neue Arbeit einen Ort, der sowohl Ankunft als auch Verschwinden, Präsenz und zugleich Abwesenheit symbolisiert. Das Werk verwendet gewebte, lichtdurchlässige LED-Systeme, wie sie für großflächige Werbungen auf Häuserfassaden zum Einsatz kommen. Die Installation ist so konzipiert, dass der ideale Betrachtungsabstand etliche Zentimeter jenseits der Ausstellungswände liegt.

 

Die projizierten Bilder rücken somit an den Rand dessen, was für uns gerade noch wahrnehmbar ist. Nähert man sich ihnen weiter an, löst sich der Bezug zwischen Bild und Träger auf, und die Betrachter*innen finden sich in einen Zustand zwischen totaler Abstraktion und Kathexis (was in der Psychoanalyse die Konzentration von Energie auf eine bestimmte, nicht anwesende Person oder Idee bezeichnet) versetzt.

 

WANGSHUI ist Teil des einjährigen Programms HORIZONTAL VERTIGO in der JULIA STOSCHEK COLLECTION in Düsseldorf und Berlin, kuratiert von Lisa Long.

KÜNSTLER*INNENLISTE

WangShui

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ACUTE ART AT JULIA STOSCHEK COLLECTION
BJARNE MELGAARD / KOO JEONG A

12. OKTOBER 2019 – 15. DEZEMBER 2019

ERÖFFNUNG

11. Oktober 2019, 19–22 Uhr

 

ARTIST TALK
Ein Gespräch mit Daniel Birnbaum, Julia Stoschek und Bjarne Melgaard findet am Tag der Eröffnung, am 11. Oktober um 18 Uhr in der JSC Berlin statt.

 

 

Die Julia Stoschek Collection und Acute Art, London, freuen sich, als Auftakt einer langfristigen Kollaboration eine Virtual-Reality-Neuproduktion des norwegischen Künstlers Bjarne Melgaard sowie Augmented-Reality-Werke von Koo Jeong A zu präsentieren.

Bjarne Melgaards neue Virtual-Reality-Produktion My Trip (2019) schickt die Betrachter*innen auf einer Abwärtsspirale in die entferntesten Regionen des Dark Web. Melgaard vergleicht die Erfahrung mit der Einnahme von Dimethyltryptamine (DMT), einer Droge, die in vielfältiger Form in der Natur vorkommt und auch von einer Drüse in unserem Gehirn produziert wird. DMT gilt als die stärkste halluzinogene Substanz auf der Welt und ist in nahezu jedem Lebewesen nachweisbar. Melgaards Werk wurde nicht nur von Autoren wie Stig Sæterbakken, David Benatar oder Paul Ehrlich, sondern auch von Claude Prosper Jolyot de Crébillons 1742 erschienenem libertinären Roman Le Sopha, conte moral oder etwa der Black-Metal-Band Darkthrone inspiriert.

 

Neben altbekannten Figuren, die in den Arbeiten dieses Künstlers seit nunmehr 25 Jahren immer wieder auftauchen, wie der Lightbulb Man und Octo, treten in My Trip auch Mutationen und Persönlichkeiten in Erscheinung, die in Zusammenarbeit mit Acute Art neu erschaffen wurden. Melgaards neues Werk ist eine außergewöhnliche Visualisierung der halluzinatorischen Welten, wie sie ein DMT-Trip hervorrufen kann.

 

Ausgehend von der Idee des Selbstmords als existentieller Konflikt, der Verfügbarkeit neuartiger Psychedelika sowie dem Verlust des Selbst, den wir während eines DMT-Trips empfinden, thematisiert das Werk das Leben an sich und geht der Frage nach, für welche Art Leben wir uns letztendlich entscheiden. Darüber hinaus erhalten wir Einblicke in Melgaards Einstellung zu Antinatalismus und Überbevölkerung. Der Künstler vertritt die nicht unumstrittene Ansicht, zur Sicherung ihrer zukünftigen Existenz müsse die Menschheit auf weitere Fortpflanzung verzichten, damit so die im Zuge der Produktion neuen menschlichen Lebens verursachte Kohlendioxidbelastung aufgehalten wird.
My Trip blickt darüber hinaus in die Abgründe des technologischen Untergrunds und beleuchtet unseren tagtäglichen Konsum endloser Informationen und das Gefühl der Apathie und Langeweile, welche diese Technologie schlussendlich produziert.

 

Zeitgleich mit dieser Premiere ist das Projekt density (2019) der koreanischen Künstlerin Koo Jeong Azu sehen. Die Ausstellung ist Teil einer von Acute Art international präsentierten fortlaufenden Serie und kann neben der JULIA STOSCHEK COLLECTION an verschiedenen Standorten in der Stadt Berlin besucht werden. Die Augmented-Reality-Werke von Koo Jeong A wurden 2019 auf der 58. Biennale in Venedig sowie, ebenfalls 2019 und zeitgleich mit der Art Basel, in der Fondation Beyeler in Riehen/Basel präsentiert.

 

 

BJARNE MELGAARD

 

Bjarne Melgaard ist ein norwegischer Künstler (geb. 1967 in Sydney, Australien). Er lebt und arbeitet in Oslo. Melgaard begann Mitte der 1990er-Jahre, sich mit Malereien, Skulpturen und Installationen auseinanderzusetzen, die er in einem neo-expressionistischen, stürmischen Stil umsetzte. Im Zentrum seines Werkes stehen stets gesellschaftliche, politische und ideologische Themen. Während er die Abgründe der menschlichen Existenz in den Blick nimmt, sondiert, erforscht und erweitert er die Grenzen dessen, was als gesellschaftlich akzeptabel gilt. Melgaards Arbeiten wurden von führenden Galerien weltweit in bislang über fünfundvierzig Einzelausstellungen präsentiert. Sein Werk war in zahlreichen Gruppenausstellungen und internationalen Kunstmessen vertreten. Er ist als Kurator aktiv und schätzt Kollaborationen; zudem ist er der Verfasser von über einem Dutzend Romanen und Produzent von sieben Filmen.

 

2011 repräsentierte Melgaard Norwegen auf der 54. Biennale in Venedig. Er ist zweimaliger Teilnehmer der Biennale de Lyon. Ebenfalls 2011 wurde Melgaard mit einer Mid-Career-Retrospektive im Astrup Fearnley Museum in Oslo gewürdigt. 2014 nahm er an der Whitney Biennial, New York, teil, und im Januar 2015 wurde sein Werk in der ersten von sechs wichtigen Ausstellungen im Munch Museum in Oslo gezeigt. MELGAARD + MUNCH The end of it all has already happened eröffnete einen direkten Dialog zwischen Werken von Melgaard und dem Œuvre Edvard Munchs.

 

 

KOO JEONG A

 

Koo Jeong A (geb. 1967 in Seoul, Südkorea) lebt und arbeitet überall auf der Welt. Seit den frühen 1990er-Jahren entwickelt Koo Jeong A Werke, die sich vordergründig beiläufig und banal geben, doch zugleich von bemerkenswerter Präzision, sehr bewusst und reflektiert sind. In ihrer Praxis, die sich mit den Sinnen und dem menschlichen Körper beschäftigt, kombiniert sie Objekte mit fotografischen und bewegten Bildern und setzt Audioelemente sowie Duftstoffe ein. Viele ihrer Arbeiten sind speziell für ortsspezifische Situationen konzipiert. Dabei lotet sie die Grenzen zwischen Fakt und Fiktion, zwischen unseren Vorstellungen und der realen Welt aus. Wichtig für Koo Jeong A sind Energien, die Orte und Personen miteinander verbinden. Sie setzt auf den Zufall, dass es zu Begegnungen mit anderen kommt.
Jeong A wurde 2016 vom Korean Cultural Centre UK zur Künstlerin des Jahres ernannt. Besonders hervorzuheben unter ihren Einzelausstellungen und Auftragswerken aus jüngster Zeit sind ajeongkoo, Art Sonje Center, Seoul (2017); Enigma of Beginnings, Yuz Project Room im Yuz Museum, Shanghai (2016); Koo Jeong A x Wheelscape: Evertro, Everton Park, Liverpool (2015), und Oussser, Fondazione La Raia, Novi Ligure (2014).

 

Augmented-Reality-Werke von Koo Jeong A wurden in diesem Jahr im Rahmen der von Acute Art kuratierten Sonderausstellung Electric auf der Frieze New York ausgestellt, sowie zeitgleich mit der diesjährigen Biennale in Venedig, bei My Art Guides Venice Meeting Point. Des Weiteren wurde eine Präsentation der Künstlerin während der Art Basel 2019 im Garten der Fondation Beyeler gezeigt.

 

 

ACUTE ART

 

Unter der Leitung von Daniel Birnbaum kooperiert Acute Art mit herausragenden Gegenwartskünstler*innen und eröffnet ihnen Zugang zu innovativen Technologien, durch die sie ihre kreativen Visionen in neue digitale Medien – darunter virtuelle, erweiterte und gemischte Realitäten – übertragen können. Als kuratorisches Laboratorium und Forschungsplattform möchte Acute Art dem Publikum digitale Kunstwerke auf neue Weise erfahrbar machen und zwar sowohl im physischen Sinne durch Ausstellungen als auch durch das kuratierte Angebot auf der Acute Website und der kostenlosen App.

 

Seit 2017 hat Acute Art mit folgenden Künstler*innen zusammengearbeitet: Marina Abramović, Olafur Eliasson, Jeff Koons, Anish Kapoor, Nathalie Djurberg & Hans Berg, Christo & Jeanne-Claude und Antony Gormley sowie weiteren talentierten und preisgekrönten Künstler*innen. Die Arbeiten sind über die Website und App zugänglich und können über den App Store oder Google Play sowie auch Steam und HTC Viveport heruntergeladen werden.

 

www.acuteart.com

KÜNSTLER*INNENLISTE

Bjarne Melgaard, Koo Jeong A

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STAN DOUGLAS
SPLICING BLOCK

2. NOVEMBER 2019 – 1. MäRZ 2020

ERÖFFNUNG

30. Oktober 2019, 19 Uhr

 

KÜNSTLERGESPRÄCH

1. November 2019, 18 Uhr

 

 

Die JULIA STOSCHEK COLLECTION freut sich, eine Ausstellung des renommierten kanadischen Künstlers Stan Douglas (*1960, Vancouver) in Berlin zu präsentieren.

 

Seit den späten 1980er Jahren arbeitet Stan Douglas in den Bereichen Film, Fotografie und Installation und lotet die Parameter der jeweiligen Medien aus. Der Künstler befragt in seinen Werken die Vergangenheit, durchbricht traditionelle Erzählstrukturen und verwischt Fakt und Fiktion.

 

Die Ausstellung SPLICING BLOCK widmet sich der Beziehung zwischen Musik und Gesellschaft und ist zugleich eine Reflexion über die Medien Film und Fotografie. Die Werke rekonstruieren und imaginieren die 1960er und 70er Jahre – eine Zeit zwischen (De-)Kolonisierung und Migration, eine Zeit, in der Jazz, Underground Disco und Afrobeat musikalisch prägend waren.

 

Zu sehen sind die frühe Zwei-Kanal Videoinstallation Hors-champs (1992), das sechsstündige Video Luanda-Kinshasa (2013) sowie großformatige Fotografien aus der Serie Disco Angola (2012). Luanda-Kinshasa hat der Künstler in einem dem legendären New Yorker Musikstudio „The Church“ nachempfundenen Raum aufgezeichnet; Hors-champs in einem Pariser Fernsehstudio. Die Fotografien der Serie Disco Angola zeigen inszenierte „Kostüm-Dramen in Fragmenten“ (Stan Douglas) aus dem postindustriellen New York und dem postkolonialen Angola – aufgenommen in Kalifornien.

 

Ein „splicing block“ ist ein Werkzeug zum Schneiden und wieder Zusammensetzen von analogem Bild- und Tonmaterial. Die Präzision des Vorgangs hängt von den Fähigkeiten des Cutters ab – einmal geschnitten, kann der Vorgang nicht rückgängig gemacht werden. Stan Douglas beherrscht das Handwerk, verschiedene Orte und Zeiten spurlos zu verbinden. Es ist nicht nur die minutiöse Inszenierung beim Filmen bzw. Fotografieren, sondern vor allem die akribische Konstruktion im Schneideraum, welche die Betrachter*innen mühelos durch Raum und Zeit transportiert. Der Titel SPLICING BLOCK steht somit sinnbildlich für Stan Douglas’ Arbeitsmethode.

 

Stan Douglas gilt als einer der bedeutendsten Vertreter zeitbasierter Medienkunst. Seine Werke sind erstmals seit 2001 wieder in einer Einzelausstellung in Berlin zu sehen.

 

Kuratiert von Paola Malavassi, Leitung JSC Berlin.

 

 

Die Ausstellung STAN DOUGLAS / SPLICING BLOCK ist Teil des Kulturprogramms im Rahmen von Kanadas Gastauftritt bei der Frankfurter Buchmesse 2020. Sie wird unterstützt durch das Canada Council for the Arts und die kanadische Regierung, vertreten durch die Botschaft von Kanada, Berlin.

KÜNSTLER*INNENLISTE

Stan Douglas

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HORIZONTAL VERTIGO:
MERIEM BENNANI
PARTY ON THE CAPS

25. JANUAR 2020 – 3. MAI 2020

ERÖFFNUNG

24. Januar 2020, 19–22 Uhr

 

KÜNSTLERINGESPRÄCH

mit Meriem Bennani, 26. Januar 2020, 16 Uhr

 

 

Im Rahmen ihrer ersten Einzelausstellung in Deutschland wird die Künstlerin Meriem Bennani PARTY ON THE CAPS (2018) zeigen. Die Mehrkanal-Bewegtbild-Installation geht der Frage nach, wie Identität und Ort, bzw. die Vorstellung, einem Ort zugehörig zu sein, sich gegenseitig bedingen, und welche Auswirkung die Vertreibung von diesen realen und imaginären Orten auf das Identitätsbewusstsein hat. Ihre Installation tarnt sich als Science-Fiction-Dokumentation des alltäglichen Lebens auf Caps, einer Insel inmitten des Atlantiks, wo illegale Migranten festgehalten werden. In der Arbeit gelingt es der Künstlerin, Realität mithilfe von magischem Realismus und Humor zu übersteigern. Bennani erzählt Geschichten von gebrochenen Identitäten und kulturellen Hybriden. Sie hinterfragt Genderthemen und die allgegenwärtige Vorherrschaft digitaler Technologien und spielt mit den Grenzen von dem, was wir als vertraut oder komisch empfinden, als real oder virtuell. PARTY ON THE CAPS ist geprägt von Bennanis einzigartigem visuellen Stil, das Werk bedient sich Mitteln des Reality-TV und der Dokumentation, sie verwendet Smartphone-Aufnahmen, soziale Medien, Oral History, Animation und die Ästhetik aufwendiger Filmproduktionen.

 

PARTY ON THE CAPS ist Teil des einjährigen Programms HORIZONTAL VERTIGO in der JULIA STOSCHEK COLLECTION in Düsseldorf und Berlin, kuratiert von Lisa Long.

KÜNSTLER*INNENLISTE

Meriem Bennani

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HORIZONTAL VERTIGO:
COLIN SELF
SUBTEXT
PERFORMANCE

31. MAI 2019 – 1. JUNI 2019

AUTONOMOUS TOGETHER, WORLDING WORLDS, THE RESEARCH SISTER, THE THINKER, WHO IS SHE, A WAVE OF OTHER WAVES, UNNAMED/UNCOUNTED, A TROUBLED ASSEMBLY, MAKING KIN, WITHOUT DOUBT, IRRESOLUTION, FOREVER IN TRANSITION

 

SUBTEXT ist der erste Teil einer neuen Performancereihe des Künstlers und Komponisten Colin Self. Der Ausgangspunkt ist dabei Selfs Siblings Compendium, in dem er Schriften und Zitate, die sein kürzlich erschienenes Album Siblings (2018) inspirierten, zusammengetragen hat. SUBTEXT (2019) konzentriert sich auf die zugrundeliegende Ebene – die Recherchen und das Archiv, auf denen das Album basiert – und führt Texte, Gesang und Bewegungen zu einer Abfolge wandernder Übungen oder „Spiele“ zusammen, die von einer Gruppe performt werden.

 

Das Siblings Compendium ist eine Sammlung kollektiver Recherchen, die von Schriftsteller*innen und Denker*innen wie Ursula K. Le Guin, Donna Haraway, Every Ocean Hughes, Fred Moten und José Esteban Muñoz inspiriert wurde. Das Kompendium fungiert als verbindendes Element zwischen Selfs diversen künstlerischen Experimenten, die er allein oder als kollaborative Projekte realisiert. In SUBTEXT präsentiert Self eine unterhalb der Oper Siblings angesiedelte imaginäre Ebene, auf der er die Recherchen simultan von verschiedenen Akteur*innen aufführen und nacherzählen lässt – in Form von gesprochenen Texten, Songs und Spielen.

 

Performer*innen:

Lori Baldwin, Marie Gailey, Anna Fitoussi, Joey Hansom, Joshua Lerner, Alex Mara, Aaron Reeder, Maciej Sado, Harald Stojan und Melanie-Jame Wolf

 

SUBTEXT ist Teil des einjährigen Programms HORIZONTAL VERTIGO in der JULIA STOSCHEK COLLECTION in Düsseldorf und Berlin, kuratiert von Lisa Long.

KÜNSTLER*INNENLISTE

Colin Self

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HORIZONTAL VERTIGO:
PAULINE BOUDRY / RENATE LORENZ
ONGOING EXPERIMENTS WITH STRANGENESS

26. APRIL 2019 – 28. JULI 2019

 

 

 

ONGOING EXPERIMENTS WITH STRANGENESS ist die bislang umfangreichste Präsentation des Künstlerinnen-Duos Pauline Boudry / Renate Lorenz. Die Ausstellung besteht aus vier raumgreifenden Bewegtbild-Installationen sowie Licht- und Bühnenelementen und skulpturalen Objekten, die im Erdgeschoss und dem Kino der JSC Berlin präsentiert werden.

 

Pauline Boudry und Renate Lorenz stehen in einem kontinuierlichen Austausch über Themen wie Performance und Performativität, Freundschaft und Widerstand. In ihrer kollaborativen Praxis fördern sie solche Momente und Gesten in der Geschichte zutage, die bisher ein Schattendasein führten, und stellen die Allgemeingültigkeit weithin akzeptierter Erzählweisen sowie binäre Kategorien von Identitäten und Bedeutung infrage.
Die in der Ausstellung präsentierten Videoarbeiten – Telepathic Improvisation (2017), Silent (2016), I Want (2015) und To Valerie Solanas and Marilyn Monroe in Recognition of their Desperation (2013) – gründen auf Notationen, Skripts oder öffentlichen Äußerungen, die von Performer*innen adaptiert und interpretiert werden. Gemeinsam mit diesen gehen die Künstler*innen den potenziellen politischen und sexuellen Dimensionen des jeweiligen Werkes auf den Grund und loten die Machtverhältnisse aus, die nicht nur im Miteinander der Akteur*innen sondern auch in der Interaktion zwischen Performer*innen und Publikum zu beobachten sind.

 

Boudry / Lorenz reflektieren in ihrer Kameraarbeit die durchweg mit Gewalt verbundene Geschichte des Sichtbarmachens und hinterfragen, wer oder was eigentlich gesehen und im Umkehrschluss ungesehen und ungehört bleibt. Die Ausstellung bezieht unterschiedliche Bühnenszenarios und Objekte aus den Filmen des Künstler*innen-Duos mit ein, sodass die Grenzen zwischen dem digitalen Repräsentationsraum des Filmes und den realen Räumen der Galerie zunehmend verwischen. Diese Phänomene auf der Projektionsfläche und jenseits davon erforschen die Grenzen musikalischer und filmischer Mittel als Formen des Protests und des Widerstandes und beschwören eine inständig erhoffte Zukunft herauf.

 

ONGOING EXPERIMENTS WITH STRANGENESS ist Teil des einjährigen Programms HORIZONTAL VERTIGO in der JULIA STOSCHEK COLLECTION in Düsseldorf und Berlin, kuratiert von Lisa Long.

 

 

 

BEGLEITPROGRAMM

 

 

KÜNSTLERINNENGESPRÄCH

mit Pauline Boudry / Renate Lorenz, Irene Revell und Lisa Long, 27. Juli 2019, 18.30 Uhr

KÜNSTLER*INNENLISTE

Pauline Boudry, Renate Lorenz

BEGLEITHEFT

Begleitend zur Ausstellung ist eine kostenlose Begleitheft erschienen, die hier als Download erhältlich ist.

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KW PRODUCTION SERIES
BEATRICE GIBSON & JAMIE CREWE

27. SEPTEMBER 2018 – 25. NOVEMBER 2018

In Zusammenarbeit mit der JULIA STOSCHEK COLLECTION und OUTSET Germany_Switzerland widmet sich das Projekt KW PRODUCTION SERIES anhand zweier Neuproduktionen pro Jahr dem künstlerischen Bewegtbild. Das Projekt ist inspiriert von den Gründungsprinzipien der KW Institute for Contemporary Art als einem Ort für Produktion, Reflexion und kritischen Austausch.

 

Die KW PRODUCTION SERIES setzen sich zum Ziel, ausgewählte KünstlerInnen zu unterstützen, deren Arbeit und Karriere sich vor einem wegweisenden Durchbruch befinden und die nicht nur von der finanziellen Unterstützung und dem institutionellen Renommee profitieren, sondern dieses Format auch nutzen, um den Tiefe- und Schärfegrad ihrer künstlerischen Arbeit maßgeblich und nachhaltig zu modifizieren.

 

KW PRODUCTION SERIES wird organisiert von Mason Leaver-Yap, Assoziierte*r Kurator*in der KW.

 

 

JAMIE CREWE:  PASTORAL DRAMA

 

Ein Jahr lang arbeitete Jamie Crewe (*1987 in Manchester, Großbritannien) täglich an der Zweikanal-HD-Videoinstallation Pastoral Drama. Die neue Arbeit besteht aus zwei parallel laufenden Videos, die sich der Allegorie und Animation bedienen, um über Fortschritt nachzudenken. Crewe setzt komplizierte Tusche- und Bleistiftzeichnungen, gesprenkelten Ton und krustiges Knetgummi ein, um sich mit der Evolution mythischer Narrative, (inter-) personellen Veränderungen und kollektiven, politischen Erfahrungen von Zeit auseinanderzusetzen. Pastoral Drama kontrastiert den griechisch-antiken Unterweltmythos von Eurydike mit der Oper Eumelio von Agostino Agazzari. In dieser Oper aus dem 17. Jahrhundert, die für die BewohnerInnen eines römischen Priesterseminars komponiert wurde, springt die titelgebende männliche Hauptfigur für Eurydike ein und vermag dadurch das Schicksal zu wenden. Die zweigleisige Erzählweise von Pastoral Drama vergegenwärtigt den Zusammenbruch mythischer Vergangenheiten, auf den die Gegenwart als unheilvolle Nachwelt folgt.

 

Pastoral Drama entstand im gemeinschaftlichen Auftrag mit Tramway, Glasgow (GB).

 

 

BEATRICE GIBSON: I HOPE I’M LOUD WHEN I’M DEAD

 

Beatrice Gibsons (*1978 in London, Großbritannien) 16-mm-Film I Hope I’m Loud When I’m Dead befasst sich mit Vorstellungen von Geschlecht, Poesie und zivilem Ungehorsam. Der Film entstand in Zusammenarbeit mit zwei der bedeutendsten lebenden LyrikerInnen der USA, CAConrad und Eileen Myles. Gibson verdichtet das Filmmaterial, das am Abend der Amtseinführung des 45. Präsidenten der USA im Januar 2017 aufgenommen wurde, auf ein knappes Format. Dabei vermischt sie bedrohliche Eindrücke der öffentlichen Hand mit intimen Szenen und sanften Portraits. Der Film verwendet Poesie als Mittel, die Gegenwart zu begreifen. CAConrad und Eileen Myles agieren darin als prophetische Lotsen, die uns helfen, einen Weg durch das gegenwärtige Chaos zu finden.

 

I Hope I’m Loud When I’m Dead entstand im gemeinschaftlichen Auftrag mit dem Londoner Camden Arts Centre, der Bergen Kunsthall (NO) und Mercer Union, Toronto (CA).

 

 

KW PRODUCTION SERIES wird durch die großzügige Unterstützung der JULIA STOSCHEK COLLECTION und OUTSET Germany_Switzerland ermöglicht.

KÜNSTLER*INNENLISTE

Beatrice Gibson, Jamie Crewe

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IAN CHENG
EMISSARIES

27. APRIL 2018 – 1. JULI 2018

Die JULIA STOSCHEK COLLECTION freute sich, erstmalig in Deutschland die vollständige Trilogie der EMISSARIES (2015 – 2017) des US-amerikanischen Künstlers Ian Cheng präsentieren zu dürfen.

 

Ian Cheng erkundet anhand von Live-Simulationen das Wesen von Mutationen und unsere Fähigkeit, mit Veränderungen umzugehen. Die Simulationen, die auf den Grundlagen des Video-Game-Designs und der Kognitionswissenschaft basieren, sind von Charakteren bevölkert, die mit Verhaltensimpulsen programmiert wurden, sich aber auch innerhalb von außerweltlichen Umgebungsbedingungen selbst weiterentwickeln können.

 

EMISSARIES ist eine Trilogie von Live-Simulationen über die vergangene und zukünftige kognitive Evolution sowie über die ökologischen Bedingungen, die sie bestimmen. Sie besteht aus drei miteinander verbundenen Episoden, die sich jeweils auf das Leben eines narrativen Agenten – dem Emissary – konzentrieren. Er versucht, eine Reihe narrativer Ziele zu erreichen, dieses Vorhaben wird jedoch durch die zugrunde liegende Simulation gestört und in neue Richtungen umgeleitet. Auf diese Weise entfaltet EMISSARIES Geschichten, die ihren klassischen Determinismus aufzubrechen vermögen, und Simulationen, die den Einfluss innerer Fiktionen darauf anerkennen, wie wir auf die äußere Welt reagieren: Geschichten formen einen Agenten, ein Agent formt die Welt, die Welt formt zurück.

 

Die Präsentation beinhaltete neben den computergenerierten Simulationen Emissary Forks At Perfection (2015), Emissary In The Squat of Gods (2015) und Emissary Sunsets The Self (2017) auch 64 Zeichnungen aus der Entstehung der EMISSARIES. Die Zeichnungen, die zum ersten Mal ausgestellt wurden, boten somit einen einzigartigen Einblick in die Entstehung von Chengs komplexen Simulationen.

KÜNSTLER*INNENLISTE

Ian Cheng

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ARTHUR JAFA
A SERIES OF UTTERLY IMPROBABLE,
YET EXTRAORDINARY RENDITIONS

11. FEBRUAR 2018 – 25. NOVEMBER 2018

Die JULIA STOSCHEK COLLECTION freut sich, das Werk des US-amerikanischen Filmemachers, Kameramanns und Künstlers Arthur Jafa (geboren 1960 in Tupelo, Missisippi, USA) in seiner ersten Ausstellung in Deutschland präsentieren zu dürfen – zusammen mit Beiträgen von Ming Smith, Frida Orupabo und Missylanyus. Die Ausstellung wurde gemeinsam mit den Serpentine Galleries, London, konzipiert und von Hans-Ulrich Obrist und Amira Gad kuratiert.

 

Jafa hat im Laufe der letzten drei Jahrzehnte eine dynamische, multidisziplinäre künstlerische Praxis entwickelt, die sowohl Filme und Installationen als auch Vorträge, Performances und Happenings umfasst. Seine Werke thematisieren und hinterfragen gängige kulturelle Aussagen über Identität und ethnische Zugehörigkeit. Auf Grundlage seiner Recherchen fragt er beispielsweise, auf welche Weise wir uns mit einer Ästhetik identifizieren, die auf der zentralen Bedeutung der afroamerikanischen Musik für die Kulturgeschichte Amerikas beruht.

 

Der Titel der Ausstellung ARTHUR JAFA: A SERIES OF UTTERLY IMPROBABLE, YET EXTRAORDINARY RENDITIONS ( dt. Arthur Jafa: Eine Serie von absolut unwahrscheinlichen, gleichzeitig außergewöhnlichen Darstellungen) bezieht sich auf das Gefühl des Nicht-Vorhandenseins, das der Künstler in der Lebenswirklichkeit der Schwarzen beobachtet.

 

Der Begriff „Rendition“ verweist auf Jafas Interpretation einer Ästhetik, die ihren „Stoff“ aus einer schwarzen Lebenswelt bezieht und historisch in Bilder, Objekte und Artefakte eingeschrieben ist. Durch die Neuaufführung dieser Narrative in der Gegenwart imaginiert und konstruiert Jafa neue Möglichkeiten ihrer Sichtbarmachung.
Jafa stellt mit seinen Arbeiten eine Annäherung an den Aspekt der radikalen Entfremdung schwarzen Lebens im Westen her, während er versucht, die Kraft, wie sie in afrikanischen Darstellungsformen zum Ausdruck kommt, sichtbar zu machen oder zu befreien. Mit Bezügen, die von Fang-Skulpturen bis zu Mississippi Juke Joints, von Marcel Duchamps Urinal bis zum Jazz reichen, beweist er als Filmemacher ein untrügliches Gespür für den Schnitt und die Nebeneinanderstellung von Sequenzen, um so eine maximal intensive Wirkung zu erzielen.

 

Arthur Jafas Arbeiten sind historisch-inhaltlich in ein afrikanisch-amerikanisches – schwarzes – Selbstverständnis eingebettet. Damit schafft er ein Szenario, in dem diese „geschichtsbewussten Geschichten“ – von einem starren Diskurs befreit – eine universelle Bedeutung erhalten könnten.

 

Über sein bevorzugtes Medium sagt Jafa: „Der Film ist eines der wenigen Dinge, insbesondere im Kontext des Kinos, der so viel Raum wie die Architektur beansprucht, dabei aber wie die Musik völlig immateriell ist.“

KÜNSTLER*INNENLISTE

Arthur Jafa, Frida Orupabo, Ming Smith, Missylanyus

AUSSTELLUNGSKATALOG

Hrsg. Serpentine Galleries, the Store X, JULIA STOSCHEK COLLECTION, und Koenig Books.

Texte von Fred Moten, Tina M. Campt, Ernest Hardy, John Akomfrah, Arthur Jafa, Lucius Shepard, James Tiptree, JR., Saidiya Hartman, Dionne Brand, Sylvia Wynter, Akwaeke Emezi, Leo Bersani, Dave Hickey, Judith Butler, Hortense J. Spillers, Jean Baudrillard, Amiri Baraka, Greg Tate, Samuel R. Delany, Gilles Deleuze, Felix Guattari, Denise Ferreira da Silva, Nathaniel Mackey, Cecil Taylor, NourbeSe Philip, Paolo Bacigalupi, Hilton Als, Jerzy Grotowski, CM Burroughs, John Keene, Greil Marcus, Henry Dumas, Hans Ulrich Obrist, Yana Peel.

 

Sprache: Englisch

April 2018. 847 Seiten

Format: 27,4 x 33,9 cm

Hardcover, gebunden

mit Prägung

ISBN: 978-1-908617-44-6

Museumsausgabe: 90 €

Begleitend zu Arthur Jafas Ausstellung A SERIES OF UTTERLY IMPROBABLE, YET EXTRAORDINARY RENDITIONS in den Serpentine Galleries und der JULIA STOSCHEK COLLECTION Berlin, ist dieser Katalog erschienen.

 

Aufbauend auf Jafas bildbasierender Praxis umfasst die Publikation eine Reihe visueller Sequenzen, die innerhalb der Buchseiten angeschnitten und gegenübergestellt sind. Der Künstler sammelt und arbeitet seit den 1990er Jahren an einer Serie von Quellenbüchern, um die ungeschriebenen Geschichten und Narrative der Lebenswelt der Schwarzen nachzuzeichnen und abzubilden. Dieses visuelle Material wird durch eine Reihe von in Auftrag gegebenen Texten ergänzt, die mit einem reichen Kompendium an Essays, Kurzgeschichten und Poesie verbunden sind, die Jafas künstlerische Praxis bekannt gemacht haben und zusammen eine beispiellose Quelle bilden. Jetzt bestellen

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JAGUARS AND ELECTRIC EELS

5. FEBRUAR 2017 – 26. NOVEMBER 2017

Zwischen 1799 und 1804 bereiste der junge Naturforscher Alexander von Humboldt (1769–1859) in zwei Expeditionen zum ersten Mal den amerikanischen Kontinent. Der abenteuerlichste Abschnitt seiner Reise war die Fahrt auf dem Orinoco bis zum Rio Negro in Venezuela. Der Bericht über diese Reise legte damals den Grundstein für eine ganzheitliche Betrachtung der Natur, die ihrer Zeit weit voraus war. Als erster Forscher verdeutlichte von Humboldt, wie die Naturkräfte, belebt und unbelebt, zusammenwirken. 1853 wurden diese ersten Aufzeichnungen von der Neuen Welt unter dem Titel „Jaguars and electric eels“ (dt.: „Jaguare und Zitteraale“) als Ausschnitt aus den „Personal Narrative of a Journey to the Equinoctical Regions of the New Continent“ als Sonderausgabe veröffentlicht.

 

Die gleichnamige Sammlungspräsentation in der JULIA STOSCHEK COLLECTION in Berlin thematisierte in den vorwiegend medienbasierten Werken eine Wirklichkeit, die Natürlichkeit und Künstlichkeit nicht mehr unterscheidet, sondern vielmehr als Einheit begreift und als gleichberechtigt auffasst. Ausgehend von der Idee einer Ökologie, die neben den natürlichen Gegebenheiten auch die wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Situation sowie den technologischen Fortschritt in den Fokus rückt, richtete die Ausstellung den Blick auf eine alternative Deutung von Anthropologie und Zoologie.

 

So ging es in der Auswahl der Werke um die Suche nach einem evolutionären Ursprung, um Fragen zur Indigenität, um hybride und synthetische Lebensformen, die Migration der Arten, aber auch die sich fortwährend verändernde Wahrnehmung der Realität durch Einflüsse verschiedenster Art.

 

Die in der Ausstellung versammelten künstlerischen Beiträge machten deutlich, dass die moderne Lebenswissenschaft die Grenze zwischen Natürlichem und Künstlichem ebenso hinterfragt wie die Ontologie von Objekten jeglicher Art selbst. Die verschiedenen Themenkomplexe bewegen sich im Zwischenreich von Natur und Kunst und bieten in ihrer Systematik neue Deutungsansätze und Klassifizierungssysteme.

KÜNSTLER*INNENLISTE

Doug Aitken, Kader Attia, Heike Baranowsky, Trisha Donnelly, Juan Downey, Encyclopedia Pictura & Björk, Cyprien Gaillard, Ryan Gander, Manuel Graf, Cao Guimarães, Nancy Holt & Robert Smithson, Donna Huanca, Martin Honert, Isaac Julien, Simon Martin, Nandipha Mntambo, Ana Mendieta, Paul Pfeiffer, Ben Rivers, Natascha Sadr Haghighian, STURTEVANT, James Richards & Leslie Thornton, Bill Viola, Guan Xiao, Anicka Yi, Aaron Young, Jon Rafman

AUSSTELLUNGSZEITUNG

Begleitend zur Ausstellung ist eine kostenlose Zeitung erschienen, die hier als Download erhältlich ist.

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WELT AM DRAHT

2. JUNI 2016 – 13. NOVEMBER 2016

WELT AM DRAHT war der Titel der ersten Präsentation in der neuen Dependance der JULIA STOSCHEK COLLECTION in Berlin. Die JULIA STOSCHEK COLLECTION widmete sich in dieser Ausstellung medienbasierten Werken, die sich mit den Einflüssen und Veränderungen auf unsere gesellschaftliche Realität, Identität und Umwelt seit der Digitalisierung auseinandersetzen.

 

In 38 Hauptwerken von 20 internationalen Künstlern aus dem Bestand der JULIA STOSCHEK COLLECTION, angefangen von raumgreifenden Videoinstallationen, skulpturalen Arbeiten, einer Performance, einer monumentalen Echtzeitsimulation bis hin zu einer eigens für die Ausstellung produzierten Arbeit des Künstlerkollektivs K-HOLE veranschaulichte diese Ausstellung eine völlig neue künstlerische Formensprache, die erst durch die Digitalisierung ermöglicht wird.

 

WELT AM DRAHT leitet sich ab vom gleichnamigen zweiteiligen Fernsehfilm aus dem Jahre 1973 des deutschen Filmemachers Rainer Werner Fassbinder (geboren 1945 in Bad Wörishofen, gestorben 1982 in München). Die Handlung des Films ist widerum nach der Romanvorlage Simulacron 3 (dt. Ausgabe Welt am Draht, 1965) des amerikanischen Autors Daniel F. Galoye aus dem Jahr 1964 entstanden.

 

Am Institut für Kybernetik und Zukunftsforschung wird nichts dem Zufall überlassen. Angeblich zu Forschungszwecken wird von einem privaten Unternehmen mit Hilfe eines Großrechners eine computeranimierte Welt eingerichtet, in der sich wirtschaftliche und soziale Entwicklungen simulieren lassen, um Prognosen und damit Handlungsentscheidungen treffen zu können. Dieser Großrechner namens Simulacron 1 ist in der Lage, einen Ausschnitt der Realität mitsamt ihren Bewohnern perfekt zu simulieren. Die simulierten Personen haben zwar ein eigenes Bewusstsein, jedoch keine Ahnung, dass sie nur Teil einer virtuellen Realität sind.

 

Eine der zentralen Arbeiten in der Ausstellung war die Echtzeitsimulation von Ian Cheng (geboren 1984 Los Angeles, lebt und arbeitet in New York) aus dem Jahre 2015. Sein künstlerisches Werk beschäftigt sich vor allem mit dem Evolutionsprozess in Bezug auf den Menschen, der Wesensart von Mutationen und der damit zusammenhängenden Fähigkeit des Menschen, sich an äußere Bedingungen anzupassen. Die virtuell animierten Echtzeitsimulationen, die im 3-D-Videogame-Design entstehen, dienen Cheng dazu, mikroskopisch wesentliche Mechanismen des komplexen und über Jahrtausende andauernden Evolutionsprozesses für den Rezipient erfahrbar zu machen. Dabei begreift der Künstler seine Echtzeitsimulationen als „neurologische Gymnastik“, die dem Betrachter an die Erfahrung des fortwährenden Wandels sowie an Zustände der Verwirrung, Beklemmung und der kognitiven Dissonanz gewöhnen sollen.

 

Künstler wie Britta Thie oder das Künstlerkollektiv K-HOLE nutzen in ihren Werken die Bilder der Werbung als primäre Sprache. Konsum- und Produkterfahrung in kapitalistischen Gesellschaften werden zum Subjekt der Kunst.

 

Jon Rafman, Wu Tsang, Hannah Black und Hito Steyerl hingegen thematisieren die Zerrissenheit in der digitalen Kultur und Subkultur von Online-Communities.

 

Ein weiterer Aspekt der Ausstellung war die Definition von Sterblichkeit, die besonders in den zwei Videoinstallationen A Minute Ago und Palisades In Palisades von 2014 der 1986 geborenen US-amerikanischen Künstlerin Rachel Rose (lebt und arbeitet in New York) als zentrales Motiv erörtert wird. Die Schauplätze und Sujets ihrer Videoarbeiten reichen vom Glass House von Philip Johnson bis hin zum Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und Darstellungen von Parkgestaltung im 19. Jahrhundert. Die Erzählungen provozieren einen Déjà-vu-Effekt, überlagern sich gegenseitig und offenbaren verschiedene Sichtweisen auf den Tod.

 

Die Werke der Präsentation vereinte ein kritischer Impuls, der die Frage nach Limitierung und Legitimierung der digitalen Technik stellt.

KÜNSTLER*INNENLISTE

Ed Atkins, Neïl Beloufa, Hannah Black, Ian Cheng, Loretta Fahrenholz, Cao Fei, Melanie Gilligan, Camille Henrot, Juliana Huxtable, K-HOLE, Josh Kline, Helen Marten, Jon Rafman, Rachel Rose, Timur Si-Qin, Frances Stark, Hito Steyerl, Britta Thie, Wu Tsang, Amir Yatziv

AUSSTELLUNGSZEITUNG

Begleitend zur Ausstellung erschien eine kostenlose Zeitung mit einem Essay von Hannah Black und einführenden Texten zu den einzelnen Werken, die hier als Download verfügbar ist.

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RHINELAND INDEPENDENT

15. NOVEMBER 2019 – 17. NOVEMBER 2019

KAI 10 | ARTHENA FOUNDATION

LANGEN FOUNDATION

SAMMLUNG PHILARA

JULIA STOSCHEK COLLECTION

 

AT

 

ART DÜSSELDORF

BOOTH D01

Areal Böhler
Hansaallee 321

40549 Duesseldorf

 

 

Stiftungen und Sammlungen zur modernen und zeitgenössischen Kunst, die auf privates Engagement zurückgehen, bereichern in bedeutsamer Weise die vielschichtige Kunstlandschaft öffentlicher Museen, Institutionen und Off-Spaces im Rheinland. Aus Leidenschaft und im Bewusstsein für die eigene gesellschaftliche Verantwortung realisieren private Initiativen eigenfinanzierte Ausstellungshäuser, initiieren Künstlerstipendien, stiften Schenkungen und Leihgaben, agieren als Sponsoren und finanzieren Neuproduktionen. Neben dem intensiven Aufbau einzigartiger Sammlungen junger wie etablierter Kunst, ermöglichen sie, über die Entstehung von Kunstwerken hinaus, eine karrierebegleitende Unterstützung und verfolgen einen archivarischen Auftrag.

 

Mit Rhineland Independent schließen sich vier dieser Initiativen für die bildende Kunst erstmals zusammen, um gemeinsam ihr facettenreiches Programm vorzustellen und neue Projekte anzudenken. Die Stärke der Kooperation liegt insbesondere in der Vielfalt der jeweiligen Spezialisierung und individuellen Programmatik der einzelnen Akteur*innen. Denn letztendlich spiegelt sich in den unterschiedlichen institutionellen und inhaltlichen Schwerpunkten auch die Diversität eines lebendigen Kunstdiskurses wider.

 

Eintritt nur mit Ticket der Art Düsseldorf.

 

 

ÖFFNUNGSZEITEN

Donnerstag, 14.11., 16–20 Uhr (Eröffnung)

Freitag, 15.11., 12–19 Uhr

Samstag, 16.11., 11–19 Uhr

Sonntag, 17.11., 11–19 Uhr

TIME KILLS
SESC, SÃO PAULO, BRASILIEN

21. MäRZ 2019 – 16. JUNI 2019

TIME KILLS – MOVING IMAGE FROM THE JULIA STOSCHEK COLLECTIONpräsentiert eine Auswahl von Arbeiten aus einer der bedeutendsten Sammlungen zeitbasierter Kunst in Düsseldorf und Berlin, die die Sammlerin Julia Stoschek seit 2007 zusammengetragen hat.

 

Die Ausstellung versammelt Film- und Videoarbeiten von siebzehn Künstlern und umfasst über sechs Jahrzehnte audiovisueller Produktionen zu Aspekten der Kulturgeschichte, ethnischen Fragen, Geschlechteridentität, Verbreitung von Bildern in den Medien und der Rolle des Künstlers in der heutigen Gesellschaft. Zwei mögliche thematische Komplexe sind zum einen die Selbstdarstellung und ihre Methoden wie beispielsweise das Selbstporträt und die Fiktionalisierung des Lebens, die als potenzieller roter Faden dienen und die einzelnen Arbeiten der Ausstellung vereinen, sowie das Thema Aneignung, das Sammeln und die Montage von Bildern aus anderen Quellen. Sie bilden eine konzeptionelle Grundlage für das Verständnis der Ausstellung, allerdings beschränken sich die möglichen Lesarten und die Bezüge der Werke zueinander nicht darauf.

 

Der Titel TIME KILLS ist einer Äußerung von Chris Burden aus einer Fernsehwerbung der 1970er Jahre entlehnt, ein Gemeinplatz, der jedoch eine unbestreitbare Wahrheit beschreibt. „Zeit tötet,“ da sie vergeht, der Wahrheitsgehalt dieser Äußerung lässt sich kaum leugnen. Dennoch werden durch sie im Kontext dieser Ausstellung auch andere Wahrnehmungsebenen aktiviert. Zeitbasierte Kunst bezieht sich auf Werke aus den Bereichen Video, Film, Audio oder Computertechnologie, die sich dem Betrachter über eine zeitliche Dauer hinweg eröffnen und nicht etwa wie bei der Malerei und der Skulptur als vornehmlich räumliche Erfahrung (obwohl der Zeitraum auch bei diesen zwei- oder dreidimensionalen Kunstformen eine Rolle spielt). Um zeitbasierte Kunst zu sammeln, muss Zeit in analogen und digitalen Medien komprimiert werden. Ihre Präsentation in einer Ausstellung erfordert insofern eine Dekomprimierung dieser Zeiträume und die Herstellung verschiedener Formen von Verräumlichung mit Darbietungen verschiedener Länge, die in einer Gruppenausstellung zeitgleich gezeigt werden. Im Falle dieser Ausstellung ergeben sich zusammengezählt zehn Stunden, einunddreißig Minuten und vierzig Sekunden (die die Betrachter nach Belieben aufteilen und neu kombinieren können).

 

Historisch gesehen tritt die Entwicklung von Videoarbeiten als Kunstform gemeinsam mit der Verbreitung des elektronischen Bildes und seiner Verflechtung mit dem täglichen Leben in Erscheinung, wodurch unsere Wahrnehmung von Zeit und Raum unwiderruflich verändert wurde. Die Künstlerin Hermine Freed hat das Phänomen bereits in den 1970er Jahren mit folgenden Worten beschrieben: „Wir können zwar die Qualität des Fernsehens in Frage stellen, aber wir können nicht leugnen, dass es unser Verständnis von Zeit und Raum verändert hat.“ Mit anderen Worten, die Auswirkungen von elektronischen Medien auf unser Leben gehen über unsere Bewertung dieser Medien hinaus. Und dies umso mehr in einem Kontext, in dem sie einem fortwährenden Wandel unterliegen, mit dem wir mithalten müssen und der die Art und Weise, wie der Kapitalismus unsere Konsumwünsche und -triebe steuert, unmittelbar beeinflusst. Die Virtualisierung unserer Welterfahrung und die zunehmende zeitliche (daher subjektive) Verdichtung bilden den Hintergrund, vor dem der Künstler seine Arbeit erschaffen muss. Insofern tötet Zeit nicht nur passiv, sondern jede Sekunde auch ein bisschen mehr.

 

Die Ausstellung umfasst drei Räume für großformatige Installationen im fünften Stockwerk mit Arbeiten von Arthur Jafa, Rachel Rose und Monica Bonvicini. Sie ermöglichen ein immersives, zeitbasiertes Erlebnis in einer abgeschirmten Umgebung. Diese drei Arbeiten, die trotz ihrer markanten Unterschiede gewissermaßen den „Ankerpunkt“ des ersten Teils der Ausstellung darstellen, entspringen alle einem spezifischen kulturellen Kontext. Jafa hat auf der Basis der Visualität afroamerikanischer Kultur eine epische Collage komponiert; Rose hingegen hat die Chronologie einer Region und ihre Verbindung mit verschiedenen historischen Ebenen erkundet; und Bonvicini hat eine Doppelprojektion choreografiert, die Aspekte von Geschlecht und Nostalgie heraufbeschwört. Die Präsentation der Werke in den umgebenden Ausstellungsräumen eröffnet neue Bezüge der Arbeiten untereinander. Zwei Aufzeichnungen von Performances aus den 1970er Jahren von Eleanor Antin und Hannah Wilke, die beide das Gesicht der Künstlerin als Bühne komplexer Ereignisse inszenieren, werden spiegelbildlich einander gegenübergestellt. In zwei deckungsgleichen Räumen erkunden Hito Steyerl und Ryan Gander das Potenzial ihrer eigenen Bilder als Material für die Herstellung ihrer Arbeiten. Die Beiträge von Ulay und Lutz Bacher sind dem Thema gestohlener Bilder und angeeigneter Fotografien gewidmet und verleihen Ikonen der Kunstgeschichte und der Massenkultur neue Bedeutungen.

 

Im sechsten Stockwerk werden Werke von Douglas Gordon und Cyprien Gaillard in einer Art Diptychon präsentiert, ein Verweis auf die das Gebäude umgebende Unternehmensarchitektur und auf die narzisstische Bedeutung von Bildern bei der Errichtung urbaner Ikonen. Um den Zeithorizont der Ausstellung etwas flexibler zu gestalten, sind für die Eingangshalle vier Projektionsflächen mit Filmen von Barbara Hammer, Charles Atlas, Dan Graham, and Jack Smith vorgesehen, eine Art historische und speziell für diese Ausstellung geschaffene Filmbibliothek. Auf der Fassade des Gebäudes präsentiert sich zur Stadt hin das Video von Fischli & Weiss und lässt die Passanten der Avenida Paulista mit ihrer Schnelllebigkeit kurz innehalten.

 

Die Manipulation von Zeit ist eine der Vorgehensweisen der Künstler im Umgang mit Bildern, angefangen von Aufzeichnungen und Projektionen bis natürlich auch zum Schnitt des Materials. Der Kurator, der diese Werke ausstellt, genießt das gleiche Privileg, wenn er sie im Raum, und in der Zeit arrangiert.

 

Kuratiert von Rodrigo Moura.

KÜNSTLER*INNENLISTE

Eleanor Antin, Charles Atlas, Lutz Bacher, Monica Bonvicini, Chris Burden, Peter Fischli & David Weiss, Cyprien Gaillard, Ryan Gander, Douglas Gordon, Dan Graham, Barbara Hammer, Arthur Jafa, Rachel Rose, Jack Smith, Hito Steyerl, Ulay, Hannah Wilke

TURN ON
ZEITBASIERTE MEDIENKUNST AUS DER JULIA STOSCHEK COLLECTION
TEL AVIV MUSEUM OF ART, TEL AVIV, ISREAL

31. MäRZ 2015 – 29. AUGUST 2015

Vom 31. März bis zum 29. August 2015 wurden erstmals im Rahmen des 50-jährigen Bestehens der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel Hauptwerke der JULIA STOSCHEK COLLECTION im Tel Aviv Museum of Art gezeigt. Es war die bislang umfangreichste Präsentation zeitbasierter Arbeiten in Israel. Der Ausstellungstitel ist der Arbeit TURN ON von Adrian Paci aus dem Jahr 2004 entlehnt und erlaubt zahlreiche vieldeutige Assoziationsebenen: Einschalten, Entzünden, Provokation, aber auch eine körperliche Anspielung im Sinne des buchstäblichen „Anmachens“.

 

Ein Leitgedanke in der Konzeption der Sammlung ist der Aspekt der Zeitgenossenschaft. Entsprechend ist die Präsentation auf den jüngsten Teil der Sammlung ausgerichtet. Die in TURN ON gezeigten Arbeiten sind im Verlauf des letzten Jahrzehnts entstanden, in dem sich die technikbasierten Medien mit rasanter Geschwindigkeit entwickelt haben. Dies spiegelt sich in einem beeindruckenden Spektrum medienbasierter Kunst wider, die in der Ausstellung anhand von 22 Werken von 17 KünstlerInnen zu sehen sein wird.

 

Das Spektrum der Arbeiten reicht von performativen und theatralen Ansätzen bis zu verschiedenen Formen der Narration. Viele der Werke sind animiert: beispielsweise Ed Atkins’ computeranimierte poetische Avatare als Alter Egos oder Nathalie Djurbergs und Hans Bergs animiertes und orchestriertes manisches Puppenspiel.

 

Mehr als die Hälfte der teilnehmenden KünstlerInnen sind Frauen. Diese weibliche Präsenz lässt Aspekte wie Gender, Sexualität und weibliche Identität in die Ausstellung einfließen, während zugleich existenzielle Fragen, wie sie den Arbeiten der Ausstellung insgesamt zugrundeliegen, beleuchtet werden. Implizite Subtexte von Machtkämpfen – zwischen den Geschlechtern, zwischen dem Einzelnen und der Gesellschaft und zwischen verschiedenen kreativen Traditionen – wie sie in den meisten der Arbeiten zum Ausdruck kommen, lassen eine Ausstellung entstehen, die gleichermaßen kontemplativ, einnehmend und reflektiv ist.

 

Die Arbeiten werden in ihren jeweiligen installativen Zusammenhängen gezeigt, die auf den Museumsraum als skulpturale Sphäre Bezug nehmen. Dabei werden die Videoprojektionen als unverwechselbare Kunsterlebnisse aus Bild, Bewegung, Klang, Raum und Zeit präsentiert und erfahrbar. Sie veranschaulichen dabei die Simultaneität als typische Merkmale unserer Zeit und eröffnen so einen Museumsraum, der sich den einzigartigen Eigenschaften des Projektionsmediums anpasst.

 

Kuratiert von Ruth Direktor.

 

Die Ausstellung wurde in enger Zusammenarbeit mit der JULIA STOSCHEK FOUNDATION e.V. konzipiert.

 

Mit freundlicher Unterstützung des Freundeskreises des Tel Aviv Museum of Art, Israel; Tambour LTD und dem Goethe Institut, Tel Aviv im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums der diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland.

KÜNSTLER*INNENLISTE

Marina Abramović, Ed Atkins, Johanna Billing, Monica Bonvicini, Paul Chan, Keren Cytter, Nathalie Djurberg & Hans Berg, Jesper Just, Klara Lidén, Helen Marten, Adrian Paci, Seth Price, Christoph Schlingensief, STURTEVANT, Mathilde ter Heijne, Andro Wekua

AUSSTELLUNGSKATALOG

Hrsg. Tel Aviv Museum of Art / Julia Stoschek Foundation e.V.

Sprache: Hebräisch/Englisch

2015. 142 Seiten, 103 Abbildungen (85 in Farbe)

Format: 20,5 x 27,5 cm, Softcover

ISBN: 978-965-539-116-9

Museumsausgabe: 19,80 €

 

Mit Texten von Ruth Direktor und Elisa Schaar sowie einem Vorwort von Suzanne Landau und einer Einleitung von Julia Stoschek. Mit Arbeiten von: Marina Abramović, Ed Atkins, Johanna Billing, Monica Bonvicini, Paul Chan, Keren Cytter, Nathalie Djurberg & Hans Berg, Jesper Just, Klara Lidén, Helen Marten, Adrian Paci, Seth Price, Christoph Schlingensief, Sturtevant, Mathilde ter Heijne, Andro Wekua.

 

Der Katalog TURN ON. TIME-BASED ART FROM THE JULIA STOSCHEK COLLECTION dokumentiert die gleichnamige Ausstellung, die vom 31. März bis zum 29. August 2015 im Rahmen des 50-jährigen Bestehens der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel Hauptwerke der JULIA STOSCHEK COLLECTION im Tel Aviv Museum of Art zeigt. Es ist die bislang umfangreichste Präsentation zeitbasierter Arbeiten in Israel. Der Ausstellungstitel ist der Arbeit TURN ON von Adrian Paci aus dem Jahr 2004 entlehnt und erlaubt zahlreiche vieldeutige Assoziationsebenen: Einschalten, Entzünden, Provokation, aber auch eine körperliche Anspielung im Sinne des buchstäblichen „Anmachens“. Jetzt bestellen

THE NEW HUMAN
MODERNA MUSEET, MALMÖ, SCHWEDEN
MODERNA MUSEET, STOCKHOLM, SCHWEDEN

14. MäRZ 2015 – 4. DEZEMBER 2016

THE NEW HUMAN – YOU AND I IN GLOBAL WONDERLAND

MODERNA MUSEET MALMÖ

14. MÄRZ – 18. OKTOBER 2015

 

THE NEW HUMAN – KNOCK, KNOCK, IS ANYONE HOME?

MODERNA MUSEET MALMÖ

27. FEBRUAR – 4. SEPTEMBER 2016

 

THE NEW HUMAN

MODERNA MUSEET, STOCKHOLM

21. MAI – 4. DEZEMBER 2016

 

 

THE NEW HUMAN war ein videobasiertes Ausstellungsprojekt, das mit künstlerischen Mitteln menschliche Gefühle wie Unsicherheit, Frustration, Angst, Erstaunen und Verwirrung erkundet und darüber hinaus einen flüchtigen Blick in verschiedene imaginierte Zukunftsszenarien öffnete. Das Projekt wurde durch die intensive Zusammenarbeit zwischen dem Moderna Museet Malmö und der Julia Stoschek Collection in Düsseldorf ermöglicht. Die in der Ausstellung präsentierten Arbeiten sind in der letzten Dekade entstanden und umfassten wegweisende zeitgenössische Klassiker bis zu ganz jungen Produktionen.

 

Im Moderna Museet Malmö wurde THE NEW HUMAN in zwei Kapiteln gezeigt, jedes Kapitel hat einen anderen Schwerpunkt und Titel: YOU AND I IN GLOBAL WONDERLAND (2015) und KNOCK, KNOCK, IS ANYONE HOME? (2016). Ein weiteres, drittes Kapitel war anschließend im Moderna Museet in Stockholm (2016) zu sehen.

 

Im Mittelpunkt von YOU AND I IN GLOBAL WONDERLAND stand die Art und Weise, wie wir in einer neuen Welt als Menschen miteinander umgehen und welche Sicht wir aufeinander haben. Wir erleben einen tiefgreifenden Wandel und enorme Migrationsbewegungen durch Krieg, Klimaveränderung und wirtschaftliche Globalisierung. Einige Arbeiten widmen sich der wachsenden Fremdenfeindlichkeit, dem Extremismus und religiösen Fanatismus unserer Zeit, andere erinnern uns an die koloniale Vergangenheit und wie diese unser Zusammenleben heute immer noch beeinflusst. Als Ausstellung vermittelt You and I in Global Wonderland die Sehnsucht nach etwas, was uns verloren gegangen ist – etwa ein Leben wie es vor dem Krieg war – aber sie wird auch Gefühle wie Fassungslosigkeit, Zärtlichkeit, Orientierungslosigkeit und komische Momente bewirken, die sich durch den Gegensatz zwischen verschiedenen Kulturen, Sprachen und Lebensweisen ergeben.

 

KNOCK, KNOCK, IS ANYONE HOME? katapultierte uns hingegen in ein virtuelles Universum von hyperrealen Avataren und Parallelwelten. In diesem Teil der Ausstellung sind wir menschenähnlichen Figuren begegnet, die in ihrer Verbindung aus Kommunikationstechnologien und kapitalistischen Strategien als Mutanten auftraten, die zwar auf der Oberfläche menschenähnlich aber doch zutiefst unmenschlich sind. Einige der Arbeiten deuten vermeintlich eine Veränderung an – etwa die Devolution der Menschheit oder die Verwandlung in etwas Neues. Wir betreten Welten, in denen die semantische Ordnung zu implodieren scheint und wir erleben, dass die Sprache nicht länger einen Bezug zu dem hat was wir sehen. Vertraute Kategorien lösen sich auf und disparate Objekte und Materialien fließen offenbar ineinander und verschmelzen. Neue Verbindungen formen sich und die Zukunft der menschlichen Existenz scheint ungewiss.

 

Kuratiert von Joa Ljungberg, Moderna Museet Malmö.

KÜNSTLER*INNENLISTE

Ed Atkins, Trisha Baga, Yael Bartana, Robert Boyd, Loulou Cherinet, Ioana Cojocario, Cao Fei, Esra Ersen, Isaac Julien, Helen Marten, Santiago Mostyn, Adrian Paci, Tomáš Rafa, Mika Rottenberg, Frances Stark, Ryan Trecartin, Ferhat Özgür

HIGH PERFORMANCE
ZEITBASIERTE MEDIENKUNST SEIT 1996
ZKM | ZENTRUM FÜR KUNST UND MEDIEN, KARLSRUHE, DEUTSCHLAND

16. MäRZ 2014 – 22. JUNI 2014

Unter dem Ausstellungstitel HIGH PERFORMANCE. ZEITBASIERTE MEDIENKUNST SEIT 1996 präsentierte die JULIA STOSCHEK COLLECTION im ZKM | Karlsruhe Hauptwerke zeitbasierter Medienkunst. Mit großformatigen Videoarbeiten und Filmen sowie mehrkanaligen Rauminstallationen belegt diese Ausstellung, dass die vor fünfzig Jahren aufgekommene Videokunst als künstlerisches Medium nichts von ihrer Kraft eingebüßt hat.

 

Inspiriert von den riskanten Manövern eines Chris Burden, dokumentiert der Künstler Aaron Young in seiner Videoarbeit HIGH PERFORMANCE (2000) einen Motorradfahrer, der mit durchdrehendem Hinterrad und angezogener Vorderbremse schwarze Spuren auf den Betonboden seines Ateliers brennt. Rauchschwaden, die durch den Reibungsprozess entstanden sind, vernebeln nach und nach die Szenerie. In diesem kreativen, performativen Hochleistungsakt verschmelzen destruktive Aktion und schöpferische Gewalt zu einem bedrohlichen Widerspruch, in dem sich Mensch und Maschine bis an die Grenze der Leistungsfähigkeit, bis zum vollkommenen Verschwinden treiben. Zwischen Höchstgeschwindigkeit und ächzendem Stillstand manifestiert sich Malerei, Skulptur und Sound im radikalsten Sinne.

 

Mit über 50 Hauptwerken zu den Themenbereichen „Body and Soul“, „Public Space“, „Environment“ sowie „Virtual Reality“ ermöglicht die Ausstellung auf 3.500 Quadratmetern im gesamten Erdgeschoß des ZKM | Medienmuseum einen tiefen Einblick in die jüngere Entwicklungsgeschichte der JULIA STOSCHEK COLLECTION seit 1996. Darüber hinaus dokumentiert eine umfassende Zusammenstellung die wichtigsten Performances, die im Düsseldorfer Sammlungsgebäude stattgefunden haben.

 

Das ZKM setzt mit dieser außergewöhnlichen Ausstellung seine Tradition der großen Überblicksschauen zur Videokunst fort.

 

Kuratiert von Bernhard Serexhe und Julia Stoschek.

KÜNSTLER*INNENLISTE

Doug Aitken, Francis Alÿs, Ed Atkins, Allora & Calzadilla, Trisha Baga, John Bock, Monica Bonvicini, Robert Boyd, Matthew Buckingham, Paul Chan, Keren Cytter, Simon Denny, Cyprien Gaillard, Christian Jankowski, Jesper Just, Mike Kelley, Klara Lidén, Helen Marten, Tony Oursler, Mika Rottenberg, Mathilde ter Heijne, Ryan Trecartin, Clemens von Wedemeyer, Andro Wekua, Aaron Young, Tobias Zielony

AUSSTELLUNGSKATALOG

Hrsg. Julia Stoschek Foundation e.V.

Sprache: Deutsch/Englisch.

2014. 160 Seiten. 33 gekürzte Seiten, ca. 300 Abbildungen

Format: 20,5 x 28,5 cm. Softcover mit Klappenbroschur. Erscheint im Distanz Verlag, Berlin.

Erscheinungstermin: Juni 2014

ISBN 978-3-95476-075-6

Museumsausgabe: 29,80 €

Ausverkauft!

 

Dieses Buch beweist, dass die vor 50 Jahren entstandene Videokunst als künstlerisches Medium nichts von ihrer Kraft eingebüßt hat. Mit über 50 Video-Schlüsselwerken aus den Themenbereichen ʻBody and Soulʼ, ʻPublic Spaceʼ, ʻEnvironmentʼsowie ʻVirtual Realityʼ aus der JULIA STOSCHEK COLLECTION, gibt das Buch einen profunden Einblick in die jüngere Entwicklungsgeschichte der Medienkunst. An erster Stelle steht der Aspekt der Zeitgenossenschaft. Mit diesem Aktualitätsanspruch verfolgt die Sammlung das Ziel, ein Abbild von gesellschaftlichen, kulturellen und sozialen Strömungen zu schaffen. Der konzeptuelle Sammlungsaufbau konzentriert sich auf die Medienkunst von Beginn der 1960er Jahre.

 

Mit Texten von Bernhard Serexhe, Susanne Pfeffer und Peter Weibel sowie einem Vorwort von Julia Stoschek.

I WANT TO SEE HOW YOU SEE
DEICHTORHALLEN, HAMBURG, DEUTSCHLAND

16. APRIL 2010 – 25. JULI 2010

Weltweit erstmalig ist die JULIA STOSCHEK COLLECTION außerhalb des privaten Sammlungshauses in Düsseldorf in einem musealen Kontext vorgestellt worden. Auf über 2.000 qm wurden ab dem 16. April 2010 Werke von über 50 Künstlern in den Deichtorhallen aus dieser sehr jungen Privatsammlung präsentiert.

 

Der Titel der Ausstellung I WANT TO SEE HOW YOU SEE geht auf eine gleichnamige Arbeit von Pipilotti Rist (2003) zurück. In der Ausstellung liegt der Schwerpunkt auf Film- und Videoarbeiten wie in der gesamten Sammlung von Julia Stoschek. Begleitend werden Skulpturen (z.B. von Nandipha Mntambo), fotografische Arbeiten (z.B. Thomas Demand, Taryn Simon, Thomas Ruff) und Installationen (z.B. von Jeppe Hein) gezeigt.

 

Die Ausstellung knüpft an die Tradition der Deichtorhallen an, große Sammlungen zu präsentieren. In diesem Fall handelt es sich um eine der bedeutendsten Sammlungen medial geprägter Kunst in Deutschland, was sicher mit dem Alter der Sammlerin (*1975) in Zusammenhang steht. Gleichzeitig knüpft die Schau an die Ausstellung Feuer, Erde, Wasser, Luft der Deichtorhallen an, die 1993 im Rahmen der Mediale erstmals medienorientierte Kunst in den Deichtorhallen breit gefächert zeigte.

 

In der Ausstellung der Deichtorhallen wurden zum Einen einige Klassiker der Video-Kunst wie Marina Abramović Art must be beautiful, Artist must be beautiful von 1975/76, Vito Acconcis Openings (1970) und Chris Burdens Shoot (1971) präsentiert, der Großteil der Arbeiten stammt aber aus den 2000er Jahren. Von eher lyrischen Arbeiten wie z.B. Heike Baranowsky Mondfahrt über aufwendig animierte Filme wie Björks/Encyclopedia Picturas Wanderlust in 3D bis zu großartigen Rauminstallationen z.B. von Monica Bonvicini, Anthony McCall und Nathalie Djurberg.

KÜNSTLER*INNENLISTE

Marina Abramović, Vito Acconci, Pep Agut, Peggy Ahwesh, Doug Aitken, Eleanor Antin, Heike Baranowsky, Lynda Benglis, Walead Beshty, Björk, Encyclopedia Pictura & Björk, Monica Bonvicini, Robert Boyd, Chris Burden, Jeff Burton, Matt Calderwood, Paul Chan, Patty Chang, Thomas Demand, Jen DeNike, Nathalie Djurberg, Claus Föttinger, Douglas Gordon, Cao Guimarães, Andreas Gursky, Jeppe Hein, Christian Jankowski, Isaac Julien, Terence Koh, Klara Lidén, Gordon Matta-Clark, Anthony McCall, Adam McEwen, Alex McQuilkin, Nandipha Mntambo, Lutz Mommartz, Bruce Nauman, Carsten Nicolai, Tony Oursler, Paul Pfeiffer, Rob Pruitt, Pipilotti Rist, Aura Rosenberg, Martha Rosler, Mika Rottenberg, Thomas Ruff, Christoph Schlingensief, Carolee Schneemann, Taryn Simon, Wolfgang Tillmans, Steina Vasulka, Clemens von Wedemeyer, Franz West, Hannah Wilke, Aaron Young

AUSSTELLUNGSKATALOG

Hrsg. Dirk Luckow. Vorwort von Dirk Luckow. Interview mit Julia Stoschek, durchgeführt von Dirk Luckow. Texte von Jenny Dirksen, Philipp Fürnkäs, Elke Kania, Monika Lahrkamp, Marlen Lienkamp, Bettina Malcomess, Emmanuel Mir, Rodrigo Moura, Anna-Alexandra Nadig, Cay Sophie Rabinowitz, Angela Rosenberg, Andreas Schlaegel, Valeska Schneider, Beate Söntgen, Anke Volkmer, Dörte Zbikowski.

 

Sprache: Deutsch. 2010.

148 Seiten.

127 farbige Abbildungen.

Format: 24,5 x 17,5 cm.

Hardcover mit farbig bedrucktem Plastikumschlag.

Erschienen im Snoeck Verlag, Köln.

ISBN 978-3-940953-51-3

Museums- und Buchhandelsausgabe: 24,80 €

 

Unter dem Titel I WANT TO SEE HOW YOU SEE dokumentiert der Katalog die weltweit erstmalige Präsentation der JULIA STOSCHEK COLLECTION in einem musealen Kontext außerhalb des privaten Sammlungshauses in Düsseldorf. Auf über 2.000 qm werden vom 16. April 2010 bis zum 25. Juli 2010 Werke von über 50 Künstlern in den Hamburger Deichtorhallen aus dieser sehr jungen Privatsammlung präsentiert.

 

Der Titel der Ausstellung I WANT TO SEE HOW YOU SEE geht auf eine gleichnamige Arbeit von Pipilotti Rist (2003) zurück. In der Ausstellung liegt der Schwerpunkt auf Film- und Videoarbeiten wie in der gesamten Sammlung von Julia Stoschek. Begleitend werden Skulpturen (z.B. von Nandipha Mntambo), fotografische Arbeiten (z.B. Thomas Demand, Taryn Simon, Thomas Ruff) und Installationen (z.B. von Jeppe Hein) gezeigt. Neben einem Vorwort von Dirk Luckow und einem ausführlichen Interview mit der Sammlerin Julia Stoschek, werden die in der Ausstellung vertretenden Werke jeweils in Text und Bild vorgestellt. Jetzt bestellen

RHINE ON THE DNIPRO
JULIA STOSCHEK COLLECTION/ANDREAS GURSKY
PINCHUK ART CENTRE, KIEW, UKRAINE

28. SEPTEMBER 2008 – 14. DEZEMBER 2008

Die Faszination für die Verarbeitung von gegenwärtigen Realitäten in digitale Bilder und Musik verbindet die Sammlerin Julia Stoschek, den Künstler Andreas Gursky und die Musiker der Gruppe Kraftwerk (aktuelle Besetzung: Ralf Hütter, Florian Schneider, Fritz Hilpert und Henning Schmitz).

 

Das PinchukArtCentre in Kiew hat im Rahmen der Deutschen Kulturwochen vom 28. September 2008 – 14. Dezember 2008 die Ausstellung RHINE ON THE DNIPRO: JULIA STOSCHEK COLLECTION/ANDREAS GURSKY gezeigt, und erstmalig zur Eröffnung am 27. September 2008 diese drei Positionen zusammengeführt.

 

Julia Stoschek, die 2007 ihre Privatsammlung zeitgenössischer Kunst mit dem Schwerpunkt auf Neue Medien eröffnet hat, hat in der Ausstellung eine Auswahl von 20 Arbeiten gezeigt, die einen Querschnitt ihrer Präsentation NUMBER ONE: DESTROY, SHE SAID in Düsseldorf darstellen.

 

Inhaltlich setzen sich die Arbeiten mit den Themen der Dekonstruktion/Konstruktion, auseinander. Dabei werden klassische Positionen aus den Anfängen der Videokunst, z.B. Joan Jonas oder Bruce Nauman zeitgenössischen Künstlern wie Christian Jankowski oder Robert Boyd gegenübergestellt.

 

Andreas Gursky wurde durch seine monumentalen Photographien weltbekannt, in denen er mithilfe von digitaler Bearbeitung die Wirklichkeit neu konstruiert. Die Ausstellung gewährt einen Überblick über das Oeuvre von Andreas Gursky und verdichtet frühe Werke und aktuelle Arbeiten zu einer spannungsvollen Analyse unserer Gegenwart.

 

Die Musiker der Gruppe KRAFTWERK gelten als Pioniere der elektronischen Musik, ihre Musikstücke beeinflussten zahlreiche Musikstile wie Synthie Pop, Electro Funk oder Detroit Techno.

 

Die feierliche Eröffnung der Ausstellung mit dem Titel RHINE ON THE DNIPRO: JULIA STOSCHEK COLLECTION/ANDREAS GURSKY fand am 27. September 2008 im PinchukArtCentre statt, danach fand ein Liveauftritt der Gruppe KRAFTWERK im Arenakomplex statt.

KÜNSTLER*INNENLISTE

Doug Aitken, Monica Bonvicini, Robert Boyd, Kate Gilmore, Manuel Graf, Christian Jankowski, Mark Leckey, Klara Lidén, Gordon Matta-Clark, Anthony McCall, Bruce Nauman, Tony Oursler, Reynold Reynolds & Patrick Jolley, Robert Smithson, Aaron Young

VIDEO KOOP
KIT – KUNST IM TUNNEL, DÜSSELDORF, DEUTSCHLAND

3. MAI 2008 – 27. JULI 2008

VIDEO KOOP beschreibt ein Ausstellungsprojekt im KIT – Kunst im Tunnel, das durch Einladung an Julia Stoschek entstand. Julia Stoschek, Initiatorin des JUST-Stipendiums und Gründerin der JULIA STOSCHEK COLLECTION stellt im Rahmen von VIDEO KOOP sechs KünstlerInnen vor – die meisten von ihnen aus Düsseldorf – die hauptsächlich mit Film, Video und Installation arbeiten.

 

Christiane Fochtmann, Andreas Bunte, Manuel Graf, Andreas Korte, Bianca Voss und Jan Wagner entwickeln künstlerische Positionen, die die Kunst- und Kulturgeschichte, Alltagsgeschehen und Poesie mit den Medien Film und Musik untersuchen. Die Präsentation der Arbeiten steht in einem Spannungsverhältnis zur Architektur des KIT.

 

Das Entrée bildet die Arbeit Möwen (2008) von Bianca Voss. Sie zeigt, als Referenz zum Außenraum des KIT, die Möwen, die hier am Rheinufer in Schwärmen vorüber fliegen und sich gierig auf den Boden herabstürzen, angelockt vom Futter, dass die Künstlerin ausgelegt hat.

 

Christiane Fochtmann spielt mit der humorvollen Verschränkung von Bild und Ton. So zum Beispiel in der Arbeit Flower Power (2006), in der verschiedene Blütenknospen gezeigt werden, die sich im Zeitraffer synchron zu einem Schnarchgeräusch öffnen und schließen.

 

The Driver (2004) von Andreas Korte spielt im Innenraum eines Parkhauses. Eine Person, die mit dem Rücken zum Betrachter steht, bewegt sich auf den Ausgang zu. Durch die Kameraführung und die verzerrten Geräusche wird eine Atmosphäre geschaffen, die Urängste schürt und den Zuschauer zum unfreiwilligen Verfolger macht.

 

In La Fée Electricité erzählt Andreas Bunte in poetischer, fast altmodischer Manier die Geschichte der Elektrizität. Der in schwarz-weiß gedrehte 16-mm-Film hat die Ästhetik von Stummfilmen aus den Anfängen der Filmgeschichte.

 

Fortdauernde Ideen und die Universalität der Architektursprache sind das Thema der Arbeit von Manuel Graf. In 1000 Jahre sind ein Tag (2005) erscheint ein Interieur aus den 1960er Jahren: ein stilvoller Plattenspieler im Vordergrund, der den gleichnamigen Song von Udo Jürgens ausschnitthaft abspielt. Im Rhythmus der Musik beginnt eine wilde, farbige Geschichte der Architektur in Bildern.

 

Jan Wagners Zweikanalinstallation Der Seele vier (2005) ist eine exakte Inszenierung, die beim Betrachter durch skulpturale Elemente und die Verwendung von Nesselstoff als Projektionsfläche eine räumliche Stimmung schafft. Zusätzlich irritieren kleine Textzeilen das Auge.

 

Begleitend zur Ausstellung ist eine Ausgabe (02/08) des Lido Magazins erschienen.

KÜNSTLER*INNENLISTE

Andreas Bunte, Christiane Fochtmann, Manuel Graf, Andreas Korte, Bianca Voss, Jan Wagner

Die JULIA STOSCHEK COLLECTION hat schon immer eng mit anderen Museen und Kunstinstitutionen zusammengearbeitet, sowohl lokal, als auch international. Ebenso wie zeitbasierte Medien an sich, entwickelt sich die Sammlung dank solcher Kooperationen stetig weiter, die Kooperationspartner machen sich die Sammlung zu eigen, sie begreifen sie neu und sie funktionieren sie um. So entstehen aufregende neue Perspektiven und die unterschiedlichsten historischen Aspekte, sowie neue Themenkomplexe werden sichtbar.

 

In den vergangenen Jahren hat es in großen Museen und Kunstinstitutionen in ganz Deutschland, sowie auch im Ausland, großangelegte Ausstellungen der JULIA STOSCHEK COLLECTION gegeben. Eine der ersten wichtigen Kollaborationen fand im Jahr 2010 in den Deichtorhallen in Hamburg statt. Die Ausstellung lieh sich den Titel von Pipilotti Rists Arbeit I WANT TO SEE HOW YOU SEE. Bezugnehmend auf die FIRE, EARTH, WATER, AIR Ausstellung, die im Jahr 1993 in den Deichtorhallen stattgefunden hatte, stellte I WANT TO SEE HOW YOU SEE wegweisende Filme und Videos aus den frühen Schaffensperioden von Künstler/innen wie Marina Abramović, Vito Acconci, und Chris Burden späteren Arbeiten von Heike Baranowsky, Monica Bonvicini, Nathalie Djurberg und anderen gegenüber.

 

Im Jahr 2014 entstand in Zusammenarbeit mit dem ZKM | Zentrum für Kunst & Medien in Karlsruhe eine Ausstellung mit dem Titel HIGH PERFORMANCE. Zeitbasierte Medienkunst seit 1996, die sich mit dem Video als einer Form der szenischen Kunst, die vom sogenannten Performativen Turn, der sich sowohl in den Geisteswissenschaften als auch gesellschaftlich und in der Kunst abzeichnete, starke Impulse erhalten hatte, auseinandersetzte. Die von Bernhard Serexhe und Julia Stoschek kuratierte Ausstellung wurde in verschiedene Bereiche unterteilt, innerhalb derer Begriffe wie Körper und Seele, Öffentlicher Raum, Umwelt und Virtuelle Realität mithilfe unterschiedlicher künstlerischer Positionen beleuchtetet wurden. Es handelte sich hierbei um eines der größten Projekte außerhalb der Räume der JULIA STOSCHEK COLLECTION und es wurden Werke von mehr als 25 Künstlern*innen gezeigt, darunter Doug Aitken, Francis Alÿs, Allora & Calzadilla, Trisha Baga, John Bock, Paul Chan, Keren Cytter, Simon Denny, Cyprien Gaillard, Christian Jankowski, Mike Kelley, Klara Liden, Helen Marten, Mika Rottenberg, Ryan Trecartin, Andro Wekua, Tobias Zielony, und viele weitere.

 

Weitere maßgebliche Kooperationen gab es mit dem Tel Aviv Museum of Art im Zusammenhang mit der Ausstellung TURN ON, sowie dem Moderna Museet in Malmö, Schweden, wo im Jahr 2015 die Ausstellung THE NEW HUMAN gezeigt wurde.

 

Die JULIA STOSCHEK COLLECTION freut sich darauf, auch in Zukunft ihre Reichweite zu vergrößern, indem sie sich weiterhin weltweit um eine enge und substantielle Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Museen und Kunstinstitutionen bemüht.

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Besuch

ADRESSE

JSC Düsseldorf

Schanzenstraße 54

D 40549 Düsseldorf

 

T. +49.211.585.884.0

visit.duesseldorf@jsc.art

 

Anfahrt

ÖFFNUNGSZEITEN

Sonntags, 11–18 Uhr

 

Sonderöffnungszeiten:

Anlässlich der Art Düsseldorf: Freitag, 15. November und Samstag, 16. November 2019, 11–18 Uhr.

EINTRITT

Der Eintritt zu den Ausstellungen der JSC Düsseldorf ist frei.
Eine vorherige Anmeldung für den Besuch innerhalb der Öffnungszeiten ist nicht erforderlich. Es wird allerdings darum gebeten, sich vor Ort am Empfang aus versicherungstechnischen Gründen namentlich zu registrieren.

ÖFFENTLICHE, DEUTSCHSPRACHIGE FÜHRUNGEN

Öffentliche, deutschsprachige Führungen durch die aktuellen Ausstellungen in Düsseldorf finden alle 14 Tage sonntags jeweils um 12 und 15 Uhr statt (Dauer: 90 Minuten).

 

Die notwendige, vorherige Anmeldung erfolgt online über unseren Kalender, dem Sie auch die genauen Führungstermine entnehmen können.

 

Teilnahmegebühr: 10 Euro pro Person (Bar- und Kartenzahlung vor Ort möglich).

 

Kostenfrei für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre, Schüler, Studierende und Auszubildende.

DEUTSCH- UND ENGLISCHSPRACHIGE SONDERFÜHRUNGEN

Während der Öffnungszeiten: sonntags, 11–18 Uhr.

Teilnahmegebühr: 10 Euro pro Person für Gruppen ab 10–25 Personen.

 

Außerhalb der Öffnungszeiten:

Teilnahmegebühr: 20 Euro pro Person für Gruppen ab 10–25 Personen.

 

Falls Sie sich für eine Sonderführung interessieren, schreiben Sie uns bitte unter Angabe des Wunschtermins und der Gruppengröße eine E-Mail an visit.duesseldorf@jsc.art.

BARRIEREFREIER ZUGANG

Die JSC Düsseldorf ist für den Besuch mit Rollstuhl oder Kinderwagen geeignet. Zwischen den Ausstellungsetagen gibt es einen Aufzug, der in Begleitung des Servicepersonals genutzt werden kann. Bitte wenden Sie sich vor Ort direkt an das Servicepersonal, das Ihnen gerne behilflich ist.


ARCHITEKTUR

Der spezifische Charakter der Sammlung überträgt sich auf den Raum ihrer Ausstellung: Die Architektur der auf Installationen und zeitbasierten Arbeiten ausgerichteten JULIA STOSCHEK COLLECTION erzeugt Narrative, die sowohl das Verhältnis von Innen und Außen als auch die Raumfolge selbst charakterisieren. Zwischen dem Kinoraum im Untergeschoss und der Dachplattform oberhalb des neuen Attikageschosses spannt sich eine Folge von Erfahrungen, die vom geschlossenen zum offenen und vom dunklen zum hellen Raum verläuft. Ein Medienmuseum ist keine Black Box, im Gegenteil: die raumzeitlichen Arbeiten fordern die Architektur heraus als Gegenüber, das ebenso präsent wie diskret Form und Halt gibt, unterschiedliche Raumerfahrungen ermöglicht, aber nicht durch Materialität und Oberflächen auffällt. Die Modulierbarkeit der Lichtintensität wird ermöglicht durch eine Raum-im-Raum-Konstruktion in den beiden Ausstellungsebenen, die variable Öffnungen der inneren Schale gegenüber der befensterten Außenhülle erlaubt und in einem Fall zum Ort einer künstlerischen Intervention wird: Durch Olafur Eliasson wurde eine Wandschale als Folge von Kaleidoskopen in die dauerhafte In-Situ-Arbeit When Love Is Not Enough Wall (2007) transformiert, die den Blick aus dem verschlossenen Raum in die Umgebung thematisiert.

 

Das Bauwerk von 1907 ist mit seiner Stahlbeton-Skelettbauweise sowie Dachkonstruktion aus Polonceauträgern einerseits und der gleichzeitigen Verwendung monumentaler Elemente wie symmetrischen Türmen in der Giebelfront andererseits, ein Denkmal frühmoderner Industriearchitektur. Durch die Vielzahl der Nutzungen in seinem 100-jährigen Bestehen legt das Gebäude eine Entwicklung der Produktionsverhältnisse offen und schreibt eine Gewerbegeschichte des 20. Jahrhunderts: Es war bis 1945 nacheinander Bühnenwerkstatt, Motoren- und Leuchtmittelfabrik, Produktionsstätte von Damenkorsetts wie von Matratzen, Fabrikationsort der Metall- und Holzindustrie unter anderem auch für Kriegszwecke, und seit der Nachkriegszeit Bilderleistenfabrik des Düsseldorfers F.G. Conzen.

 

Der Umbau im Jahr 2007 stärkt das Bauwerk in seiner generischen, nutzungsoffenen Anlage, um gleichzeitig eine klare typologische Intervention für die zeitgenössische Nutzung als Kunstspeicher und Ausstellungsraum vorzunehmen. Durch Rückbau kleinteiliger Einbauten und Freilegung der Skelettstruktur, aber auch durch den Erhalt von ursprünglichen Treppenhäusern und Stahlfenstern wird die Raumcharakteristik des Hauses sichtbar gemacht. Gleichzeitig erfährt das Bauwerk mit dem zeitgenössischen Dachaufbau an der Stelle der ehemaligen Firmenschriftzüge eine architektonische Aktualisierung, die der neuen Nutzung entschieden Ausdruck gibt und sich der Stadt zuwendet: Das Gebäude wird von weitem sichtbar und erlaubt umgekehrt den Blick von der Dachplattform in die Weite der Stadtlandschaft.

 

Wilfried Kuehn, Architekt

 

 

 

KUEHN MALVEZZI

 

Kuehn Malvezzi wurde 2001 von den Architekten Simona Malvezzi, Johannes und Wilfried Kuehn in Berlin gegründet. Mit der architektonischen Gestaltung der Documenta 11 in Kassel (2002), der Erweiterung des Berliner Museum für Gegenwart im Hamburger Bahnhof für die Friedrich Christian Flick Collection (2004), der JSC Düsseldorf (2007), den Umbauten des Skulpturenmuseums Liebieghaus in Frankfurt am Main (2008) und des Belvedere in Wien (2009) zählen Kuehn Malvezzi zu den führenden Architekten im Bereich Ausstellungs- und Museumsbau. Ihr mit einem Sonderpreis ausgezeichneter Entwurf für das Berliner Humboldtforum stellt einen viel diskutierten Beitrag zur Rekonstruktionsdebatte dar, indem es das Berliner Schloss als Prozess und öffentliches Display thematisiert. Die Arbeit von Kuehn Malvezzi wurde international in Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, darunter im Deutschen Pavillon der 10. Architektur-Biennale in Venedig. 2009 erhielten Kuehn Malvezzi den Deutschen Kritikerpreis.

 

www.kuehnmalvezzi.com


VERMIETUNG

Sie suchen einen besonderen Ort für eine Feier oder eine Firmenveranstaltung?

 

Die JSC Düsseldorf bietet als Denkmal frühmoderner Industriearchitektur eine einzigartige, historische Architektur mit exklusivem Ambiente. Feiern Sie exklusiv in den Räumen einer international renommierten Kunstsammlung.

 

Gerne stellen wir Ihnen ein individuelles Angebot zusammen.

 

Kontakt:

Şirin Şimşek
simsek@jsc.art

Düsseldorf
JSC Düsseldorf. Foto: © Ulrich Schwarz, Berlin.
JSC Düsseldorf. Foto: © Ulrich Schwarz, Berlin.
JSC Düsseldorf. Foto: © Ulrich Schwarz, Berlin.
JSC Düsseldorf. Foto: © Simon Vogel, Köln.
JSC Düsseldorf, Foyer, erste Etage. Foto: © Şirin Şimşek, Köln.
JSC Düsseldorf, Foyer, erste Etage. Foto: © Şirin Şimşek, Köln.
JSC Düsseldorf, Foyer, erste Etage. Foto: © Şirin Şimşek, Köln.
Treppenhaus, JSC Düsseldorf. Foto: © Şirin Şimşek, Köln.
Installationsansicht, NUMBER ONE: DESTROY, SHE SAID, JSC Düsseldorf, Mittelgang, erste Etage. Foto: © Ulrich Schwarz, Berlin.
Raum für das Performance-Programm NUMBER THREE: HERE AND NOW, JSC Düsseldorf, zweite Etage. Foto: © Ulrich Schwarz, Berlin.
Installationsansicht, GENERATION LOSS, JSC Düsseldorf, erste Etage. Foto: Simon Vogel, Köln.
Installationsansicht, GENERATION LOSS, JSC Düsseldorf, erste Etage. Foto: Simon Vogel, Köln.
16-mm- & 35-mm-Filmkino, JSC Düsseldorf, zweite Etage. Foto: © Achim Kukulies, Düsseldorf.
Kino der JSC Düsseldorf, Untergeschoss. Foto: © Achim Kukulies, Düsseldorf.
Historische Aufnahme des Gebäudes der JSC Düsseldorf, um 1911/12.
Berlin
JSC Berlin. Foto: Robert Hamacher, Berlin.
JSC Berlin, Foyer, Erdgeschoss. Foto: Robert Hamacher, Berlin.
JSC Berlin, Foyer, Erdgeschoss. Foto: Robert Hamacher, Berlin.

ADRESSE

JSC Berlin

Leipziger Straße 60 (Eingang über Jerusalemer Straße)
D 10117 Berlin

 

T. +49.30.921.062.461
visit.berlin@jsc.art

 

Anfahrt

ÖFFNUNGSZEITEN

Samstags & sonntags, 12–18 Uhr

EINTRITT

Der Eintritt zu den Ausstellungen der JSC Berlin beträgt 5 Euro.
Eine vorherige Anmeldung für den Besuch innerhalb der Öffnungszeiten ist nicht erforderlich.

 

Kostenfrei für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre, Schüler, Studierende, Auszubildende, Menschen mit Behinderungen, Rentner, Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger gegen Vorlage eines gültigen Ausweises sowie Mitglieder von ICOM und AICA.

ÖFFENTLICHE, DEUTSCHSPRACHIGE FÜHRUNGEN

Öffentliche, deutschsprachige Führungen durch die aktuellen Ausstellungen in Berlin finden sonntags um 15 Uhr statt (Dauer: 60 Minuten).

 

Die notwendige, vorherige Anmeldung erfolgt online über unserem Kalender, dem Sie auch die genauen Führungstermine entnehmen können.

 

Teilnahmegebühr: 5 Euro pro Person (Bar- und Kartenzahlung vor Ort möglich).

 

Kostenfrei für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre, Schüler, Studierende und Auszubildende.

DEUTSCH- UND ENGLISCHSPRACHIGE SONDERFÜHRUNGEN

Während der Öffnungszeiten: samstags & sonntags, 12–18 Uhr.
Teilnahmegebühr: 10 Euro pro Person für Gruppen ab 10–25 Personen.

 

Außerhalb der Öffnungszeiten:
Teilnahmegebühr: 20 Euro pro Person für Gruppen ab 10–25 Personen.

 

Falls Sie sich für eine Sonderführung interessieren, schreiben Sie uns bitte unter Angabe des Wunschtermins und der Gruppengröße eine E-Mail an visit.berlin@jsc.art.

TEIL-BARRIEREFREIER ZUGANG

Die JSC Berlin ist für den Besuch mit Rollstuhl oder Kinderwagen im Erdgeschoss geeignet. Die erste Etage ist für den Besuch mit Rollstuhl oder Kinderwagen nicht geeignet (Zugang nur übers Treppenhaus; kein Aufzug vorhanden).


ARCHITEKTUR

Ein wesentliches Anliegen der JULIA STOSCHEK COLLECTION ist es, die Sammlung öffentlich zugänglich zu machen und in Kooperationen mit anderen Institutionen, Kuratoren*innen und Künstlern*innen in Form von Ausstellungen und Veranstaltungen ein lebendiger Ort des Austauschs zu sein.

 

In diesem Sinne fand die Sammlung einen passenden Ort in dem ehemaligen tschechischen Kulturinstitut, das, in den 1960er-Jahren erbaut, als solches verschiedene Nutzungen wie eine Bibliothek, einen Kinosaal, Verkaufs- und Verwaltungsräume unter einem Dach vereinte.

 

Der Bau wurde seit der Wende und der damit einhergehenden Schließung des Kulturinstituts durch wechselnde, meist ebenfalls kulturelle Programme zwischengenutzt, aber nie umgebaut und ist damit ein seltener noch originalgetreuer Ort in Berlin-Mitte.

 

Die nun erstmals offizielle neue Nutzung sollte möglich und sichtbar werden, ohne die vorhandene Substanz und Geschichte des Ortes zu überschreiben.

 

Die vielen Räume unterschiedlicher Größe und verschachtelter Beziehungen untereinander boten ideale Voraussetzungen für die Ausstellung von zeitbasierter Kunst, forderten aber auch die Schaffung eines ordnenden, orientierungsgebenden Systems.

 

Ein weißer Vorhang verläuft kontinuierlich auf beiden Geschossen teils außen vor der Fassade und teils innen vor existierenden Wänden. Er markiert den Übergang von hellen zu dunklen Räumen, außen wie innen. Er verhüllt die vorhandene Glasfassade und klappt sich nach innen, um auch dort öffentliche, helle Räume zu generieren.

 

Diese Räume sind einerseits Empfangs- und Erschließungsräume, aber auch Verweilräume für Besucher, die zwischen der Betrachtung eine Pause einlegen können, im Katalog blättern und sich im Programm orientieren können, um sich dann gezielt bestimmten Werken zu widmen. Hier finden auch Eröffnungen und das öffentliche Programm statt. Die größtenteils individuell entworfenen Möbel unterstützen diese Aktivitäten.

 

Der weiße Vorhang dunkelt die Räume ab und dämpft das Licht, ohne die Räume dunkel zu machen.

 

So wurde statt umfassender baulicher Veränderungen lediglich ein zusätzlicher weicher Layer hinzugefügt, der die Anforderungen der Verdunkelung, der klaren Wegführung und der Sichtbarkeit nach außen mit einem Element beantwortet.

 

Er verleiht dem Bau eine neue Identität, ohne die ursprüngliche auszulöschen, ähnlich einem neuen Kleid, das jederzeit wieder ausgezogen werden kann – womit der Bau offen für weitere Veränderungen der Sammlung, aber auch nachfolgende Nutzungen bleibt.

 

Johanna Meyer-Grohbrügge, Architektin

 

 

 

MEYER-GROHBRÜGGE

 

Das Berliner Architekturbüro Meyer-Grohbrügge sucht nach einfachen räumlichen Antworten auf komplexe Fragestellungen. Neue Überzeugungen im Austausch mit den Auftraggeber*innen zu entwickeln, bestimmt die Handlungsweise des Büros. Mit einer Vielfalt an Projekten, die von Bauten im Kunst- und Ausstellungsbereich, über Wohn- und Bürohäuser zu Möbeldesign reicht, erforscht das Büro die Möglichkeiten, neue Formen des Zusammenlebens hervorzubringen und Identitäten zu generieren.

 

Johanna Meyer-Grohbrügge arbeitete nach ihrem Diplom an der ETH Zürich fünf Jahre bei SANAA in Tokyo. 2010 gründete sie mit Sam Chermayeff das Büro June 14 Meyer-Grohbrügge & Chermayeff und 2015 das Büro Meyer-Grohbrügge. Sie ist Gastprofessorin am DIA Dessau und unterrichtete unter anderem an der Washington University St. Louis und der Columbia GSAPP.

 

www.meyer-grohbruegge.com


VERMIETUNG

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Die JSC Berlin ist mit ihren 2500 Quadratmetern eine der eindrucksvollsten und vielseitigsten Locations der Stadt.

 

Die Lage zwischen Leipziger Straße, Gendarmenmarkt und Friedrichsstraße sowie die Möglichkeiten der sehr individuell einsetzbaren Räumlichkeiten, machen Ihre Veranstaltung an diesem Ort zu einem einmaligen Erlebnis. Feiern Sie exklusiv in den Räumen einer international renommierten Kunstsammlung.

 

Gerne stellen wir Ihnen ein individuelles Angebot zusammen.

 

Kontakt:
Christian Nickolai
nickolai@jsc.art

Düsseldorf
Berlin

ADRESSE

JSC Düsseldorf

Schanzenstraße 54

D 40549 Düsseldorf

 

T. +49.211.585.884.0

visit.duesseldorf@jsc.art

 

Anfahrt

ÖFFNUNGSZEITEN

Sonntags, 11–18 Uhr

 

Sonderöffnungszeiten:

Anlässlich der Art Düsseldorf: Freitag, 15. November und Samstag, 16. November 2019, 11–18 Uhr.

EINTRITT

Der Eintritt zu den Ausstellungen der JSC Düsseldorf ist frei.
Eine vorherige Anmeldung für den Besuch innerhalb der Öffnungszeiten ist nicht erforderlich. Es wird allerdings darum gebeten, sich vor Ort am Empfang aus versicherungstechnischen Gründen namentlich zu registrieren.

ÖFFENTLICHE, DEUTSCHSPRACHIGE FÜHRUNGEN

Öffentliche, deutschsprachige Führungen durch die aktuellen Ausstellungen in Düsseldorf finden alle 14 Tage sonntags jeweils um 12 und 15 Uhr statt (Dauer: 90 Minuten).

 

Die notwendige, vorherige Anmeldung erfolgt online über unseren Kalender, dem Sie auch die genauen Führungstermine entnehmen können.

 

Teilnahmegebühr: 10 Euro pro Person (Bar- und Kartenzahlung vor Ort möglich).

 

Kostenfrei für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre, Schüler, Studierende und Auszubildende.

DEUTSCH- UND ENGLISCHSPRACHIGE SONDERFÜHRUNGEN

Während der Öffnungszeiten: sonntags, 11–18 Uhr.

Teilnahmegebühr: 10 Euro pro Person für Gruppen ab 10–25 Personen.

 

Außerhalb der Öffnungszeiten:

Teilnahmegebühr: 20 Euro pro Person für Gruppen ab 10–25 Personen.

 

Falls Sie sich für eine Sonderführung interessieren, schreiben Sie uns bitte unter Angabe des Wunschtermins und der Gruppengröße eine E-Mail an visit.duesseldorf@jsc.art.

BARRIEREFREIER ZUGANG

Die JSC Düsseldorf ist für den Besuch mit Rollstuhl oder Kinderwagen geeignet. Zwischen den Ausstellungsetagen gibt es einen Aufzug, der in Begleitung des Servicepersonals genutzt werden kann. Bitte wenden Sie sich vor Ort direkt an das Servicepersonal, das Ihnen gerne behilflich ist.


ARCHITEKTUR

Der spezifische Charakter der Sammlung überträgt sich auf den Raum ihrer Ausstellung: Die Architektur der auf Installationen und zeitbasierten Arbeiten ausgerichteten JULIA STOSCHEK COLLECTION erzeugt Narrative, die sowohl das Verhältnis von Innen und Außen als auch die Raumfolge selbst charakterisieren. Zwischen dem Kinoraum im Untergeschoss und der Dachplattform oberhalb des neuen Attikageschosses spannt sich eine Folge von Erfahrungen, die vom geschlossenen zum offenen und vom dunklen zum hellen Raum verläuft. Ein Medienmuseum ist keine Black Box, im Gegenteil: die raumzeitlichen Arbeiten fordern die Architektur heraus als Gegenüber, das ebenso präsent wie diskret Form und Halt gibt, unterschiedliche Raumerfahrungen ermöglicht, aber nicht durch Materialität und Oberflächen auffällt. Die Modulierbarkeit der Lichtintensität wird ermöglicht durch eine Raum-im-Raum-Konstruktion in den beiden Ausstellungsebenen, die variable Öffnungen der inneren Schale gegenüber der befensterten Außenhülle erlaubt und in einem Fall zum Ort einer künstlerischen Intervention wird: Durch Olafur Eliasson wurde eine Wandschale als Folge von Kaleidoskopen in die dauerhafte In-Situ-Arbeit When Love Is Not Enough Wall (2007) transformiert, die den Blick aus dem verschlossenen Raum in die Umgebung thematisiert.

 

Das Bauwerk von 1907 ist mit seiner Stahlbeton-Skelettbauweise sowie Dachkonstruktion aus Polonceauträgern einerseits und der gleichzeitigen Verwendung monumentaler Elemente wie symmetrischen Türmen in der Giebelfront andererseits, ein Denkmal frühmoderner Industriearchitektur. Durch die Vielzahl der Nutzungen in seinem 100-jährigen Bestehen legt das Gebäude eine Entwicklung der Produktionsverhältnisse offen und schreibt eine Gewerbegeschichte des 20. Jahrhunderts: Es war bis 1945 nacheinander Bühnenwerkstatt, Motoren- und Leuchtmittelfabrik, Produktionsstätte von Damenkorsetts wie von Matratzen, Fabrikationsort der Metall- und Holzindustrie unter anderem auch für Kriegszwecke, und seit der Nachkriegszeit Bilderleistenfabrik des Düsseldorfers F.G. Conzen.

 

Der Umbau im Jahr 2007 stärkt das Bauwerk in seiner generischen, nutzungsoffenen Anlage, um gleichzeitig eine klare typologische Intervention für die zeitgenössische Nutzung als Kunstspeicher und Ausstellungsraum vorzunehmen. Durch Rückbau kleinteiliger Einbauten und Freilegung der Skelettstruktur, aber auch durch den Erhalt von ursprünglichen Treppenhäusern und Stahlfenstern wird die Raumcharakteristik des Hauses sichtbar gemacht. Gleichzeitig erfährt das Bauwerk mit dem zeitgenössischen Dachaufbau an der Stelle der ehemaligen Firmenschriftzüge eine architektonische Aktualisierung, die der neuen Nutzung entschieden Ausdruck gibt und sich der Stadt zuwendet: Das Gebäude wird von weitem sichtbar und erlaubt umgekehrt den Blick von der Dachplattform in die Weite der Stadtlandschaft.

 

Wilfried Kuehn, Architekt

 

 

 

KUEHN MALVEZZI

 

Kuehn Malvezzi wurde 2001 von den Architekten Simona Malvezzi, Johannes und Wilfried Kuehn in Berlin gegründet. Mit der architektonischen Gestaltung der Documenta 11 in Kassel (2002), der Erweiterung des Berliner Museum für Gegenwart im Hamburger Bahnhof für die Friedrich Christian Flick Collection (2004), der JSC Düsseldorf (2007), den Umbauten des Skulpturenmuseums Liebieghaus in Frankfurt am Main (2008) und des Belvedere in Wien (2009) zählen Kuehn Malvezzi zu den führenden Architekten im Bereich Ausstellungs- und Museumsbau. Ihr mit einem Sonderpreis ausgezeichneter Entwurf für das Berliner Humboldtforum stellt einen viel diskutierten Beitrag zur Rekonstruktionsdebatte dar, indem es das Berliner Schloss als Prozess und öffentliches Display thematisiert. Die Arbeit von Kuehn Malvezzi wurde international in Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, darunter im Deutschen Pavillon der 10. Architektur-Biennale in Venedig. 2009 erhielten Kuehn Malvezzi den Deutschen Kritikerpreis.

 

www.kuehnmalvezzi.com


VERMIETUNG

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Die JSC Düsseldorf bietet als Denkmal frühmoderner Industriearchitektur eine einzigartige, historische Architektur mit exklusivem Ambiente. Feiern Sie exklusiv in den Räumen einer international renommierten Kunstsammlung.

 

Gerne stellen wir Ihnen ein individuelles Angebot zusammen.

 

Kontakt:

Şirin Şimşek
simsek@jsc.art

JSC Düsseldorf. Foto: © Ulrich Schwarz, Berlin.
JSC Düsseldorf. Foto: © Ulrich Schwarz, Berlin.
JSC Düsseldorf. Foto: © Ulrich Schwarz, Berlin.
JSC Düsseldorf. Foto: © Simon Vogel, Köln.
JSC Düsseldorf, Foyer, erste Etage. Foto: © Şirin Şimşek, Köln.
JSC Düsseldorf, Foyer, erste Etage. Foto: © Şirin Şimşek, Köln.
JSC Düsseldorf, Foyer, erste Etage. Foto: © Şirin Şimşek, Köln.
Treppenhaus, JSC Düsseldorf. Foto: © Şirin Şimşek, Köln.
Installationsansicht, NUMBER ONE: DESTROY, SHE SAID, JSC Düsseldorf, Mittelgang, erste Etage. Foto: © Ulrich Schwarz, Berlin.
Raum für das Performance-Programm NUMBER THREE: HERE AND NOW, JSC Düsseldorf, zweite Etage. Foto: © Ulrich Schwarz, Berlin.
Installationsansicht, GENERATION LOSS, JSC Düsseldorf, erste Etage. Foto: Simon Vogel, Köln.
Installationsansicht, GENERATION LOSS, JSC Düsseldorf, erste Etage. Foto: Simon Vogel, Köln.
16-mm- & 35-mm-Filmkino, JSC Düsseldorf, zweite Etage. Foto: © Achim Kukulies, Düsseldorf.
Kino der JSC Düsseldorf, Untergeschoss. Foto: © Achim Kukulies, Düsseldorf.
Historische Aufnahme des Gebäudes der JSC Düsseldorf, um 1911/12.

ADRESSE

JSC Berlin

Leipziger Straße 60 (Eingang über Jerusalemer Straße)
D 10117 Berlin

 

T. +49.30.921.062.461
visit.berlin@jsc.art

 

Anfahrt

ÖFFNUNGSZEITEN

Samstags & sonntags, 12–18 Uhr

EINTRITT

Der Eintritt zu den Ausstellungen der JSC Berlin beträgt 5 Euro.
Eine vorherige Anmeldung für den Besuch innerhalb der Öffnungszeiten ist nicht erforderlich.

 

Kostenfrei für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre, Schüler, Studierende, Auszubildende, Menschen mit Behinderungen, Rentner, Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger gegen Vorlage eines gültigen Ausweises sowie Mitglieder von ICOM und AICA.

ÖFFENTLICHE, DEUTSCHSPRACHIGE FÜHRUNGEN

Öffentliche, deutschsprachige Führungen durch die aktuellen Ausstellungen in Berlin finden sonntags um 15 Uhr statt (Dauer: 60 Minuten).

 

Die notwendige, vorherige Anmeldung erfolgt online über unserem Kalender, dem Sie auch die genauen Führungstermine entnehmen können.

 

Teilnahmegebühr: 5 Euro pro Person (Bar- und Kartenzahlung vor Ort möglich).

 

Kostenfrei für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre, Schüler, Studierende und Auszubildende.

DEUTSCH- UND ENGLISCHSPRACHIGE SONDERFÜHRUNGEN

Während der Öffnungszeiten: samstags & sonntags, 12–18 Uhr.
Teilnahmegebühr: 10 Euro pro Person für Gruppen ab 10–25 Personen.

 

Außerhalb der Öffnungszeiten:
Teilnahmegebühr: 20 Euro pro Person für Gruppen ab 10–25 Personen.

 

Falls Sie sich für eine Sonderführung interessieren, schreiben Sie uns bitte unter Angabe des Wunschtermins und der Gruppengröße eine E-Mail an visit.berlin@jsc.art.

TEIL-BARRIEREFREIER ZUGANG

Die JSC Berlin ist für den Besuch mit Rollstuhl oder Kinderwagen im Erdgeschoss geeignet. Die erste Etage ist für den Besuch mit Rollstuhl oder Kinderwagen nicht geeignet (Zugang nur übers Treppenhaus; kein Aufzug vorhanden).


ARCHITEKTUR

Ein wesentliches Anliegen der JULIA STOSCHEK COLLECTION ist es, die Sammlung öffentlich zugänglich zu machen und in Kooperationen mit anderen Institutionen, Kuratoren*innen und Künstlern*innen in Form von Ausstellungen und Veranstaltungen ein lebendiger Ort des Austauschs zu sein.

 

In diesem Sinne fand die Sammlung einen passenden Ort in dem ehemaligen tschechischen Kulturinstitut, das, in den 1960er-Jahren erbaut, als solches verschiedene Nutzungen wie eine Bibliothek, einen Kinosaal, Verkaufs- und Verwaltungsräume unter einem Dach vereinte.

 

Der Bau wurde seit der Wende und der damit einhergehenden Schließung des Kulturinstituts durch wechselnde, meist ebenfalls kulturelle Programme zwischengenutzt, aber nie umgebaut und ist damit ein seltener noch originalgetreuer Ort in Berlin-Mitte.

 

Die nun erstmals offizielle neue Nutzung sollte möglich und sichtbar werden, ohne die vorhandene Substanz und Geschichte des Ortes zu überschreiben.

 

Die vielen Räume unterschiedlicher Größe und verschachtelter Beziehungen untereinander boten ideale Voraussetzungen für die Ausstellung von zeitbasierter Kunst, forderten aber auch die Schaffung eines ordnenden, orientierungsgebenden Systems.

 

Ein weißer Vorhang verläuft kontinuierlich auf beiden Geschossen teils außen vor der Fassade und teils innen vor existierenden Wänden. Er markiert den Übergang von hellen zu dunklen Räumen, außen wie innen. Er verhüllt die vorhandene Glasfassade und klappt sich nach innen, um auch dort öffentliche, helle Räume zu generieren.

 

Diese Räume sind einerseits Empfangs- und Erschließungsräume, aber auch Verweilräume für Besucher, die zwischen der Betrachtung eine Pause einlegen können, im Katalog blättern und sich im Programm orientieren können, um sich dann gezielt bestimmten Werken zu widmen. Hier finden auch Eröffnungen und das öffentliche Programm statt. Die größtenteils individuell entworfenen Möbel unterstützen diese Aktivitäten.

 

Der weiße Vorhang dunkelt die Räume ab und dämpft das Licht, ohne die Räume dunkel zu machen.

 

So wurde statt umfassender baulicher Veränderungen lediglich ein zusätzlicher weicher Layer hinzugefügt, der die Anforderungen der Verdunkelung, der klaren Wegführung und der Sichtbarkeit nach außen mit einem Element beantwortet.

 

Er verleiht dem Bau eine neue Identität, ohne die ursprüngliche auszulöschen, ähnlich einem neuen Kleid, das jederzeit wieder ausgezogen werden kann – womit der Bau offen für weitere Veränderungen der Sammlung, aber auch nachfolgende Nutzungen bleibt.

 

Johanna Meyer-Grohbrügge, Architektin

 

 

 

MEYER-GROHBRÜGGE

 

Das Berliner Architekturbüro Meyer-Grohbrügge sucht nach einfachen räumlichen Antworten auf komplexe Fragestellungen. Neue Überzeugungen im Austausch mit den Auftraggeber*innen zu entwickeln, bestimmt die Handlungsweise des Büros. Mit einer Vielfalt an Projekten, die von Bauten im Kunst- und Ausstellungsbereich, über Wohn- und Bürohäuser zu Möbeldesign reicht, erforscht das Büro die Möglichkeiten, neue Formen des Zusammenlebens hervorzubringen und Identitäten zu generieren.

 

Johanna Meyer-Grohbrügge arbeitete nach ihrem Diplom an der ETH Zürich fünf Jahre bei SANAA in Tokyo. 2010 gründete sie mit Sam Chermayeff das Büro June 14 Meyer-Grohbrügge & Chermayeff und 2015 das Büro Meyer-Grohbrügge. Sie ist Gastprofessorin am DIA Dessau und unterrichtete unter anderem an der Washington University St. Louis und der Columbia GSAPP.

 

www.meyer-grohbruegge.com


VERMIETUNG

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Die JSC Berlin ist mit ihren 2500 Quadratmetern eine der eindrucksvollsten und vielseitigsten Locations der Stadt.

 

Die Lage zwischen Leipziger Straße, Gendarmenmarkt und Friedrichsstraße sowie die Möglichkeiten der sehr individuell einsetzbaren Räumlichkeiten, machen Ihre Veranstaltung an diesem Ort zu einem einmaligen Erlebnis. Feiern Sie exklusiv in den Räumen einer international renommierten Kunstsammlung.

 

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Kontakt:
Christian Nickolai
nickolai@jsc.art

JSC Berlin. Foto: Robert Hamacher, Berlin.
JSC Berlin, Foyer, Erdgeschoss. Foto: Robert Hamacher, Berlin.
JSC Berlin, Foyer, Erdgeschoss. Foto: Robert Hamacher, Berlin.
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1920er
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16-mm-Film
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Performance Art
Land Art
Body Art

SAMMLUNG

„Viele Werke der Julia Stoschek Collection bauen Welten mit mehreren Zeiten; nicht der eine Fluss der Ereignisse ist in ihnen eingebettet, sondern ein Labyrinth sich verästelnder Pfade mit ihrer jeweils eigenen Geschwindigkeit von Zeitlichkeit. Die Sammlung ist somit ein komplexes Archiv aus Zeitlichkeiten; eine Anlagerung vergangener Momente und Zeitebenen, die sich technisch wiederholen lassen, und zwar im Prinzip unendlich oft.“ 

 

Daniel Birnbaum

 

aus: Daniel Birnbaum, Wiederholungen, in: Number One: Destroy, She Said, Ostfildern 2007, S. 8.

 

 

Die im Jahr 2007 von Julia Stoschek gegründete Sammlung ist eine der umfangreichsten Privatsammlungen zeitbasierter Kunst und umfasst neben Film, Video und Klangarbeiten auch Performances sowie computer- und softwarebasierte Kunstwerke. Momentan bieten mehr als 850 Kunstwerke von mehr als 255 zeitgenössischen Künstler*innen und Künstler*innengruppen aus den verschiedensten Genres und aus unterschiedlichen Generationen einen Überblick über die zeitbasierte Kunstproduktion von den 1960er-Jahren bis zum heutigen Tag. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf Werken, die nach dem Jahr 2000 entstanden sind.

 

Mit dem Begriff zeitbasierte Kunst (oder zeitbasierte Medien) werden Kunstwerke beschrieben, die sich in der Zeit „entfalten“. Zeitbasierte Kunst umfasst daher all jene Werke, für die die Dauer eine Rolle spielt, und schließt Film, Video, Einzel- und Mehrkanal-Videoinstallationen ebenso mit ein wie Diainstallationen, Multimedia-Environments, Klangarbeiten, Performance, computer- und softwaregestützte Kunstwerke, Virtual und Augmented Reality sowie andere Formen technologiebasierter Kunst. Derartige Kunstwerke sind ihrem Wesen nach oft allografisch, das heißt, sie sind nur sichtbar, wenn sie installiert oder projiziert werden.

 

Die JULIA STOSCHEK COLLECTION vereint verschiedenste Ansätze und Praktiken: frühe Expanded Cinema- und Video- oder Performance-Arbeiten von Bruce Nauman, Anthony McCall, Joan Jonas oder Marina Abramović treffen auf Doug Aitkens Videoinstallationen, Ian Chengs Live-Simulationen und Hito Steyerls raumgreifende Environments. Die Sammlung beherbergt viele Kunstwerke wegweisender feministischer Künstler*innen und Filmemacher*innen aus den 1960er- und 1970er-Jahren, darunter Dara Birnbaum, VALIE EXPORT, Barbara Hammer und Hannah Wilke. Eine jüngere Künstler*innengeneration wird u. a. von Ed Atkins, Bunny Rogers, Loretta Fahrenholz, Cyprien Gaillard, Josh Kline, Jon Rafman, Rachel Rose, Mika Rottenberg, Anicka Yi und Tobias Zielony vertreten, um nur einige zu nennen. Der Sammlung ist daran gelegen, langfristig mit Künstler*innen, Galerien und Institutionen zusammenzuarbeiten, dabei wird der Fokus auf die zentralen Arbeiten und Werkgruppen gelegt, die im Laufe einer Künstler*innenkarriere entstehen. Die Sammlung wächst mit den Künstler*innen und spiegelt deren sich weiterentwickelnde Praxis wider.

 

Die Sammlung trägt der zunehmenden technologischen Konvergenz Rechnung und ist interdisziplinär ausgerichtet. „Die Videokunst von heute ist Theater, Performance, Musikaufführung, Skulptur, Projektion, bewegtes Bild, bewegte Körper, Tanz, Bühne, Leinwand, realer Raum, reale Zeit in einem“, schreibt Peter Weibel im Katalog zur Ausstellung High Performance. Zeitbasierte Medienkunst seit 1996, die 2015 in Kooperation mit dem ZKM | Zentrum für Kunst und Medien in Karlsruhe gezeigt wurde. Trotz der einzigartigen Heterogenität der Sammlung, die all diese verschiedenen Felder vereint, zeichnen sich einzelne thematische Stränge und bestimmte Themen ab: Arbeiten, die soziopolitische Fragen adressieren, Identitätspolitik, Formen von Narration, Fiktion und Dokumentation, Körper und seine Repräsentation, Performativität und Performance, Blickregime sowie die Beziehung zwischen gebauter Umgebung und natürlicher Umwelt.

 

Einige dieser Themen waren Gegenstand von Ausstellungen und Veranstaltungen der JULIA STOSCHEK COLLECTION in Düsseldorf und Berlin sowie an mehreren verschiedenen internationalen Institutionen. In den Ausstellungsräumen der Sammlung in Düsseldorf und Berlin wurden seit 2007 bislang insgesamt 27 Ausstellungen realisiert, darunter bedeutende Einzelpräsentationen von Derek Jarman, STURTEVANT, Elizabeth Price, Ed Atkins, Frances Stark, Trisha Donnelly, Cyprien Gaillard, Arthur Jafa und Ian Cheng.

 

Die erste große Gruppenausstellung in der Sammlung, Number One: Destroy, She Said (2007–2008), wurde nach einer Videoinstallation der Künstlerin Monica Bonvicini benannt und widmete sich lose der Beziehung zwischen Innen und Außen, Konstruktion und Destruktion. Number Two: Fragile (2008–2009) konzentrierte sich auf Körper und Körperlichkeit und zeigte Video, Performance und Body Art. Number Three: Here and Now (2009–2010) fokussierte ausschließlich auf Performance und das Ephemere und Flüchtige. Über den Zeitraum eines ganzen Jahres fanden Performances und Konzerte von einigen der bekanntesten zeitgenössischen Künstler*innen statt. Mit der Ausstellung Number Twelve: Hello Boys (2015–2016) wurde erneut die Performance-Kunst beleuchtet, zudem wurde ein Schwerpunkt auf feministische Videokunst gelegt und die Frage nach der Repräsentation weiblicher Identität sowie der Rolle von Performance-Dokumentation verhandelt. Zum zehnjährigen Jubiläum lud die JULIA STOSCHEK COLLECTION den Künstler Ed Atkins ein, in Düsseldorf eine Gruppenausstellung zu kuratieren. Atkins gab seiner Ausstellung den Titel Generation Loss (2017): Er bezieht sich dabei ebenso auf den Prozess des Qualitätsverlusts, der beim permanenten Übertragen von Daten auf Datenträgern auftritt, wie auf die sozialen Umbrüche im Übergang von einer Generation zur nächsten.

 

Welt am Draht (2016), die Eröffnungsausstellung des Sammlungsstandortes Berlin, adressierte die von der Digitalisierung angestoßenen Umwälzungen und Veränderungen der sozialen Realität, von Identitäten und Umwelt. Die Gruppenausstellung mit dem Titel Jaguars and Electric Eels (2017), ebenfalls in Berlin, untersuchte schließlich Begriffe der Indigenität, von hybriden und synthetischen Lebensformen, der Migration der Arten sowie unsere sich fortwährend verändernde Wahrnehmung der Realität. Die Sammlungsausstellungen werden von groß angelegten Einzelausstellungen flankiert. So präsentierte die JULIA STOSCHEK COLLECTION 2018 in Berlin das erste Mal in Deutschland das Werk Arthur Jafas. Kleinere Projekte, Diskussions- und Gesprächsabende sowie Screenings komplettieren das in Düsseldorf und Berlin gezeigte Ausstellungsprogramm. 


LEIHANFRAGEN

Leihanfragen für Werke der JULIA STOSCHEK COLLECTION sind per E-Mail an Anna-Alexandra Pfau, Leitung JSC Düsseldorf & Sammlung, pfau@jsc.art, zu richten.

 

Die Leihanfrage wird bearbeitet, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

 

Leihanfragen müssen mindestens 6 Monate vor dem gewünschten Ausleihbeginn gestellt werden. Die Anfrage muss folgende Informationen und Dokumente beinhalten:

Name und Anschrift der Institution, die das Leihgesuch stellt; Name, Funktion, Telefonnummer, Postanschrift und E-Mail-Adresse der Kontaktperson; genaue Nennung des angefragten Werkes; Zeitraum, Name der ausstellenden Institution und Ort der Ausstellung; detailierte Ausstellungs- oder Projektbeschreibung, in der das Werk präsentiert werden soll; einen aktueller Facility Report der Institution.

 

Bitte beachten Sie, dass Werke, die in der Courtesyangabe über einen Verweis zu Electronic Arts Intermix verfügen, nicht über die JULIA STOSCHEK COLLECTION verliehen werden können. Bitte wenden Sie sich hierfür direkt an Electronic Arts Intermix, New York.

 


RESTAURIERUNG & KONSERVIERUNG

Langzeitarchivierung 

 

Die konservatorischen Anforderungen an die Betreuung von zeitbasierten Kunstwerken („Time-based Media“ – TBM) hat sich in den letzten zehn Jahren grundlegend geändert. Anfänglich galt dem Medium, also der Videokassette oder der DVD, die größte Aufmerksamkeit. Medien sind – wie andere Materialien auch – Alterungsprozessen unterworfen, die langfristig zu Schäden oder gar dem Verlust der Arbeiten führen können.

 

Doch das Altern der Medien ist nur die eine Seite. Auf der anderen Seite stehen Fileformate und komplexe technische Installationen, die auf Computertechnologien oder sonstiger Technik basieren. Alle diese Bestandteile können altern: Nicht nur die Medien selbst sind von Abbauprozessen betroffen, auch die Inhalte werden möglicherweise im Laufe der Jahre durch Inkompatibilitäten unlesbar. Der technologische Fortschritt bringt immer neue Fileformate und Software-Codecs hervor, die Einzug in den Produktionsprozess von Videokünstler*innen halten. Deshalb muss neben den materialbedingten Risiken auch immer genau beobachtet werden, welche Technologien zukunftsträchtig sind – und welche digitalen Plattformen und Formate aussterben. Hierzu werden alle Neuzugänge ausführlich evaluiert und protokolliert, um genau zu ermitteln, um welche Digitalisate es sich handelt. Die Files werden danach auf einen digitalen Speicher übertragen. 

 

Um allen unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden, wurde eine mehrstufige Strategie zur Langzeitarchivierung für die JULIA STOSCHEK COLLECTION entwickelt, die auf dem „Drei-Säulen-Modell“ basiert. Ziel der Strategie ist es, die heterogene Sammlung auf der digitalen Ebene in wenigen, etablierten und einheitlichen Zielformaten zusammenzufassen. Hierdurch wird der konservatorische Aufwand merklich reduziert, da lediglich eine überschaubare Anzahl von Formaten regelmäßig überprüft und durch Obsoleszenz-Monitoring gegen aussterbende Formate abgesichert werden muss. Flankiert wird dies durch Einzellösungen für Kunstwerke, bei denen ein standardisiertes Vorgehen nicht möglich ist.

 

Auf digitaler Ebene sorgen mehrere unabhängige, redundante Back-ups für zusätzliche Sicherheit beim Fortbestand der Sammlung.

Medienkunstdepot

 

Für alle physischen Medien bildet das Medienkunstdepot die „Schatzkammer“ der Sammlung. Weil schwankende sowie hohe Temperatur- und Luftfeuchtigkeitswerte für Bänder und Filme schädlich sind, war dies bei der Planung einer der wichtigsten Aspekte. Temperaturen um 15°C sowie 35% relativer Luftfeuchtigkeit gelten als optimal für die Lagerung von Magnetbändern und wurden deshalb realisiert. Auch für andere Medien wie Filme und Dias sind diese Bedingungen sinnvoll.

 

Das individuell für die JULIA STOSCHEK COLLECTION konzipierte und geplante Medienkunstdepot verfügt über zwei Schleusen: Die Personenschleuse verhindert abrupte Klimawechsel beim Betreten. Die zweite Schleuse ist für Bänder und Medien konzipiert, die ins Mediendepot eingelagert werden. Sie können sich in der Schleuse langsam akklimatisieren, bevor sie dann in einer speziellen Rollregalanlage aufbewahrt werden. Die Rollregale sind kugelgelagert und ermöglichen eine optimale Raumnutzung. Um alle Risiken für die gelagerten Videobänder auszuschließen, wurden die einbrennlackierten Regalböden auf Restmagnetisierung untersucht. Zudem verhindert die Erdung der Regale eine statische Aufladung.

 

Weil Staub und Luftschadstoffe eine ernsthafte Gefahr für Medienkunstwerke darstellen, wird die Luft vor und nach der Konditionierung mehrfach gefiltert. Gleichzeitig sorgen Rauch- und Wassermelder sowie eine Alarmsicherung für einen umfassenden Schutz vor Gefahren.

 

Die aufwendige technische Ausstattung in Verbindung mit der speziell konstruierten Rollregalanlage machen das Medienkunstdepot einzigartig in Europa.

 

Andreas Weisser

Diplomrestaurator // Conservator

 

Camp
Queer Cinema
1920er
1910er
8-mm-Film
1950er
Lithografie
Zeichnung
2010er
2000er
1990er
1980er
1970er
1960er
Virtual Reality
Zeitbasierte Kunst
Ortsspezifisch
Mixed-Media
Lichtobjekt
Sound Art
Gemälde
Live-Simulation
Collage
Slide projection
Installation
Skulptur
Fotografie
Video
Film
35-mm-Film
16-mm-Film
Super 8 film
Videoskulptur
Düsseldorfer Fotoschule
Performance Art
Land Art
Body Art
Jacolby Satterwhite
1-8. En Plein Air Abstraction (full length feature), 2018
Katharina Sieverding
24/III/196/1973/97/A/B (Die Sonne um Mitternacht schauen), 1973
Manuel Graf
1000 Jahre sind ein Tag, 2005
Katharina Sieverding
11/III/196/1973/97/A/B (Die Sonne um Mitternacht schauen), 1973
Christian Jankowski
16 mm Mystery, 2004
Christoph Schlingensief
18 Bilder pro Sekunde (Dokumentation der Ausstellung im Haus der Kunst, München), 2007
Roxy Paine
182212102002B, 2002
Jeppe Hein
2-Dimensional Mirror Labyrinth, 2006
Katharina Sieverding
26/III/196/1973/97/A/B (Die Sonne um Mitternacht schauen), 1973
Charles Richardson
27th March, 2015
Klara Lidén
550, 2004
A
Wu Tsang
A day in the life of bliss, 2014
Ulay & Marina Abramović
A Performance Anthology. Abramović/Ulay. 14 performances Relation Work (1976–1980), 1976–1980.
Relation in Space, 1976
Talking about Similarity, 1976
Breathing in, Breathing out, 1977
Imponderabilia, 1977
Expansion in Space, 1977
Relation in Movement, 1977
Relation in Time, 1977
Light/Dark, 1977
Balance Proof, 1977
AAA-AAA, 1978
Incision, 1978
Kaiserschnitt, 1978
Charged Space, 1978
Three, 1978
Ulay & Marina Abramović
A Performance Anthology. Abramović/Ulay. Action in 14 predetermined sequences, 1976.
There is a Criminal Touch to Art, 1976
Ulay & Marina Abramović
A Performance Anthology. Abramović/Ulay. Four performances by Abramović (1975–1976), 1975–1976.
Art must be beautiful, Artist must be beautiful, 1975
Freeing the Voice, 1976
Freeing the Memory, 1976
Freeing the Body, 1976
Helen Benigson
A Rude Girl Arse Glistens Like Silicone. Cluck, Cluck, Cluck 1, 2015
Helen Benigson
A Rude Girl Arse Glistens Like Silicone. Cluck, Cluck, Cluck 2, 2015
Helen Benigson
A Rude Girl Arse Glistens Like Silicone. Cluck, Cluck, Cluck 3, 2015
Helen Benigson
A Rude Girl Arse Glistens Like Silicone. Cluck, Cluck, Cluck 4, 2015
Helen Benigson
A Rude Girl Arse Glistens Like Silicone. Cluck, Cluck, Cluck 5, 2015
Helen Benigson
A Rude Girl Arse Glistens Like Silicone. Cluck, Cluck, Cluck 6, 2015
Hannah Perry
aahhhhhh, 2015
Basel Abbas & Ruanne Abou-Rahme
Marina Abramović
Vito Acconci
Manuel Acevedo
DAS INSTITUT
Adele Röder For Das Institut Starline, 2010
Christoph Schlingensief
Affenbilder, 2005
Pep Agut
Peggy Ahwesh
Leo Gabin
Ain’t Gon Do It, 2015
Doug Aitken
Leo Gabin
Aliens, 2015
Pipilotti Rist
Als der Bruder meiner Mutter geboren wurde, duftete es nach wilden Birnenblüten vor dem braungebrannten Sims, 1992
Peter Weibel
Als Fuji noch ein Berg war, 1990
Lutz Mommartz
Als wär’s von Beckett, 1975
Francis Alÿs & Rafael Ortega
Francis Alÿs
David Claerbout
American Car, 2004
Matthew Buckingham
Amos Fortune Road, 1996
Matt Copson
Anarchist, 2015
Jen DeNike
Anat, 2006
Jacky Connolly
Anhedonia (full length feature), 2017
Ana Mendieta
Anima, Silueta de Cohetes (Firework Piece), 1976
Christoph Schlingensief
Animatograph, Odins Parsipark, Neuhardenberg, 2005
Kerstin Brätsch, Adele Röder
Announcement Poster 1 and 2, 2011
Ant Farm & T.R. Uthco
Eleanor Antin
DAS INSTITUT
Apes and Shapes (I’ll see you again in 25 years), 2011
Arthur Jafa
Apex, 2013
Vito Acconci
Applications, 1970
Cory Arcangel
Colin Montgomery
Arlington National Cemetry (JFK funeral model), 2005
Bruce Nauman
Art Make-Up, 1967–1968
Art Make-Up, No. 1, White, 1967
Art Make-Up, No. 2, Pink, 1967
Art Make-Up, No. 3, Green, 1967–1968
Art Make-Up, No. 4, Black, 1967–1968
Cyprien Gaillard
Artefacts, 2011
Natascha Sadr Haghighian
Artificial Life, 1995
Richard Artschwager
Elizabeth Price
At the House of Mr. X, 2007
Ed Atkins
Charles Atlas
Kader Attia
Leo Gabin
Awesome, 2015
Ilit Azoulay
B
Lutz Bacher
Jo Baer
Trisha Baga
John Baldessari
John Baldessari
Baldessari sings LeWitt, 1972
Jules de Balincourt
Heike Baranowsky
Claus Föttinger
Barbarella, Matmos and Chief of Matmos, 2006
Christoph Westermeier
Barbarian + Classics, 2012
Sigalit Landau
Barbed Hula, 2000
Hernan Bas
Ed Fornieles
Bathing, 2015
Thomas Demand
Beau Rivage, 1997
Francis Alÿs
Beggars, 2004
Neïl Beloufa
Lynda Benglis
Helen Benigson
Bernadette Corporation
Thomas Bernstein
Walead Beshty
Jeremy Shaw
Best Minds Part One, 2007
Jon Rafman
Betamale Trilogy (Glass Cabin), 2015
Still Life (Betamale), 2013
Mainsqueeze, 2014
Erysichthon, 2015
Joseph Beuys
Clemens von Wedemeyer
Big Business + The Making of Big Business, 2002
Big Business, 2002
The Making of Big Business, 2002
Johanna Billing
Mary Lucier
Bird’s Eye, 1978
Dara Birnbaum
Hannah Black
Paul McCarthy
Black and White Tapes, 1970-1975
Ma Bell, 1971
Painting Face Down – White Line, 1972
Spit – Not Looking at the Camera, 1974
Spinning, Short segment of 20-minute Tape, 1970–71
Whipping the Wall with Paint, 1975
Up Down Penis Show, 1974
Zippedy Doo Dance, 1974
Icicle Slobber, 1975
Pipe Shadow, 1975
Upside Down Spitting – Bat, 1975
Drawing – Semen Drawing, 1975
Spitting on the Camera Lens, 1974
Upside Down Pipe, 1975
Bruce Nauman
Black Balls, 1969
Christoph Westermeier
Blaker, 2011
David Blandy
Jesper Just
Bliss and Heaven, 2004
Doug Aitken
Blow Debris, 2000
Sean Bluechel
Pipilotti Rist
Blutclip, 1993
John Bock
Hannah Black
Bodybuilding, 2015
Monica Bonvicini
Adam Putnam
Bookshelf, 1997
Matt Copson
Booty Call, 2015
Nam June Paik
Born Again, 1991
Alexander Bornschein
Bruce Nauman
Bouncing Balls, 1969
Bruce Nauman
Bouncing in the Corner No. 1, 1968
Bruce Nauman
Bouncing in the Corner, No. 2: Upside Down, 1969
Bruce Nauman
Bouncing Two Balls Between the Floor and Ceiling with Changing Rhythms, 1967–1968
Carol Bove
Robert Boyd
Leo Gabin
Break Up, 2015
Matt Copson
Broadcast, 2015
Doug Aitken
Broken Glass in the Slipstream, 2003
Klaus vom Bruch
Lonnie van Brummelen & Siebren de Haan
Matthew Buckingham
Chris Burden
Anthony Burdin
Reynold Reynolds & Patrick Jolley
Burn, 2002
Jeff Burton
Peter Fischli & David Weiss
Büsi, 2001
Joseph Beuys
Buttocklifting (Edition Staeck), 1974
C
Matt Calderwood
Sophie Calle
Taryn Simon
CALVIN WASHINGTON, C&E Motel, Room No.24, Waco, Texas. Where an informant claimed to have heard Washington confess. Served 13 years of a life sentence for murder, 2002
Peter Campus
Robin Rhode
Candle, 2007
Karl Wilhelm Diefenbach
Capri, 1911
Till Gerhard
Captain America, 2004
Charles Richardson
Carramesh, 2015
Julius Shulman
Case Study House #22. Los Angeles, CA, Pierre Koenig Architect, 1960
Andreas Gursky
Centre Pompidou, 1995
Richard Artschwager
Chair/Chair, 1980
Richard Artschwager
Chair/Chair, 1980
Paul Chan
Patty Chang
Mika Rottenberg
Chasing Waterfall. The Rise and Fall of the Amazing Seven Sutherland Sisters, 2006
Mika Rottenberg
Cheese, 2008
House, 2008
Cheese, 2008
Hairwash, 2008
Milk, 2008
Concert, 2008
Chicken Soup, 2008
Ian Cheng
Brock Enright
Chrystal Anarchy Sign (pink), 2007
Mark Leckey
Cinema-in-the-Round, 2006-2008
Cyprien Gaillard
Cities of Gold and Mirrors, 2009
David Claerbout
Klara Lidén
Claim, 2010
Clegg & Guttman
Ed Fornieles
Climbing, 2015
Andreas Gursky
Cocoon II, 2008
Catherine Opie
Commissioned Portrait: Julia and Jacob, 2019
Jacky Connolly
Ulay & Marina Abramović
Continental Videoseries. Abramović/Ulay (1983-1986), 1983-1986
City of Angels, 1983
Terra Degla Dea Madre, 1984
Terminal Garden, 1986
China Ring, unedited video notebook, 1988
Matt Copson
Michael Snow
*Corpus Callosum, 2002
Vito Acconci
Corrections, 1970
Jane Crawford & Robert Fiore
Jamie Crewe
James Richards & Leslie Thornton
Crossing, 2016
Lucy Raven
Curtains, 2014
Keren Cytter
D
Bruce Nauman
Dance or Exercise on the Perimeter of a Square (Square Dance), 1967-1968
Klaus vom Bruch
Das Alliiertenband, 1982
Clemens von Wedemeyer
Das Bildermuseum brennt, 2004/05
Carol Bove
Das Energi, 2005/06
DAS INSTITUT
Leo Gabin
Date Yourself, 2015
Ed Atkins
Death Mask II: The Scent, 2010
Jessica Mein
DeleveleD, 2007
Asier Mendizabal
Delimitar #1, 2009
Asier Mendizabal
Delimitar #2, 2009
Asier Mendizabal
Delimitar #3, 2009
Asier Mendizabal
Delimitar #4, 2009
Asier Mendizabal
Delimitar #5, 2009
Ed Atkins
Delivery to the Following Recipient Failed Permanently, 2011
Thomas Demand
Jen DeNike
Simon Denny
Jan Paul Evers
Der Abstand zwischen den Gipfeln menschlicher Möglichkeiten, 2011
Tobias Zielony
Der Brief (The Letter), 2013
Anthony Burdin
Desert Mix, „Go See um Black Feather“, 2003
Josh Kline
Designer’s Head in Tim Coppens (Tim), 2013
Cyprien Gaillard
Desniansky Raion, 2007
Monica Bonvicini
Destroy She Said, 1998
Thomas Demand
Details (Sportscar), 2005
Frances Stark
Detumescence and/or its Opposite (from a Torment of Follies), 2012
Maria Anna Dewes
Christoph Schlingensief
Diana Altar, 2006
Jana Euler
Die Höhle aus Löwen, 2013
Christian Jankowski
Die Jagd, 1992/1997
Till Gerhard
Die Ordnung der Dinge, 2004
Lutz Mommartz
Die Treppe, 1967
Karl Wilhelm Diefenbach
STURTEVANT
Dillinger Running Series, 2000
Christoph Steinmeyer
Disco Inferno Edition, 2008
Adam Putnam
Dish Cabinet, 1997
Timur Si-Qin
Display (Peace), 2015
Joan Jonas
Disturbances, 1974
Nathalie Djurberg & Hans Berg
Chloe Wise
do you really think he fingered her, 2015
Chris Burden
Documentation of selected works, 1971-1975
Deadman, 1972
Bed Piece, 1972
Through the Night Softly, 1973
Icarus, 1973
Shoot, 1971
Cheryl Donegan
Trisha Donnelly
Thorben Eggers
Doppelseite, 2015
Sophie Calle
Double Blind, 1992
Thiago Rocha Pitta
Double fountain or cooked landscape, 2005
Barbara Hammer
Double Strength, 1978
Mika Rottenberg
Dough, 2006
Juan Downey
Jon Rafman
Dream Journal 2016 – 2019, 2019
Alex Müller
Drei Finger Dick, 2005
Jen DeNike
Dunking, 2003
Helen Marten
Dust and Piranhas, 2011
Marcel Dzama
E
Mika Rottenberg
e20, 2005
Mika Rottenberg
e24, 2005
Rosemarie Trockel
Egg-trying to get warm (Versuch nach Mach), 1994
Thorben Eggers
Rosemarie Trockel
Ei-Dorado, 1992/1998
John Bock
Ein Haufen voller Flacker, 2012
Die abgeschmierte Knicklenkung im Gepäck verheddert sich im weißen Hemd , 2009
Im Schatten der Made, 2010
Pi-Bean, 2010
Seewolf, 2010
Bauchhöhle bauchen, 2011
Lichterloh Roh, 2011
Monsieur et Monsieur, 2011
Nichts unter der Kinnlade, 2011
Lütte mit Rucola, 2006
Martin Honert
Eisbär, 1995/2001
STURTEVANT
Elastic Tango, 2010
Olafur Eliasson
Elmgreen & Dragset
Colin Montgomery
Emergency Doors (Smithsonian American History Museum), 2006
Tracey Emin
Ian Cheng
Emissary Forks At Perfection, 2015
Ian Cheng
Emissary in the Squat of Gods, 2015
Ian Cheng
Emissary Sunsets The Self, 2017
Paul Pfeiffer
Empire, 2004
Natascha Sadr Haghighian
Empire of the Senseless Part II, 2006
Nam June Paik
EMPIRE STATE BUILDING, 1995
Encyclopedia Pictura & Björk
Brock Enright
Pipilotti Rist
(Entlastungen) Pipilottis Fehler, 1988
Anicka Yi
Escape From the Shade 5, 2016
Rob Pruitt
Esprit de Corps: Guitar Jam, 2006
Jana Euler
Ed Atkins
Even Pricks, 2013
Jan Paul Evers
Mathilde Rosier
Every Day the Same, 2002
Helen Marten
Evian Disease, 2012
Tony Oursler
EVOL, 1984
Martti Kalliala & Daniel Keller
Exitscape 1, 2015
Martti Kalliala & Daniel Keller
Exitscape 2, 2015
Martti Kalliala & Daniel Keller
Exitscape 3, 2015
Martti Kalliala & Daniel Keller
Exitscape 4, 2015
Martti Kalliala & Daniel Keller
Exitscape 5, 2015
Martti Kalliala & Daniel Keller
Exitscape 6, 2015
VALIE EXPORT
Charles Richardson
Extra, 2015
Mike Kelley
Extracurricular Activity Projective Reconstruction #36 (Vice Anglais), 2011
Mike Kelley
Extracurricular Activity Projective Reconstruction #36 (Vice Anglais), 2011
F
VALIE EXPORT
Facing a Family, 1971
Hito Steyerl
Factory of the Sun, 2015
Loretta Fahrenholz
Ed Fornieles
Falling, 2015
Patty Chang
Fan Dance, 2003
Leo Gabin
Fast Lost by Ho Ho Click, 2015
Walead Beshty
FedEx® Medium Kraft Box ©2005 FEDEX 330504 REV 10/05 CC, Fedex Priority Overnight, Los Angeles-Dusseldorf, trk#865282057872, September 19-20, 2008FedEx® Medium Kraft Box ©2005 FEDEX 330504 REV 10/05 CC, Fedex Priority Overnight, Los Angeles-Dusseldorf, trk#865282057894, September 19-20, 2008FedEx® Medium Kraft Box ©2005 FEDEX 330504 REV 10/05 CC, Fedex PriorityOvernight, Los Angeles-Dusseldorf, trk#865282057909, September 19-20, 2008FedEx® Medium Kraft Box ©2005 FEDEX 330504 REV 10/05 CC, Fedex Priority Overnight, Los Angeles-Dusseldorf, trk#865282057861, September 19-20, 2008FedEx® Medium Kraft Box ©2005 FEDEX 330504 REV 10/05 CC, Fedex Priority Overnight, Los Angeles-Dusseldorf,trk#865282057883, September 19-20, 2008, 2008
Tracey Emin
Feel Your Touch, 2016
Cao Fei
Mark Leckey
Felix Gets Broadcasted, 2007
Jen DeNike
Fell, 2006
Lynda Benglis
Female Sensibility, 1973
Thomas Demand
Fence, 2004
Moritz Wegwerth
Fenster, 2013
Laurel Nakadate
Fever Dream with Rabbit, 2009
GCC
Figure A: Amalgamated City, 2013
Asier Mendizabal
Figures and Prefigurations (Divers, A. Rodchenko, 1930, Political Football), 2009
Asier Mendizabal
Figures and Prefigurations (Divers, V. Palladini, 1926), 2009
STURTEVANT
Finite/Infinite, 2010
Mark Leckey
Fiorucci Made Me Hardcore, 1999
Peter Fischli & David Weiss
Jack Smith
Flaming Creatures, 1962/63
Christiane Fochtmann
Josh Kline
Forever 27 (Kurt), 2013
Josh Kline
Forever 48 (Whitney), 2013
Ed Fornieles
Claus Föttinger
Paul Pfeiffer
Four Horsemen of the Apocalypse (15), 2004
Paul Pfeiffer
Four Horsemen of the Apocalypse (16), 2004
Keren Cytter
Four Seasons, 2009
Claus Föttinger
Fragile-Bar, 2008
Aaron Young
Freedom Fries, 2005
Aaron Young
Freeformdome, 2003
Wolfgang Tillmans
Freischwimmer 21, 2004
Dara Friedman
Charles Richardson
Friend, 2015
Alex McQuilkin
Fucked, 1999
Carolee Schneemann
Fuses, 1964–1967
G
Leo Gabin
Cyprien Gaillard
Ryan Gander
Andreas Gursky
Gasherd, 1980
Bruce Nauman
Gauze, 1969
GCC
Oliver Payne & Nick Relph
Gentlemen, 2003
Isa Genzken
Till Gerhard
Hannah Wilke
Gestures, 1974
Bernadette Corporation
Get rid of yourself, 2003
Alex McQuilkin
Get Your Gun Up, 2002
Beatrice Gibson
Melanie Gilligan
Kate Gilmore
Leo Gabin
Girlhood, 2015
Jen DeNike
Girls like me, 2006
Nam June Paik
Global Groove, 1973
Rob Pruitt
Global Warming, 2006
Matt Calderwood
Gloss, 2004
Torbjørn Rødland
Goldene Tränen, 2002
Aaron Young
Good Boy, 2001
Douglas Gordon
Manuel Graf
Dan Graham
Heike Baranowsky
Gras, 2001
Mark Leckey
GreenScreenRefrigerator, 2010
Jan Paul Evers
Große rekursive Funktion, 2010
Lonnie van Brummelen & Siebren de Haan
Grossraum (Borders of Europe), 2004/05
Manuel Graf
Gründer, 2014
Guerrilla Girls
Cao Guimarães
Andreas Gursky
H
Charles Atlas
Hail the New Puritan, 1985/86
Barbara Hammer
Monica Bonvicini
Hammering out (An old argument), 1998-2003
Klara Lidén
Handicap (Konst Fack), 2007
Hannah Wilke
Hannah Wilke Through the Large Glass, 1976
Claus Föttinger
Hanoi/Saigon, 2007
Paul Chan
Happiness (Finally) After 35,000 Years of Civilization (after Henry Darger and Charles Fourier), 2000-2003
Asier Mendizabal
Hard Edge 4, 2010
Aura Rosenberg
Harmony Korine/Carmen, 1998
Bill Viola
Hatsu-Yume (First Dream), 1981
Amir Yatziv
Hausbaumaschine, 2013
Britta Thie
„HD“, 2016
Anthony Burdin
He Ain’t No Fuckin’ Drumma, Summer P-lot Tour 2003, Oxnard CA (1. Light My Fire, 2. Kashmiur), 2003
Cheryl Donegan
Head, 1993
Wolfgang Tillmans
Heartbeat/Armpit, 2003
Jon Kessler
Heaven’s Gate, 2004
Paul McCarthy & Mike Kelley
Heidi, 1992
Mathilde ter Heijne
Jeppe Hein
Hannah Wilke
Hello Boys, 1975
Trisha Baga
Hercules, 2012
Aaron Young
High Performance, 2000
Florian Meisenberg
hihihihihihihihihihihih, 2015
Gary Hill
Cao Fei
Hip Hop Guangzhou, 2003
Candida Höfer
Christian Jankowski
Hollywoodschnee, 2004
Nancy Holt & Robert Smithson
Nancy Holt
Thiago Rocha Pitta
Homage to JMW Turner, 2002
Martin Honert
Kristin Lucas
Host, 1997
Jack Smith
Hot Air Specialists, 1980er-Jahre
Peter Fischli & David Weiss
Hunde, 2003
Lina Lapelyte
Hunky Bluff ACT 1, 2015
Lina Lapelyte
Hunky Bluff ACT 2, 2015
Lina Lapelyte
Hunky Bluff ACT 3, 2015
Lina Lapelyte
Hunky Bluff ACT 4, 2015
Lina Lapelyte
Hunky Bluff ACT 5, 2015
Lina Lapelyte
Hunky Bluff ACT 6, 2015
I
Sean Bluechel
I am in love with a succubus, 2006
Jeremy Shaw
I CAN SEE FOREVER, 2018
Tracey Emin
I Can’t Love Anymore, 2016
Rindon Johnson
I First you (11/11), 2018
Britta Thie
„I googled my mom and was relieved that she is still safe“, 2016
Beatrice Gibson
I HOPE I’M LOUD WHEN I’M DEAD, 2018
Tracey Emin
I Lay Here, 2016
Christoph Schlingensief
I want to destroy, 2005
Claus Föttinger
I Want To See How You See, 2010
Barbara Hammer
I Was/I Am, 1973
Cao Fei
I. Mirror by China Tracy (aka: Cao Fei), 2007
Aaron Young
I.P.O (25 Offerings), 2006
Philip Topolovac
I’ve Never Been to Berghain, 2016
Pipilotti Rist
I’m a Victim of This Song, 1995
Pipilotti Rist
I’m not the Girl who misses much, 1986
David Blandy
Ice, 2015
Britta Thie
„If something turns into hype that once saved you, it feels like you are back on the Titanic again. But Jack Dawson has already left you“, 2016
Anne Imhof
Loretta Fahrenholz
Implosion, 2011
Timur Si-Qin
In Memoriam 9, 2015
Stephen Vitiello
In The Woods, 2015
Gary Hill
Incidence of Catastrophe, 1987-1988
Alex McQuilkin
Indefinite Line Towards Becoming the Perfect SoHo Girl, 2000
Lawrence Weiner
Inherent in the Rhumb Line, 2005
Matt Copson
Inherited Deficit, 2015
Hannah Wilke
Intercourse with …, 1978
Britta Thie
„Interfaces become our weather“, 2016
Doug Aitken
Interiors, 2002
Rosemarie Trockel
Interview, 1994
Nandipha Mntambo
Intsandvokati, 2008
Thiago Rocha Pitta
Inverted zenith, 2005
Nathalie Djurberg & Hans Berg
It’s the Mother, 2008
Britta Thie
„It’s all good in Italics“, 2016
J
Arthur Jafa
Neïl Beloufa
Jaguacuzzi, 2015
APRIL THE SECOND, 2007
KEMPINSKI, 2007
TOUR, 2009
BRUNE RENAULT, 2010
SANS TITRE, 2010
SAYRE AND MARCUS, 2010
THE ANALYST, THE RESEARCHER, THE SCREENWRITER, THE CGI TECH AND THE LAWYER, 2011
CATENACCIO SYSTEM, 2011
PEOPLE’S PASSION, LIFESTYLE, BEAUTIFUL WINE, GIGANTIC GLASS TOWERS, ALL SURROUNDED BY WATER, 2011
PARTY ISLAND, 2012
REAL ESTATE, 2012
WORLD DOMINATION, 2012
TONIGHT AND THE PEOPLE, 2013
DESIRE FOR DATA, 2014
HOME IS WHENEVER I’M WITH YOU, 2014
VENGEANCE, 2014
Lutz Bacher
James Dean, 1986/2014
Christian Jankowski
Hernan Bas
Jetsam from the wreck of the Half Moon, 2016
Rindon Johnson
Joan Jonas
Benjamin Jones
Richard Phillips
Julia, 2014
Candida Höfer
Julia Stoschek Collection Düsseldorf VIII, 2008
Candida Höfer
Julia Stoschek Collection IV, 2008
Isaac Julien
Jack Smith
Jungle Island, 1967
Jesper Just
Tracey Emin
Just Let Me Love You, 2016
K
K-HOLE
K-HOLE
K-HOLE for education, 2016
Martti Kalliala & Daniel Keller
Klara Lidén
Kasta Macka, 2009
Wolfgang Tillmans
Kate McQueen, 1996
Hannah Perry
keep the peace, 2015
Mike Kelley
Zilvinas Kempinas
Jon Kessler
Till Gerhard
Kleiner Hunger, 2006
Josh Kline
Pierre Klossowski
Imi Knoebel
Cyprien Gaillard
KOE, 2015
Terence Koh
VALIE EXPORT
Körperkonfiguration, 1982
Andreas Korte
Franz West
Künstlerstuhl K095, 2011
Franz West
Künstlerstuhl K104, 2011
Franz West
Künstlerstuhl K107, 2011
Franz West
Künstlerstuhl K108, 2011
Franz West
Künstlerstuhl K116, 2011
Franz West
Künstlerstuhl K117, 2011
Franz West
Künstlerstuhl K118, 2011
Franz West
Künstlerstuhl K121, 2011
Franz West
Künstlerstuhl K126, 2011
Franz West
Künstlerstuhl K130, 2011
Franz West
Künstlerstuhl K131, 2011
L
Cyprien Gaillard
L’Ange du foyer (Vierte Fassung), 2019
Wolfgang Tillmans
LA still life, 2001
Marie-Jo Lafontaine
Sigalit Landau
Lina Lapelyte
Mark Manders
Large Figure with Thin Newspaper, 2010
Taryn Simon
LARRY MAYES Scene of arrest, The Royal Inn, Gary, Indiana. Police found Mayes hiding beneath a mattress in this room. Served 18,5 years of an 80-years sentence for rape, robbery and unlawful deviate conduct, 2002
Tobias Zielony
Le Vele di Scampia, 2009
Mark Leckey
Marcel Dzama
Leila Khaled does not need me, 2008
Marie-Jo Lafontaine
Les Larmes d’Acier, 1988
Keren Cytter
Les Ruissellements du Diable, 2008
Hannah Perry
let go beat, 2015
Rachel Maclean
Let It Go – Part 1, 2015
Rachel Maclean
Let It Go – Part 2, 2015
Rachel Maclean
Let It Go – Part 3, 2015
Rachel Maclean
Let It Go – Part 4, 2015
Rachel Maclean
Let It Go – Part 5, 2015
Rachel Maclean
Let It Go – Part 6, 2015
Matt Copson
Letter from War, 2015
Klara Lidén
Thomas Demand
Lift, 2004
Matt Calderwood
Light, 2004
Claus Föttinger
Light Object Jaguars and Electric Eels, 2017
Claus Föttinger
Light Object Kill, 2014
Claus Föttinger
Light Object No. 1: Destroy, She Said, 2007
Claus Föttinger
Light Object No. 10: Trisha Donnelly, 2015
Claus Föttinger
Light Object No. 11: Cyprien Gaillard, 2015
Claus Föttinger
Light Object No. 12: Hello Boys, 2016
Claus Föttinger
Light Object No. 13: Hito Steyerl – Missed Connections, 2016
Claus Föttinger
Light Object No. 2: Fragile, 2008
Claus Föttinger
Light Object No. 3: Here and Now, 2009
Claus Föttinger
Light Object No. 4: Derek Jarman – Super8, 2010
Claus Föttinger
Light Object No. 6: Flaming Creatures, 2012
Claus Föttinger
Light Object No. 7: Ed Atkins – Frances Stark, 2013
Claus Föttinger
Light Object No. 8: Sturtevant, 2014
Claus Föttinger
Light Object Welt am Draht, 2016
Claus Föttinger
Light Object: Arthur Jafa – A Series of utterly improbable, extraordinary renditions, 2018
Kurt Lightner
Matt Calderwood
Lightning, 2005
Jeremy Shaw
Liminals, 2017
Anthony McCall
Line Describing a Cone, 1973
Bruce Nauman
Lip Sync, 1969
Leo Gabin
Lips, 2015
Arthur Jafa
Love Is The Message, The Message Is Death, 2016
Hito Steyerl
Lovely Andrea, 2007
Sarah Lucas
Kristin Lucas
Mary Lucier
Christoph Westermeier
Lüster, 2011
M
Rachel Maclean
Mark Leckey
Made in ‘Eaven, 2004
Britta Thie
„MALL-E“, 2016
Mark Manders
Bunny Rogers
Mandy’s Piano Solo in Columbine Cafeteria, 2016
Christian Marclay
Helen Marten
Mika Rottenberg
Mary’s Cherries, 2004
Tobias Zielony
Maskirovka, 2017
Mathilde ter Heijne
Mathilde, Mathilde, 2000
Gordon Matta-Clark
Anthony McCall
Paul McCarthy & Mike Kelley
Paul McCarthy
Adam McEwen
Alex McQuilkin
Jessica Mein
Florian Meisenberg
Bjørn Melhus
Ana Mendieta
Asier Mendizabal
Carol Bove
Mia, 2005
Aura Rosenberg
Mike Kelley/Carmen, 1996
Kader Attia
Mimesis as Resistance, 2013
David Blandy
Mist, 2015
Nandipha Mntambo
Ulay & Marina Abramović
Modus Vivendi. Abramović/Ulay (1979-1986), 1979-1986
Communist Body/Fascist Body, 1979
That Self, 1980
Anima Mundi, 1983
Positive Zero, 1983
Modus Vivendi, 1985
Night See Crossing Conjunction, 1983
The Observer with Remy Zaugg, 1984
Lutz Mommartz
Pep Agut
Mon ombre est un mur, 1996
Heike Baranowsky
Mondfahrt, 2001
Nancy Holt
Mono Lake, 1968-2004
Colin Montgomery
David Blandy
Moon, 2015
Alex Morrison
Tony Oursler
Movie Block (time shift edit), 1994-2007
Otto Mueller
Alex Müller
Simon Denny
Multimedia Double Canvas progression, 2009
Multimedia Double Canvas Toshiba, 2009
Multimedia Double Canvas Thomson, 2009
Multimedia Double Canvas Tevion, 2009
Multimedia Double Canvas Hantarex, 2009
Multimedia Double Canvas Philips, 2009
Multimedia Double Canvas Samsung, 2009
Takeshi Murata
Frances Stark
My Best Thing, 2011
Kate Gilmore
My love is an anchor, 2004
Loretta Fahrenholz
My Throat, My Air, 2013
N
Asier Mendizabal
N,S,O,T,C, 2008
Wolfgang Tillmans
nackt, 2003
Laurel Nakadate
Christoph Westermeier
Nancy, Pamela, Thomas, Diana, Unity, Jessica, Deborah, 2011
Cao Guimarães
Nanofania, 2003
Bruce Nauman
Charles Richardson
Needles, 2015
Andro Wekua
Never Sleep with a Strawberry in Your Mouth, 2010
Douglas Gordon
New Colour Empire, 2006-2010
Douglas Gordon
New Colour Empires, 2006-2010
Carsten Nicolai
Cyprien Gaillard
Nightlife, 2015
Jack Smith
No President, 1967–1970
Bjørn Melhus
No Sunshine, 1997
Jack Smith
Normal Love, 1963–1965
Frances Stark
Nothing is enough, 2012
Hito Steyerl
November, 2004
O
Katharina Sieverding
o.T., 1990
Ilit Azoulay
Object #1, 2015
Ilit Azoulay
Object #2, 2015
Ilit Azoulay
Object #3, 2015
Ilit Azoulay
Object #4, 2015
Ilit Azoulay
Object #5, 2015
Ilit Azoulay
Object #6, 2015
Matt Copson
Oh-reg-ah-no, 2015
Alexander Bornschein
Ohne Titel, 2011
Claus Föttinger
Ohne Titel, 2004
Franz West
ohne Titel (L28), 2006
Franz West
ohne Titel (L31), 2006
Takeshi Murata
OM Making it Rain, 2015
Takeshi Murata
OM Passenger, 2015
Jon Rafman
On the humanity, 2015
Till Gerhard
Online Polonäse, 2006
Vito Acconci
Openings, 1970
Catherine Opie
Dennis Oppenheim
Frances Stark
Osservate, leggete con me, 2012
Tony Oursler
Jack Smith
Overstimulated, 1959–1963
P
Paper Rad
P-Unit Mixtape, 2005
Adrian Paci
STURTEVANT
Pacman, 2012
Nam June Paik
Roxy Paine
Seth Price
„Painting“ Sites, 2000/01
Rachel Rose
Palisades, 2015
Palisades in Palisades, 2014
Palisades (audio piece), 2015
A Minute Ago, 2014
Carol Bove
Panegyric (Vogue Photocollage), 2003
Paper Rad
Mark Leckey
Parade, 2003
Klara Lidén
Paralyzed, 2003
Ed Atkins
Paris Green, 2009
Jamie Crewe
Pastoral Drama, 2018
Oliver Payne & Nick Relph
Wolfgang Tillmans
Peas, 2003
Dan Graham
Performer/ Audience/ Mirror, 1975
Hannah Perry
Paul Pfeiffer
Richard Phillips
Hannah Wilke
Philly, 1977
Tony Oursler
Phone Block (time shift edit), 1994-2007
Pipilotti Rist
Pickelporno, 1992
Manuel Graf
Ping Pong, 2005
Jan Paul Evers
Place de Pyramide, 2009
Takeshi Murata
Plant Whisperer, 2015
Bruce Nauman
Playing A Note on the Violin While I Walk Around the Studio, 1967–1968
Bunny Rogers
Poetry reading in Columbine Library with Joan of Arc / Poetry reading with Gazlene Membrane in Columbine Cafeteria, 2014
Jon Rafman
Poor Magic, 2017
Dara Birnbaum
Pop Pop Video, 1980
Guerilla Girls
Portfolio Compleat, 1985-2016
Jan Paul Evers
Portrait Julia Stoschek, 2011
Ryan Gander
Portrait Of A Colour Blind Artist Obscured By Flowers, 2016
Clegg & Guttman
Portrait of a Lady, 2018
Thomas Ruff
Porträt 2009 (J. Stoschek), 2009
Elmgreen & Dragset
Powerless Structures, Fig. 101 (Maquette), 2015
Elizabeth Price
Seth Price
Gary Hill
Primarily Speaking, 1981-1983
Hannah Perry
Princess & princesses, 2015
Gordon Matta-Clark
Program Five, 1972-1976
Automation House, 1971
Clockshower, 1973
City Slivers, 1976
Dennis Oppenheim
Program One: Aspen Projects, 1970
Material Interchange, 1970
Identity Transfer, 1970
Rocked Hand, 1970
COMPRESSION – FERN #1, 1970
Pressure Piece #1, 1970
Glassed Hand, 1970
Compression – Poison Oak, 1970
COMPRESSION – FERN #2, 1970
Leafed Hand, 1970
Gordon Matta-Clark
Program One: Chinatown Voyeur, 1971
Gordon Matta-Clark
Program Seven, 1974-2005
Sous-Sols de Paris (Paris Underground), 1977-2005
Conical Intersect, 1975
Gordon Matta-Clark
Program Six, 1974-1976
Substrait (Underground Dailies), 1976
Bingo/Ninths, 1974
Splitting, 1974
Dennis Oppenheim
Program Six, 1971/72
Forming Sounds, 1971
2 Stage Transfer Drawing (Advancing to Future State), 1971
2 Stage Transfer Drawing (Retreating to a Past State), 1971
A Feedback Situation, 1972
3 Stage Transfer Drawing, 1971
Two Stage Transfer Drawing (Returning to a Past State), 1971
Objectified Counterforces, 1971
Shadow Project, 1971
Gordon Matta-Clark
Program Three, 1971-1975
Fire Child, 1971
Fresh Kill, 1972
Day’s End, 1975
Johanna Billing
Project for a Revolution, 2000
Imi Knoebel
Projektion X, 1972
Imi Knoebel
Projektion X (Remake 2005), 2005
Rob Pruitt
Bruce Nauman
Pulling Mouth, 1969
Takeshi Murata
Pumpjack Popeye, 2015
Adam Putnam
Q
Jeremy Shaw
Quickeners, 2014
R
James Richards
Radio At Night, 2015
Jon Rafman
Stephen Vitiello
Ratner’s Star, 2015
Lucy Raven
Francis Alÿs in Kollaboration mit Rafael Ortega
Rehearsal I (Ensayo I), 1999-2001
Claus Föttinger
Remix Luhmanneck for Cities of Gold and Mirrors, 2011
Kon Trubkovich
Repeat Offenders, 2006
Jack Smith
Respectable Creatures, 1950–1966
Dara Friedman
Revolution, 2003
Reynold Reynolds & Patrick Jolley
Florian Meisenberg
rghwori, 2015
Andreas Gursky
Rhein II, 1999
Robin Rhode
James Richards & Leslie Thornton
James Richards
Charles Richardson
Clemens von Wedemeyer & Maya Schweizer
Rien du tout, 2006
Thiago Rocha Pitta
Rio de Janeiro X Sao Paulo, air trip with highway time or addressless love letter, 2005
Pipilotti Rist
Cao Fei
RMB City – A Second Life City Planning by China Tracy, 2007
Pierre Klossowski
Roberte aux barres parallèles, 1984
Thiago Rocha Pitta
Dan Graham
Rock my Religion, 1982-84
Torbjørn Rødland
Bunny Rogers
Taryn Simon
RONALD JONES Scene of arrest, South Side, Chicago, Illinois. Served 8 years of a death sentence for Rape and Murder, 2002
Rachel Rose
Aura Rosenberg
Mathilde Rosier
Martha Rosler
Mika Rottenberg
Thomas Ruff
David Blandy
Ruin, 2015
Jane Crawford & Robert Fiore
Rundown, 1994
Ed Ruscha
S
Natascha Sadr Haghighian
Barbara Hammer
Sanctus, 1990
Jen DeNike
Sasha, 2003
Trisha Donnelly
Satin Operator, 2007
Jacolby Satterwhite
Christoph Schlingensief
Carolee Schneemann
Heike Baranowsky
Schwimmerin, 2000
Trisha Donnelly
Sconce, 2013
Jack Smith
Scotch Tape, 1959–1962
Matt Calderwood
Screen, 2005
David Blandy
Sea, 2015
Klara Lidén
Seine, 2010
Lutz Mommartz
Selbstschüsse, 1967
Timur Si-Qin
Selection Display: Ancestral Prayer, 2011, 2011
William Wegman
Selections from 1970–78, 1981
Andreas Korte
Self Coded, 2008
Klara Lidén
Self Portrait with the Keys to the City, 2005
Elmgreen & Dragset
Self-Portrait, No.41, 2016
Sarah Lucas
Selfish In Bed II, 2000
Martha Rosler
Semiotics of the kitchen, 1975
Lutz Bacher
Sex with Strangers, 1986
Pipilotti Rist
Sexy Sad I, 1987
Mark Leckey
Shades of Destructors, 2005
Patty Chang
Shaved (At A Loss), 1998
Jeremy Shaw
Tracey Emin
She Lay There, 2016
Peggy Ahwesh
She Puppet, 2001
Chloe Wise
she’s so talented, 2015
Jen DeNike
Shipwreck, 2005
Andro Wekua
Should be titled, 2010/2011
Chloe Wise
should I add an emoji, 2015
Julius Shulman
Manuel Graf
Shulmantonioni, 2004
Timur Si-Qin
Hannah Perry
sick off smoke, 2015
Katharina Sieverding
Clemens von Wedemeyer
Silberhöhe + Die Siedlung, 2003/04
Silberhöhe, 2003
Die Siedlung, 2004
Taryn Simon
Ed Ruscha
Sin-Without, 2002
Ed Fornieles
Sitting, 2015
Tony Oursler
Sixth (Dusseldorf Variation), 2005-2007
Ed Fornieles
Sleeping, 2015
Jack Smith
Robert Smithson
Hannah Perry
smoke, 2015
Michael Snow
Terence Koh
Snow White, 2008
Jesper Just
Something to Love, 2005
Tracey Emin
Sometimes the dress is worth more money than the money, 2001
Florian Meisenberg
somewhere_sideways, 2015
Tony Oursler
Son of Oil, 1982
Till Gerhard
Sondervorstellung, 2006
Nandipha Mntambo
Sondzela, 2008
Jack Smith
Song for Rent, 1969
Joan Jonas
Songdelay, 1973
Lutz Mommartz
Soziale Plastik, 1969
Robert Smithson
Spiral Jetty, 1970
Carsten Nicolai
Spray, 2004
Terence Koh
Sprungkopf, 2006
Bruce Nauman
Stamping in the Studio, 1968
Jordan Wolfson
Star Field (month 25), 2004
Frances Stark
Stephen Vitiello
Stars In My Pockets Like Grains Of Sand, 2015
Tony Oursler
Station Block (time shift edit), 1994-2007
Douglas Gordon
Staying home (18.14) and going out (21.14), 2005
Douglas Gordon
Staying home (18.16) and going out (21.16), 2005
Christoph Steinmeyer
Hito Steyerl
Olivia Walsh
(Still) Doubt II, 2016
Matt Calderwood
Strips (vertical), 2005
STURTEVANT
Thiago Rocha Pitta
Sublimation, condensation, zenith and precipitation, 2005
Mathilde ter Heijne
Suicide Bomb, 2000
Carol Bove
Summer Solstice, Düsseldorf, 2031, 2006
Nancy Holt
Sun Tunnels, 1978
Elizabeth Price
Sunlight, 2013
David Blandy
Sunset, 2015
Andreas Gursky
Supernova, 1999
Leo Gabin
Surfer Ho Remix, 2015
Nancy Holt & Robert Smithson
Swamp, 1971
Ed Fornieles
Swimming, 2015
T
Christiane Fochtmann
Talkshow, 2006
Andreas Korte
Tanzfilm, 2011
Matt Calderwood
Tape, 2005
VALIE EXPORT
Tapp- und Tastkino (Touch Cinema), 1968
Dara Birnbaum
Technology/Transformation: Wonder Woman, 1978/79
Alex McQuilkin
Teenage Daydream: In Vain, 2002-2003
Alex McQuilkin
Teenage Daydream: It’s only Rock & Roll, 2002
Carsten Nicolai
telefunken anti, 2004
Christian Marclay
Telephones, 1995
Aaron Young
Tender Buttons with Mirrors, 2004
Takeshi Murata
Tennis, 2015
Ed Atkins
The Anthrophagus!, 2010
Stephen Vitiello
The Bone Clocks, 2015
Terence Koh
The Camel was God, the Camel Was Shot, 2007
Melanie Gilligan
The Common Sense, 2014/15
Leo Gabin
The Concept, 2015
Jen DeNike
The Deadman’s Float, 2005
Reynold Reynolds & Patrick Jolley
The Drowning Room, 2000
Ant Farm & T.R. Uthco
The Eternal Frame, 1975
Nathalie Djurberg & Hans Berg
The Experiment, 2009
Cave, 2009
Forest, 2009
Greed, 2009
Anicka Yi
The Flavor Genome, 2016
Leo Gabin
The Heart Wants, 2015
Marina Abramović
The Hero, 2000
Marina Abramović
The Hero, 2001
Chloe Wise
the hotel gave us wine, 2015
Frances Stark
The Inchoate Incarnate: After a Drawing, Toward an Opera, but Before a Libretto Even Exists, 2009
Basel Abbas & Ruanne Abou-Rahme
The Incidental Insurgents: The Part About the Bandit, Chapter 2, 2012/13
Eleanor Antin
The King, 1972
Cyprien Gaillard
The Lake Arches, 2007
Juan Downey
The Laughing Alligator, 1979
Jesper Just
The Lonely Villa, 2004
Cory Arcangel
The Making of Super Mario Clouds, 2004
Amir Yatziv
The National Park, 2015
Douglas Gordon
The nature of relationships between few words, 2006
Marina Abramović
The Onion, 1996
Jen DeNike
The Pimp, 2015
Vito Acconci
The Red Tapes, 1977
Tape 1: Common Knowledge, 1977
Tape 2: Local Color, 1977
Tape 3: Time Lag, 1977
Bill Viola
The Reflecting Pool – Collected Work 1977–80, 1977–80
The Reflecting Pool, 1977–79
Moonblood, 1977–79
Silent Life, 1979
Ancient of Days, 1979–81
Vegetable Memory, 1978–80
Asier Mendizabal
The Staff That Matters (30,000), 2009
Asier Mendizabal
The Staff That Matters (SI), 2009
Tobias Zielony
The Street (C.P.A.), 2013
Chris Burden
The T.V. Commercials, 1973-1977
Stephen Vitiello
The Waves, 2015
Tony Oursler
The Weak Bullet, 1980
Elizabeth Price
The Woolworths Choir of 1979, 2012
Hannah Perry
The worse you feel the better I look, 2015
Stephen Vitiello
The Wrath of Angels, 2015
Florian Meisenberg
the_anciety_of_influence, 2015
Florian Meisenberg
the_tacit_one, 2015
Vito Acconci
Theme Song, 1973
Britta Thie
Gwenn Thomas
Britta Thie
„Three Infomercials“, 2016
Vito Acconci
Three Relationship Studies, 1970
Shadow-Play, 1970
Imitations, 1970
Manipulations, 1970
Peter Campus
Three Transitions, 1973
Wolfgang Tillmans
Hannah Perry
To say you feel something, 2015
Hannah Perry
too loud and too wavy, 2015
Philip Topolovac
Florian Meisenberg
towards_a_new_architecture, 2015
Jon Rafman
Transdimensional Serpent, 2016
Ryan Trecartin
Ryan Trecartin
Trill-ogy Comp., 2009
P.opular S.ky (section ish), 2009
K-CoreaINC.K (section a), 2009
Sibling Topics (section a), 2009
Rosemarie Trockel
Mika Rottenberg
Tropical Breeze, 2004
Manuel Acevedo
Tropisms – WTC (World Trade Center) Site, 2007
Kon Trubkovich
Isaac Julien
True North, 2004
Wu Tsang
Tony Oursler
Tunic (Song for Karen), 1990
Adrian Paci
Turn on, 2004